Kultur

Noch ein Botta-Projekt für das Bäderquartier

Von Hélène Arnet. Aktualisiert am 14.05.2010

Der Stararchitekt plant Grosses im historischen Hotel-Komplex von Baden.

Der Archidekt: Mario Botta will in Baden mit seinen Entwürfen Akzente setzen.

Der Archidekt: Mario Botta will in Baden mit seinen Entwürfen Akzente setzen.
Bild: Keystone

Ein Kegel, einer Raumschiffkapsel nicht unähnlich, landet mitten im Komplex Verenahof/Bären/Ochsen. So stellt sich Mario Botta die Lösung für die Neunutzung der drei traditionellen Hotels im Badener Bäderquartier vor. Wird sein Vorschlag realisiert, wird Baden zur Botta-Stadt, hat der Stararchitekt doch bereits den Wettbewerb für die Gestaltung der Therme für sich entschieden. Und wie von ihm erwartet, fügen sich seine Gebäude nicht unscheinbar in die Umgebung ein. Sie setzen Akzente.

Laut Benno Zehnder, Verwaltungsratspräsident der Verenahof AG, wird im Geviert der alten, teilweise geschützten Bäderhotels eine Rehaklinik mit gut fünfzig Zimmern und ein Hotel mit gegen dreissig Zimmern entstehen. Die Gespräche mit einem namhaften, aber noch nicht genannten Betreiber für beide Nutzungen seien weit fortgeschritten. Wenn diese Zusammenarbeit zustande komme, sei auch der Investor zur Stelle, erklärte Zehnder am Mittwochmorgen an Rande einer Medienorientierung der Stadt Baden. Neben Bottas Vorschlag liegt ein weiterer Entwurf von Burkard Meyer Architekten vor. Entschieden werde in Absprache mit dem künftigen Nutzer.

Restaurant mit Rundsicht

Botta kombiniert ein zur Stadt hin ausgerichtetes kompaktes Hotel mit der Rehaklinik in den historischen Gebäuden und den unteren Stockwerken des Kegels. Ganz oben, mit Rundsicht, ist ein Restaurant vorgesehen. Die Denkmalpflege habe keine Einwände gegen diese Entwürfe geäussert, sagt Zehnder. Die bereits instand gesetzte neubarocke Ochsen-Dépendance eingangs des Bäderquartiers bezeugt, dass Zehnder nicht der Schaumschläger ist, für den ihn manche Badener hielten. Die vielen geplatzten Pläne rund um die Wiederbelebung des einst international angesagten Bäderquartiers haben sie misstrauisch oder zumindest vorsichtig gestimmt. In die Ochsen-Dépendance wird eine EDV-Firma mit über sechzig Mitarbeitenden einziehen.

Benno Zehnder hofft – «optimistisch geschätzt» – auf dem Baubeginn des Verenahof-Projekts Mitte nächsten Jahres. Es eilt, denn erst wenn dieses Herzstück des Bäderquartiers auf gutem Weg ist, könne die Realisierung der Therme vonstatten gehen. Auch dafür seien die Verhandlungen mit Investoren «auf sehr gutem Weg».

Mitwirkung der Bevölkerung

Auch die Stadt Baden hat ihre Hausaufgaben gemacht: Wie Stadtammann Stephan Attiger (FDP) und Bau- und Planungsvorstand Kurt Wiederkehr (CVP) am Mittwoch vor den Medien ausführten, sind jetzt die planungsrechtlichen Grundlagen auf dem Tisch. Die Bau- und Nutzungsordnung Badens und der gemeinsame Entwicklungsrichtplan der Gemeinden Baden, Ennetbaden und Obersiggenthal müssen der neuen Situation angepasst werden. Entstehen soll eine breite Promenade rund um das Bäderquartier, das grundsätzlich für die Öffentlichkeit zugänglicher und durchgängiger werden soll. Auch braucht es Anpassungen aufgrund der geplanten Tiefgarage. Der Stadtrat lädt nun die Bevölkerung bei diesen Planungsinstrumenten zur Mitwirkung ein. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 14.05.2010, 18:04 Uhr

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