Kultur

Wenn aus Schandflecken Denkmäler werden

Der längste Wohnblock Europas steht in Genf. Nun wurde der 60er-Jahre-Bau Le Lignon unter Denkmalschutz gestellt. Tagesanzeiger.ch/Newsnet stellt weitere einheimische Grossüberbaungen zur Diskussion.

1/13 Das längste Gebäude Europas: Die Überbauung Le Lignon in Vernier bei Genf.

   

Für manche ist sie kühne Architektur, für andere schlicht ein Kaninchenstall: Die Grosssiedlung Le Lignon im Westen von Genf. Nun wurde der 60er-Jahre-Bau unter Denkmalschutz gestellt, weil er nach Ansicht des Kantons Genf in Europa architektonisch einzigartig ist.

Das längste Wohnhaus der Schweiz (1016 Meter) war ursprünglich für 10'000 Bewohner des Mittelstandes konzipiert, heute beherbergt es 5700 Mieter. 2700 Wohnungen gibt es insgesamt, zum Hauptgebäude gehören auch zwei Hochhäuser, je 26 und 30 Etagen hoch. Auf dem Areal stehen ein Einkaufszentrum, eine Post, eine Schule, zwei Schwimmbäder und zwei Kirchen. Sogar eine McDonalds-Filiale gibt es.

Wie einst Max Frisch

Unter der Leitung von Georges Addor bauten die Architekten Le Lignon als Satellitenstadt für zehntausend Menschen. Le Lignon war die Antwort auf die steigenden Ansprüche der Konsumgesellschaft, die trotz kleinem Budget nach Komfort verlangte.

Der Anteil der Mieter, die aus sozial schwächeren Schichten stammen, war im Le Lignon in den letzten Jahrzehnten stets hoch. Auch Ausländer gehören traditionell zur Belegschaft der Überbauung. Heute aber wohnen wieder vermehrt junge und auch gut ausgebildete Menschen im Wohnblock, wie «Le Temps» berichtet. Ein Phänomen, das auch in Zürich beobachtet werden kann. In gewissen Kreisen gilt es als hip, in einer Grossüberbauung wie dem Lochergut zu wohnen. Das hat sich übrigens auch Max Frisch gesagt: Er besass in der obersten Etage des Locherguts eine Wohnung.

Es herrschte Wohnungsnot

Das Berner Pendant zu Lignon und Lochergut heisst Tscharnergut. Gebaut wurde es im Zuge des wirtschaftlichen Aufschwungs in den 50er-Jahren. Immer mehr Leute zog es damals in die Stadt und in Bern herrschte Wohnungsnot, vor allem für Familien. Zuerst als «Vorzeigesiedlung» gefeiert, kam die Überbauung später als «Sozialgetto» unter Verruf. Heute steht sie unter Denkmalschutz.

In der Bildstrecke sehen sie weitere Schweizer Wohnblöcke, deren Wahrnehmung zwischen kühner Architektur und Schandfleck wechselt. Wie stehen Sie zu solchen Bauten - gehören solche unter Denkmalschutz gestellt? Und könnten Sie sich vorstellen, in einer Grossüberbauung zu wohnen? Oder tun sie das bereits? Meinungen bitte unten deponieren. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 11.03.2010, 15:04 Uhr

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43 Kommentare

Thomas Wey

23.03.2010, 15:51 Uhr
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@ Walter Mehl-Reich Was ist denn "stilvolle Architektur" für Sie? Das will ich lieber nicht wissen. Vielleicht Hundertwasser und der Kitschkram? Antworten


Paul Holenstein

19.03.2010, 18:08 Uhr
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Habe in den Siebzigerjahren als junger Trübel erst mit meinem Bruder, dann mit einem Kollegen im Lignon gewohnt. Wir fanden dieses Gegenstück zur Einfamilienhüsli-Wohnkultur cool. Von Ghetto keine Spur! Die Bewohnerschaft war sehr gemischt, kulturell wie auch altersmässig. Die Siedlung direkt am Fluss gelegen, viel Grün und viel Freiraum, direkte Busverbindung ins Stadtzentrum, was will man mehr.. Antworten


