Bilder aus der ausgelöschten Stadt
Aktualisiert am 04.07.2011 10 Kommentare
Ausstellung
Hiroshima: Ground Zero 1945 läuft bis zum 28. August im International Center of Photography in New York.
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Don Levy staunte nicht schlecht, als er den alten Koffer öffnete, den er bei einer Hausräumung in der Nachbarschaft mitgenommen hatte. Darin befanden sich über 60 alte Schwarzweissfotografien, die auf das Jahr 1945 datiert waren und eine Stadt zeigten, die kaum mehr als solche erkennbar war. Wie der Trödler herausfand, handelte es sich bei der Stadt um Hiroshima – um die japanische Stadt, in der am 6. August 1945 die erste Atombombe im Zweiten Weltkrieg explodiert war.
Es brauchte die Überredungskünste eines Freundes und einen britischen Dokumentarfilm zum Thema, bis die Fotografien zehn Jahre später ihren Weg an die Weltöffentlichkeit finden sollten. Nun zeigt sie das International Center of Photography in New York – und mit den Bildern werden die Hintergründe einer ungewöhnlichen Militärmission offenbart.
Die Zerstörung fotografieren
Wie aus der Dokumentation zur Ausstellung hervorgeht, entstanden die Fotografien im Oktober und November 1945. Das Pentagon hatte sich nach dem Abwurf der Atombomben dazu entschieden, die Auswirkungen der Bombe so präzis wie möglich zu dokumentieren, und hatte deshalb ein Spezialistenteam aus Soldaten, Technikern, Übersetzern und Fotografen nach Japan entsandt. Die Expedition sollte amerikanischen Ingenieuren zeigen, welche Art von Gebäuden einer Atombombe standhalten könnten – um so Aufschlüsse darüber zu erhalten, wie sich die USA selbst auf einen Atomangriff vorbereiten müssten.
Und so fotografierten die ausgesandten Spezialisten alles, was von technischem Interesse sein könnte: ausgebrannte Gebäude, Ruinen aus Stahl und Stein, verbogene Stahltreppen und zerfetzte Kleidungsstücke. Der Report des Pentagons blieb jahrelang unter Verschluss, ebenso wie die über 7'500 Fotos, welche das Expeditionsteam aus Japan zurückbrachte. Als zu schockierend wurden die Bilder eingestuft, als dass sie der Öffentlichkeit hätten zugemutet werden können. Heute scheint man dem Publikum mehr zuzutrauen – und stösst mit den Themen «Atomkatastrophe» und «Japan» nach dem Atomunglück in Fukushima auch vermehrt wieder auf Interesse. (ssc)
Erstellt: 04.07.2011, 15:40 Uhr
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10 Kommentare
Diese Bilder sind immer noch extrem schockierend, zumindest für Leute, die nicht völlig gefühllos und abgebrüht sind.
.
Dass dieses Verbrechen gegen Zivilisten nie ein Thema für ein Gericht war und sein wird, ist ebenso extrem schockierend.
Antworten
Bilder einer völlig zerstörten Stadt - anderswo habe ich Fotos der Japaner gesehen, die dem Inferno entkommen waren - ebenso zerstört, verbrannt. Kinder, Frauen, kaum Männer. Diese Bilder sind nicht "aufgeräumt" wie hier, da braucht's keine Erklärung - sie sprechen für sich, und sagen dabei mehr aus als erträglich ist. Das wollen sich die Amerikaner offensichtlich nicht zumuten - ! Antworten
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