Kultur

Argentinier retten «Schweizer Haus» in Buenos Aires

Aktualisiert am 07.01.2012 2 Kommentare

Das geschichtsträchtige «Schweizer Haus» in Buenos Aires wird nicht abgerissen. Nach heftigem Widerstand gegen die Zerstörung des Art Deco-Gebäudes sprachen sich die Behörden für den Erhalt aus.

Bot den «Müttern der Plaza de Mayo» Unterschlupf: Fassade des «Schweizer Hauses».(Bild: eternabuenosaires)

Bot den «Müttern der Plaza de Mayo» Unterschlupf: Fassade des «Schweizer Hauses».(Bild: eternabuenosaires)

«Finanzierungsmöglichkeiten müssen gesucht werden»: Johannes Matyassy, Schweizer Botschafter in Argentinien. (Bild: Keystone )

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Nach breiten Protesten ist das «Schweizer Haus» in Buenos Aires vor dem Abriss gerettet worden. Das Haus gehöre zum historischen und kulturellen Erbe der argentinischen Hauptstadt, urteilten die Justizbehörden. Dies sei von den zuständigen Behörden entschieden worden, teilte der Anwalt Lisandro Teskiewicz mit. Er vertritt eine der Nichtregierungsorganisationen (NGO), die sich für den Erhalt des Art-Deco-Gebäudes engagierten.

Noch am Freitag hatten mehrere NGO in Buenos Aires gegen die Zerstörung des «Schweizer Hauses» demonstriert. In dem Gebäude waren ab 1895 die ersten Schweizer Immigranten aufgenommen worden.

Im 20. Jahrhundert wurde es zu einem bekannten Konzerthaus und zu einem Symbol für afrikanische Kolonialmusik des Rio de la Plata. Zu Beginn der Diktatur in Argentinien (1976-1983) diente es dann als Zufluchtsort für die «Mütter der Plaza de Mayo», während diese nach ihren vermissten Kindern suchten.

«Alternative Finanzierung notwendig»

Auch der Schweizer Botschafter in Argentinien, Johannes Matyassy, hatte sich in die Debatte eingeschaltet. Das «Schweizer Haus» mit seiner Art-Deco-Fassade aus dem Jahre 1937 habe «einen wertvollen historischen und kulturellen Wert».

Doch jedermann wisse, dass es so nicht weitergehen könne und alternative Finanzierungsmöglichkeiten gesucht werden müssten. Das Haus sei jedoch in privater Hand und es gebe keinen Bezug zur Schweiz, sagte Matyassy noch vor dem Entscheid der Behörden, das Gebäude erhalten zu wollen.

Ebenfalls im Vorfeld des Behördenentscheids hatte die Tango- Sängerin und Stadtparlamentarierin Susana Rinaldi erklärt, die Mitglieder der Schweizer Philanthropischen Gesellschaft seien einverstanden, das Haus teuer zu verkaufen - im Austausch gegen einige Etagen in dem neuen Gebäude. (kpn/sda)

Erstellt: 07.01.2012, 08:45 Uhr

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2 Kommentare

Karl Eigenmann

07.01.2012, 11:22 Uhr
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Die Schweiz ist eben eine miserable Mutter, wenn es um ihre migrierten Kinder geht! Vor 150 bis 80 Jahren war man hier froh, wurden in Argentinien die hungrigen Mäuler aufgenommen, die man selbst nicht im Stande war zu füttern. Als ein Teil der Nachfahren vor gut 10 Jahren zurückkehren wollten, wurde ihnen dies massiv erschwert oder verunmöglicht... eine Rabenmutter sondergleichen... Antworten


Eugen Fischer

07.01.2012, 12:31 Uhr
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Schön für Argentinien aber nicht für die Schweiz, denn hier was für den Erhalt der Kultur sehr wenig unternommen worden. Dies zeigt doch ein sehr deslaten Dilemma wie stark sich die Schweiz tatsächlich für Kultur einsetzen will. Antworten




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