Rose Jenni

19.03.2010, 10:25 Uhr
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EFH verbrauchen zuviel Bodenfl. Bestehende EFH bleiben. Neubauten möglichst wenig Bodenfläche in die Tiefe und Höhe bauen. Qual. hochstehender Wohnraum, Infrastrukturen für div. neue Lebensformen, umweltspezifische Vorteile: - Abfalltrennungsspez. Müllschluckersystem, -Biogas-, Solar-, Wind- Erd-Energie - Shuttleservice, - Grosswgn. für WGs, grossfl.Luxuswohnungen u. kl. günstige Wgn. Einzeltürme Antworten


Laurent Tschan

18.03.2010, 14:38 Uhr
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Meine Frau und ich wohnten in den 90er - Jahren in der Siedlung "Le Lignon" im kleineren der 2 Hochhäuser, im 26. Stock. Von Ghetto haben wir nicht viel verspürt denn wir kannten mehrere Nachbaren und Bewohner des gesamten Quartiers. Die Wohnung war auch schön und bot eine Aussicht bis weit über Chancy (westlichster Punkt des Landes). Antworten


Thomas Madai

17.03.2010, 16:59 Uhr
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Würde es vermehrt solche S-Siedlungen geben und vom Staat mit Baubewilligungen gefördert, dann gebe es endlich mehr günstige, praktische Wohnungen in hohem Standard. Der Platz würde besser ausgenutzt, die Nebenkosten geringer, die Leute bräuchten kein Auto für Ihre Einkäufe, die Mütter könnten Ihre Kleinkinder in der Siedlungs-Krippe unterbringen und Pensionierte finden sympathische Gesellschaft. Antworten


Christian Mueller

16.03.2010, 15:58 Uhr
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Hässlich oder nicht - Die Menschheit braucht günstigen Wohnraum. Wenn Sie, geschätzte Kommentatoren, lieber in Barockhäusern wohnen, dann können Sie die Steinmetze ja selbst bezahlen. In der Zwischenzeit geniesse ich meine geräumigen 100 m^2 mit modernen Ausbaustandard für einen fairen Preis. Bloss weil die Häuser von aussen hässlich sind, heisst das nicht, dass die Wohnungen innen hässlich sind. Antworten


Walter Mehl-Reich

15.03.2010, 11:36 Uhr
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Stillose Architektur gehört ganz sicher nicht denkmalgeschützt. Das gilt auch für einzelne Bauten die vielleicht die Epoche der kalten nichts sagenden Architektur mit eingeläutet haben. Leider haben Architekten ganz generell keinerlei Sinn für wahre Ästhetik, anders kann man sich die furchtbaren Büro-Industrie-Bauten nicht erklären in denen viele Menschen heutzutage wohnen müssen. Antworten


Aschy Furrer

15.03.2010, 11:05 Uhr
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Das Basler "Rhypark" passt nicht in diese Diashow - diese Ueberbauung ist im Vergleich zu den anderen gezeigten ein Winzling und gut 30 Jahre neuer - ist daher in Sachen Alter und Baustandard nicht vergleichbar. Grundsätzlich bevorzuge ich Grossüberbauungen gegenüber jeglichen EFH-Ghettos mit Chemierasen, Hägli, Gartencheminée, Carport und Sichtschutzhecke... Antworten


Ursula Barbier

15.03.2010, 10:20 Uhr
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Seit Juli 1967 wohnen wir in Le Lignon jetzt in der 5. Wohnung den Bedürfnissen der Familie angepasst, die zuerst grösser, dann kleiner wurde. Das Leben hier, in den hellen, sonnnigen Wohnungen, grössten Teils ohne vis-à-vis, mitten in der Natur, hat fast nur Vorteile! Das Quartier ist ruhig, da nur Anfahrstrassen vorhanden sind. In 15 Minuten sind wir per Bus in der Stadt oder am Flughafen. Antworten


Markus Hächler

12.03.2010, 10:47 Uhr
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Bitte unterscheiden: Der Denkmalschutz ist eine Behörde und lebt von Steuergeldern. Er erlässt Verfügungen mit mehr oder weniger Sinn. Der Heimatschutz ist ein Verein und lebt vom Schoggitaler. Er setzt sich dafür ein, dass schöne oder historisch wertvolle Gebäude und Anlagen nicht abgerissen werden. Wer gern wo wohnt oder wohnen muss, ist individuell. Also bitte keinen Glaubenskrieg. Antworten


Res Zaugg

12.03.2010, 07:27 Uhr
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Diese Architektur vertrömt den Charme des realen Sozialismus der DDR und hat eine frappante Ähnlichkeit mit den DDR-Plattenbauten. Es ist ein Rätsel wie man Erwägung ziehen kann, solche Verbrechen an der Bautechnik unter Schutz stellen zu wollen. Antworten


