«Architektur 0.13» zeigt Träume und Häuser

An der Ausstellung «Architektur 0.13» in der Maag Halle in Zürich zeigen rund 70 Büros Utopien und Irritationen. Die Werkschau dauert vom 25. bis zum 27. Oktober.

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Peter Zumthor duelliert sich mit Mario Botta, eine pinke Stadtlandschaft wuchert als Gemüsegarten über einen Tisch, und unter der Decke hängt der Abfall von Modellen: An der Werkschau «Architektur 0.13» in Zürich geht es bisweilen schräg zu und her. Die erste Ausgabe letztes Jahr war noch etwas zahm. Darum haben die Macher die rund 70 Büros angestachelt, mehr als gebauten Alltag zu zeigen. Utopien, Irritationen waren gefragt. Dass das Spektrum nun grösser ist, liegt vor allem an den jungen Büros, die diesmal zahlreicher vertreten sind. Sie haben zwar noch kaum gebaut, dafür trauen sie sich, querzudenken. Pe Hadzi-Manovic etwa schreibt: «Die meiste aktuelle Architektur gleicht einem mutlosen Streber.» Daneben liegen Aufkleber, die man an die nächste öde Fassade klatschen kann.

Kein Zweifel, an dieser Werkschau darf man sagen, was Sache ist. Und hier ist träumen erlaubt. Mitten in der Halle ragt eine Treppe in die Luft und endet in der Leere – oder in allem Möglichen. Denn mit der heutigen Technik gibt es fast keine Grenzen mehr. Die ETH-Professur Gramazio Kohler lässt fliegende Roboter Steine aufschichten, wenn auch nur im Video. Und ihre Kollegen von der ETH haben eine Säule aus Sandstein gedruckt. Noch aber kommen die Bauten nicht aus dem Drucker, sondern aus dem Betonmischer. Und dieser dreht sich nun mal um die eigene Achse. So grübeln die meisten Architekten nicht an den grossen Fragen von morgen, sondern präsentieren ihre Projekte brav in Plan und Bild. Nur einige wagen sich in die dritte Dimension, etwa an das Holzmodell einer spiralförmigen Kirche von Daniel Hunziker oder ans Busdach in Aarau von Vehovar & Jauslin, das wie eine Wolke schwebt. Expressive Architektur gibt es auch hierzulande. Das meiste ist allerdings bewährt konstruiert. Wer bauen will, muss sich auf den Markt einlassen. Und dort kommt die Konvention meist vor der Vision. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 25.10.2013, 15:05 Uhr)

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