Kultur

Streit um Herzog & de Meurons Prestigebau landet vor Gericht

Von Carola Grosse-Wilde, dpa. Aktualisiert am 07.04.2010 3 Kommentare

Im Streit um die Elbphilharmonie schieben sich die involvierten Parteien den schwarzen Peter zu. Nun hat die Stadt Hamburg juristische Schritte eingeleitet.

1/6 So sollte er dereinst mal aussehen, der Elbphilharmonie genannte Kulturtempel im Hamburger Hafen.
Herzog & de Meuron

   

Im Vordergrund steht die Terminverzögerung und nicht die massive Kostenüberschreitung. «Seit drei Monaten versuchen wir, einen verbindlichen Terminplan der Baufirma Hochtief zu bekommen. Da das nicht geschehen ist, haben wir heute Klage beim Amtsgericht Hamburg eingereicht», sagte Karl Olaf Petters von der Kulturbehörde am Mittwoch. Momentan seien die Arbeiten zehn bis zwölf Wochen in Verzug. Hochtief hatte jedoch im Januar angekündigt, dass sich die Eröffnung um bis zu ein Jahr verzögern könnte.

Eigentlich sollte das gläserne Konzerthaus im Mai 2012 eröffnet werden. Dass dieser Termin definitiv nicht mehr zu halten ist, hatte vor kurzem Generalintendant Christoph Lieben-Seutter bestätigt. Wann das Konzerthaus eröffnet werden kann, ist jedoch immer noch offen. Als Gründe für die Verzögerungen hatte Hochtief Änderungswünsche und fehlende Pläne der Architekten angeführt.

Den Vorwurf wollen Herzog & de Meuron nicht auf sich sitzen lassen: «Wir haben unsere Planungsbeiträge vertragsgemäss geleistet, die diesbezüglichen Behauptungen von Hochtief sind nicht nachvollziehbar. Aus vertraglichen Gründen können wir zu weiteren Einzelheiten keine Stellung nehmen», liess das Büro am Mittwoch wissen.

Kommunikationsprobleme

Bauunternehmer Hochtief seinerseits kann die Klage der Stadt Hamburg «nicht nachvollziehen, da sie sachlich gegenstandslos ist», sagte Hochtief-Sprecher Bernd Pütter der Nachrichtenagentur dpa. Hochtief habe im Januar einen klaren Terminplan genannt: Alles wird pünktlich fertig, nur beim Grossen Saal werde es ein Jahr länger dauern.

«Grund sind verspätete Planzulieferungen und Planungsänderungen, die nicht auf unsere Kappe gehen.» Vor der Sitzung des Kulturausschusses am Dienstag habe Hochtief die Übergabe eines neuen, fortgeschrittenen Terminplans zum 16. April angekündigt.

«Offensichtlich kennt die Senatorin den Schriftverkehr in ihrem Hause nicht», sagte Pütter. «Dieses Schreiben ist bis jetzt nicht bei der städtischen ReGe eingegangen», sagte dagegen der Sprecher der Kulturbehörde Petters.

Viermal teurer als geplant

Auch die Kosten für das Konzerthaus sind ein Dauerstreitpunkt zwischen Senat und Hochtief. Das «Leuchtturmprojekt» der schwarz- grünen Landesregierung sollte den Steuerzahler ursprünglich 77 Millionen Euro kosten. Mittlerweile sind die Kosten auf 323 Millionen Euro angestiegen und Hochtief hat weitere Forderungen in Höhe von 24,5 Millionen Euro gestellt. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 07.04.2010, 16:07 Uhr

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3 Kommentare

Sylvia Liatowitsch

07.04.2010, 17:04 Uhr
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Da höre ich mein baslerisches Herz mir sagen, über Herzog&deMeuron gibts nichts zu klagen. Das wird die Ueberprüfung ergeben! Die sind - weltweit - fehlerfrei gefahren! Don't you touch the renommé of our patrimoine! If you wish for the best you pay for the best! Antworten


Edwin Meisser

07.04.2010, 16:51 Uhr
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Das ist doch alles halb so wild. Die Elite braucht einen Ort um zu feiern und unter sich zu sein. Dazu eignet sich dieses architektonisch wunderbar ausgearbeitete Gebäude der zwei Baseler Genies ausserordentlich gut. Antworten




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