Daniel Rotzinger

11.03.2010, 23:16 Uhr
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Ich habe noch nie in dieser Art gelebt. Es fehlt an Phantasie. Oder doch lieber elektronische Fussfessel im Chalet? Antworten


ruedi lanz

11.03.2010, 20:29 Uhr
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Da wird prophezeit, dass wir in ein paar Jahren neun bis zehn Millionen Einwohner haben. Woher nehmt ihr das Land, wenn jeder Egoist ein Einfamilienhaus von mindestens 600 Quadratmetern will? Also muss dichter und höher gebaut werden, umsomehr, weil zudem das Bauland viel zu teuer ist! Antworten


Jürg Hofmänner

11.03.2010, 20:27 Uhr
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Habt ihr METROPOLIS von Fritz Lang gesehen? Antworten


Dario Gut

11.03.2010, 19:30 Uhr
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Der Wiener Karl-Marx Hof ist 1100 Meter lang und damit 84 Meter länger als Le Lignon. Quelle: Wikipedia, List of longest buildings in the world Antworten


susanne beerli

11.03.2010, 18:54 Uhr
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In Zürich braucht es auch solche Vorhaben - architektonisch und gestalterisch unserer Zeit angepasst - um endlich die knappe Wohnsituation in der Stadt entgegenzutreten. Denkmalschutz hingegen ist in den meisten Fällen ein unnötiger Ressourcenfresser und Erneuerungssperre.. Antworten


Jürg Schmid

11.03.2010, 18:19 Uhr
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Nein. In eine solche Überbauung würde ich nie einziehen. Und dass man solche Ungeheuer noch unter Denkmalschutz stellt zeigt wie schief die einschlägigen Behörden samt Heimatschutz liegen, bzw. denken. Antworten


Nicole Meier

11.03.2010, 18:13 Uhr
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In so einem Kanichenstall lebt es sich Wunderbar. Bitte keine Luxus - überteuerten Sanierungen wie im Gäbelbach. Denn dann sind wie Wohnungen zu teuer. Ob so ein Quartier zum Ghetto wird oder nicht, das haben die Bewohner und die Verwaltungen in den Händen. Bitte keine Vorurteile, selber ein Bild machen von Aussen und Innen. Antworten


Madeleine Pohl

11.03.2010, 18:12 Uhr
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Nach Haiti, nach Chile, die Frage ist : was würde passieren in falls eines Erdbeben! Antworten


Claude de Vallier

11.03.2010, 18:06 Uhr
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Grossüberbauungen sollen nicht generell verboten werden. Aber strenge Auflagen und Qualitätskriterien sind nötig, sonst werden hässliche Renditeobjekte gebaut. Die französische Stadt Montpellier hat das hervorragend gelöst. Antworten


philipp glanzmann

11.03.2010, 17:51 Uhr
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der horror galt schon immer als vorlage für perfekte kunst, das galt für jedes märchen und film seit eh und je. Antworten


Andreas Konrad

11.03.2010, 17:40 Uhr
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Licht, Luft, Sonne und gute Architektur! Das Problem mit solchen Grossprojekten ist jedoch immer dasselbe: Architekten hirnen was Kluges aus und ertragswütige Bauherren quetschen dann jeder Wohnung nochmals 15 m2 ab. Das gibt dann in diesen Verhältnissen nochmals 300 Wohnungen mehr - die berüchtigten «Kaninchenställe». Ansonsten: Auch heute ist dieses konsequente Projekt noch wegweisend. Antworten


Murat Karasu

11.03.2010, 17:30 Uhr
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Die perfekte Siedlung für zukünftig entstehende Ghettos... Antworten


Paul Hahn

11.03.2010, 17:21 Uhr
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In meinen Augen sind die meisten Bauten der Neuzeit Schandflecken, allen voran solche Betonklötze. Alles ist nur noch ausgelegt auf niedrige Kosten und Pragmatismus und dementsprechend lieblos und einfallslos wird gebaut. Wo ist die Baukunst geblieben? Wo die Ästhetik? Die Synthese aus Formen und Verzierung? Auch in der Architektur ist der Verfall unserer Gesellschaft und Kultur deutlich ablesbar. Antworten


