Wie den Kaugummi entsorgen?

Die Antwort auf eine weitere Leserfrage zu einem Klassiker.

Nicht unter den Tisch kleben: Hat der Kaugummi ausgedient, kann ihn runterschlucken. Foto: Keystone

Nicht unter den Tisch kleben: Hat der Kaugummi ausgedient, kann ihn runterschlucken. Foto: Keystone

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Wie entfernt man einen gebrauchten Kaugummi korrekt aus dem Mund? Irgendwie geht alles nicht, das haben mehrere Diskussionen gezeigt – weder ausspucken, rausbrösmeln noch in den Mund greifen. Was sagen Sie dazu?

B. M.

Lieber Herr M.,

ah, wir beginnen das Jahr in dieser unserer kleinen Rubrik mit einem Klassiker. Das entzückt mich. Denn ich habe ja gegen Ende 2016 ein wenig Bilanz gezogen und festgestellt, dass es den missmutigen Mitmenschen gibt, der solche Fragen ganz und gar nicht versteht und findet, es gäbe grössere Probleme auf der Welt, wobei ebendieser Typus vollkommen verkennt, dass sich in der Aufmerksamkeit für die kleinen Dinge das Grosse versteckt. Ja dass, wer sich Gedanken zur Endlagerung des Kaugummis macht, der Welt empfindsamer und aufmerksamer begegnet und damit auch das Blüemli zwischen den Asphaltritzen nicht übersieht, sondern sich darob einen Moment lang erfreut.

Nach diesem Wort zum neuen Jahr wollen wir uns nun aber der Kaugummi-Entsorgungsproblematik widmen. Wir gehen dabei nach dem Ausschlussverfahren vor: Rausspucken geht nicht, erst recht nicht auf den Boden. Ich bin gegen Gesetze, ja, ich trage ein nachgerade anarchistisches Herz in meiner Brust. Aber ich bin dafür, dass Spucken aller Art grausam bestraft wird. Es ist widerlich, respektlos und grob, und die Menschen, die das tun, sind es ebenfalls.

Was auch nicht geht: die Dinger irgendwohin zu kleben, nein, auch nicht heimlich unter den Stuhl oder den Tisch. Den Kaugummi mit der Hand aus dem Mund zu entfernen, ist zwar in gewisser Weise allgemeinverträglicher, aber trotzdem keine Option. Weil eventuell muss man kurz danach jemanden begrüssen, und mich würde das wahnsinnig grausen, so eine Hand schütteln zu müssen, an der sich Spöiz befindet. Daher gibt es nur eines: Man entledigt sich des Dings mittels eines Nas­tüechlis oder Papierchens (zur Not tut es auch ein Kassenbeleg). Man führt es zum Mund und lässt den Kaugummi elegant hineingleiten; das Ganze wiederum wird dann mit einer geschmeidigen Bewegung in die Manteltasche gesteckt.

Was natürlich auch geht: den Kaugummi runterzuschlucken. Das ist praktisch und wahnsinnig diskret, aber damit es nicht heisst, wir erteilten hier des Benimms wegen gesundheitsgefährdende Ratschläge, habe ich mich extra erkundigt, ob diese elegante Lösung tatsächlich unbekömmlich ist – und kann hiermit offiziell verkünden: Nein, sie ist es nicht.

Bettina Weber


Haben Sie Fragen? Schicken Sie sie an gesellschaft@tages-anzeiger.ch (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 09.01.2017, 07:42 Uhr

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