Hans Inauen

11.03.2010, 16:55 Uhr
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Mutet sich an wie ein Plattenbau aus dem ehemaligen Osten, sicher mit höherem Innenausbaustandart. Ich hatte einen Bekannten der wohnte im Telli in Aarau, als "Landei" kam mir das schon suspekt vor; aber ich denke Gebäude die in nächster Zeit nicht mehr realisiert werden sollten unter Denkmalschutz gestellt werden, vermutlich gibt es da neben urtüpischen Holzbauten im Wallis (k. Platz m. f. mehr) Antworten


Peter Vogler

11.03.2010, 16:50 Uhr
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Da könnte man ja die sogenannte Staumauer in der Aarauer Telli inklusive Tellihochhaus auch noch unter Denkmalschutz stellen.EFH versus Wohnfabrik,je grösser solche Wohnfabriken sind,umso mehr steigt der Ritalinverbrauch.Aber sollten einem diese Wohnfabriken mit der Zeit allzusehr stören,es gibt ja noch den boomenden Beruf des Sprengmeisters. Antworten


Tobias Vollenweider

11.03.2010, 16:39 Uhr
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Habe im Studentenwohnheim im Tscharnergut gewohnt. Weder empfand ich das Quartier als Getto noch war es so speziell, dass man es unter Denkmalschutz stellen müsste. Ausser unter den Studenten, gab es keinen Kontakt zu den übrigen Bewohnern. Wenn ein Hochhauskomplex denkmalgeschützt werden soll, dann eher das Gäbelbachquartier, in dem eine lebendige Gemeinschaft verschiedenster Kulturen entstand. Antworten


Jean-Francois Murois

11.03.2010, 16:05 Uhr
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Ich spreche Deutsch und Franzoesisch und wohne in dieser Siedlung. Wir sind ueber 56 Nationen die hier wohnen. Das Multikulturelle in der Schweiz hat endlich in Genf mit dieser Siedlung angefangen. Ich kenne aus Tunis noch die Zeiten eines Herrn Schwarzenbach.......die Schweiz in Genf ist Multikulturell. Moeglicherweise am Zuerichsee braucht es laenger......aber auch dort sind die Russen da. Antworten


Urgent Azizi

11.03.2010, 16:01 Uhr
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Es ist erstaunlich wie hochnäsig gewisse Leute argumentieren. Nicht jede Familie kann sich eine schmuckes EFH mit Solarzellen auf dem Dach leisten. Fragen sie mal die alleinerziehende Verkäuferin. Eine derartige Ignoranz ist ja nur stossend. Antworten


Erich Rothenbühler

11.03.2010, 15:57 Uhr
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In der heutigen Zeit mit den knappen Resourcen sollte man wieder vermehrt solche grossen Wohnhäuser bauen. Irgendwann ist die ganze Schweiz zubetoniert. Bestes Beispiel ist die Stadtgrenze zwischen Dietikon und Schlieren im Schönenwerd. In den 70ern gab es da noch eine Grünfläche, heute ist nicht mehr ersichtlich, wo Dietikon aufhört und Schlieren anfängt. Es wurde alles zubetoniert. Antworten


Ruth Meier

11.03.2010, 15:40 Uhr
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@Gero Müller der Karl-Marx-Hof ist 16m kürzer.. Ich denke le Lignon ist ein sehr gutes Beispiel für eine Epoche der Baukunst. So wie dir Romanik oder der Rokoko. Nur sind wir uns eben nicht bewusst dass alles was wir heute tun auch einmal Geschichte ist, die später analysiert und interpretiert wird. Antworten


David Gavin

11.03.2010, 15:37 Uhr
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Einerseits finde ich gewisse dieser Bauten aus architektonischer Sicht durchaus interessant und schützenswert, andererseits bin ich überzeugt (und diverse Verhaltensforscher stützen meine Meinung), dass der Mensch nicht dafür gemacht ist, auf so engem Raum (resp. in grosser Anzahl so nah beieinander) zu leben. Wo immer man schaut, je mehr Menschen auf engem Raum leben, desto mehr soziale Probleme… Antworten


Sandro Schaub

11.03.2010, 15:36 Uhr
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Le Lignon ist zweifellos ein architekturhistorisch spannendes Zeugnis aus den sechziger Jahren. Die Unterschutzstellung solcher Bauten greift jedoch meiner Meinung nach in den meisten Fällen zu kurz, da sie nur die Aussenfassade tangiert, während im Innern oft schamlos saniert werden darf. Schutzwürdigkeit heisst jedoch, das Innere und Äussere eines Gebäudes im Originalzustand zu belassen. Antworten


Frieda Lüscher

11.03.2010, 15:31 Uhr
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Le Lignon verdient es, unter Heimatschutz gestellt zu werden! Ich habe 15 Jahre (1968-83) gerne + gut dort gewohnt, eine schöne, ruhige Wohnung, grosse Wohnküche, Balkon, Garage und wunderbare Aussicht, alles zu einer vernünftigen Miete. Das Besondere an Lignon war, dass es von Anfang an mit allen Infrastrukturen (Bus, Schulen, Einkaufszentrum, Alterswohnungen, viel Grünflächen usw.) gebaut wurde. Antworten


Fritz Seher

11.03.2010, 15:25 Uhr
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@Pascal Weibel; stimmt ! Es war die goldene Zeit des Aufbruchs. Man glaubte an die Zukunft und baute Autobahnen usw. Heute wird durch die Linke Negativpropaganda alles was irgendwie nach Fortschrittt riecht, sofort ideologisch abgeblockt. Antworten


Eva Grdjic

11.03.2010, 15:16 Uhr
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Ausser den Baufirmen möchte in der Schweiz niemand so unklug bauen. Lasst das Ding stehen. Antworten


Siczek Tomasz

11.03.2010, 15:05 Uhr
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Diese Bauten gehören ganz sicher unter Denkmalschutz. Heimatschutz fördert nicht die Zersiedelung, sondern es sind die Baufirmen, die immer und überall bauen müssen, unsere Kultur und Geschichte zerstören und am liebsten alles beseitigen und wieder auf- und bebauen würden, damit nichts mehr so aussieht wie früher und sie immer mehr Geld einkassieren können. Antworten


Kevin Käser

11.03.2010, 15:05 Uhr
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@Hans Meier: Ist Le Lignon nicht genau die Gegenthese zur Zersiedelung? Stellen Sie sich den Bodenbedarf vor, wenn man diese 5700 Personen in 3-stöckigen MFH oder gar EFH unterbringen würde. Und aufs Dach solcher Höchhäuser bekommen Sie - neben Handy-Antennen - sicher auch jede Menge Solarpanels. Man muss nur wollen. Antworten


Igor Neuffer

11.03.2010, 15:04 Uhr
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Eigentlich finde ich Platten gut. Da steht sehr viel Wohnraum zu Verfügung, der günstig ist und auch von normalen Arbeiterfamilien bezahlt werden kann. Von daher, Thumbs up. Sonst kommen irgendwelche Spekulanten und bauen da Luxuswohnungen. Unbedingt erhalten und vor dem Abriss schützen. @ Frau Moana So, so, weil sie keine Solarpanels installieren dürfen, sollen hunderte von Menschen ausziehen Antworten


Gero Müller

11.03.2010, 14:56 Uhr
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Ob der Lignon wirklich der längste Wohnblock Europas ist, wage ich zu bezweifeln. Der in den 1930-er Jahren durch ein städitsches Wohnbauprogramm in Wien entstandene Karl-Marx Hof könnte diese Liste noch toppen. Vorbildlich ist sicher der verhältnismässig grosse Anteil an Grünfläche bei diesen Überbauungen. Antworten


Soraya Moana

11.03.2010, 14:52 Uhr
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Diese Kaninchenställe sollen schützenswert sein? Dafür dürfen wir keine Solaranlage auf unserem Haus installieren? Lächerlich! Antworten


Pascal Weibel

11.03.2010, 14:49 Uhr
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Da bin ich einverstanden. Le Lignon – was war das für eine optimistische Zeit, als man solche futuristischen rationalistischen Gebäude baute! Vermutlich war die Zeit damals die Hochblüte unseres Landes. Doch je länger je mehr werden solche Wohnformen in der engen Schweiz wieder gefragt sein, vielleicht noch eine Spur individueller. Antworten


Hans Meier

11.03.2010, 14:41 Uhr
Melden

Diese Bauten gehören ganz sicher nicht unter Heimatschutz, genauso wie ca. 90% der bereits unter Heimatschutz stehenden Bauten. Der Heimatschutz ist einer grössten Bauverhinderer in der Schweiz und sollte eingeschränkt werden. Der Heimatschutz fördert die Zersiedelung und verhindert Solarpanels und Energiesparmassnahmen. Antworten



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