Kultur

Wir sind alle Rüdisülis

Oder warum die Zersiedelung eine Erfolgsstory ist – ökonomisch, sozial und als Naturgenuss: eine Rede von Architekturkritiker Benedikt Loderer.

1/4 Geschäftsgebäude und Bauernhäuser in Sihlbrugg, Kanton Zug.
Bild: Keystone

   

«Ich muss Ihnen ein Geständnis machen: Ich halte die ganze Empörung über die Zersiedelung für ein Lippenbekenntnis. Einfache Frage: Wie viele Quadratmeter Wohnraum beanspruchen Sie pro Kopf? Ich 90, und ich liege damit weit über dem Durchschnitt von rund 50. Dass dies in der Bieler Altstadt geschieht, ist nur ein mildernder Umstand, aber kein Freispruch. Vor einer Generation waren es noch 30. Diese Differenz entspricht ziemlich genau der Zersiedelung.

Worauf will ich hinaus? Auf den fundamentalen Unterschied zwischen Produktion und Konsum. Angewendet und dargestellt an jenem Stück Erdoberfläche, das die Schweizerische Eidgenossenschaft verkörpert. Als noch 85 Prozent der Schweizer von der Landwirtschaft lebten, das übrigens kärglich und von Hunger bedroht, da war es klar: Der Bauer brauchte Land, keine Landschaft. Das Land war neben seiner Arbeitskraft das entscheidende Produktionsmittel. Darum hat er zum Land Sorge getragen, hat zum Beispiel seine Siedlung auf das Minimum reduziert, weil ihn das Land reute, das er nicht bebauen konnte. Ob Streusiedlung oder Haufendorf, nie hat er das Land vergeudet. Dafür war es zu wertvoll.

Opium der Normalos

Wer heute auf dem Lande lebt, braucht wenig Land, aber will viel Landschaft. Die Landschaft ist zum Genussmittel geworden, zur Droge des Mittelstands, zum Opium der Normalos. Ein herrenloses Gut, wer will eines, das uns allen gehört, obwohl der Zugang dazu doch sehr undemokratisch organisiert ist. Das Stichwort Seeanstoss erklärt, was ich meine.

Das Land hingegen, die wenigen Hundert Quadratmeter fürs Hüsli, die werden konsumiert. Die Leute, die heute auf dem Land und nicht vom Land leben, sind Konsumenten, Landkonsumenten. Wie wir alle wissen, zerstört der Konsum das, was er konsumiert. Drastisch ausgedrückt: Der Kuchen wird Kacke. Ein Naturgesetz. Zwar ist der Dünger auch wertvoll, leider auf einem viel tieferen Niveau. Das Produktionsmittel wird zum Konsumgut. Dieser Übergang ist die Zersiedelung. Zusammenfassend: Zersiedelung ist Konsum.

Ich bin überzeugt, dass der Konsum das Subjekt der Geschichte ist. Nicht Gott oder der legitime Herrscher, weder der Zeitgeist noch das Volk oder das Proletariat sind die Beweger der Geschichte, nein, es ist der Konsum. Die Welt wird von der Gefrässigkeit regiert. Das meine bescheidene Einsicht in den Lauf der Welt. Und es gilt das Grundgesetz: Der Hunger kommt vom Fressen, und der Durst kommt vom Trinken.

Die Verehrung führt zur Verheerung

Ist das Land kein Produktionsmittel mehr, sondern ein Konsumgut, tritt an die Stelle der Arbeit der Genuss. Naturgenuss ist nach dem Alkoholismus die am weitesten verbreitete Volkskrankheit in der Schweiz. Vermutlich sind auch Sie vom Morbus Naturae sentimentalis befallen, von der heutigen Form der Lustseuche.

Wenn man das verstanden hat, dann ist die Zersiedelung keine moralische Frage mehr. Das glaubten nur die Naturschützer der alten Sorte. Die Unberührtheit der Natur, namentlich der Berge, die, wie wir wissen, heilig sind, ist längst durch Massenvergewaltigung aufgerieben worden. Heute muss man den Grundwiderspruch unserer Naturseligkeit anerkennen: Die Verehrung führt zur Verheerung. Jede Erstbesteigung endet mit einem Skilift.

Wer die Natur wirklich bewahren will, muss sie in Ruhe lassen, der Stubenhocker ist der beste Naturschützer. Im Umkehrschluss heisst das: Wer es mit Naturschutz ernst meint, wiederum in den Alpen als Beispiel, der stellt als Erstes die Skilifte und Bergbahnen ab. Der Tourismus ist reiner Konsumismus, das Kaufen von Naturgenuss, das Ausleben der Volksseuche. So viel zur Illustration.

Konsumfähiges Land

Wer verstanden hat, dass der Konsum das Subjekt der Geschichte ist, der hat mit dem Prozess der Zersiedelung keine Mühe. Es geht um das Einkassieren des Mehrwerts, Pardon, um die Realisierung von Chancen, genauer um die Verwirklichung des Konsums. Ein Stück Land, das nicht in einer Bauzone liegt, ist für den Konsum wertlos. Nur eingezontes Land ist wirklich konsumfähig. Alles Land gehört in die Bauzone, erst dann ist der Konsum wirklich frei.

Darum muss man unter anderem darauf hinarbeiten, dass das bäuerliche Bodenrecht zuerst durchlöchert und später abgeschafft wird, zumindest in den vielversprechenden Lagen. Der ganze Genferseebogen mit diesen putzigen Weinbergen zum Beispiel ist reine Verschwendung. Ich nenne Ihnen nur ein einziges Stichwort: Goldküste. Wer von Konsum etwas versteht, versteht.

Doch werden wir konkret und beispielhaft. Ich nehme den landläufigen Fall eines Einfamilienhauses in der Gemeinde Hintergiglen, um Ihnen die Verhältnisse zu verdeutlichen. Es war einmal ein Acker am Rand des Dorfes. Dem wackeren Eigentümer, dem rechtschaffenen Bauern Johann Rüdisüli, der damals auch sparsamer Gemeinderat war, gelang es, den Blätz Land in die Bauzone zu bringen. Dies erreicht, verkaufte Bauer Rüdisüli an den aufgeweckten Architekten Friedrich Findig. Der fand den soliden Gymnasiallehrer Ulrich Merk, der lange schon von einem ehrlichen Hüsli träumte.

Gewinn an Sozialprestige

Die Kettenreaktion, die dieses Zusammentreffen auslöste, kennen Sie. Ich beschränke mich darauf, einige Leute aufzuzählen, die daran verdienten: Bauer Rüdisüli am Land, der Notar Gotthelf Ehrsam am Grundbucheintrag, der Architekt Findig am Architektenauftrag, Baumeister Ehrlich, Sanitärunternehmer Rohrer, Maler Farbig und alle andern Bauhandwerker und Zulieferer bis hin zur Vorhangstoffweberei.

Die Gemeinde Hintergiglen kassierte die Gebühren und später die Steuern, und nicht zuletzt profitierte der Gymnasiallehrer Ulrich Merk und seine Familie, die nun doppelt so viel Wohnraum hatte, in einer jugofreien Gegend wohnte, einen Gewinn an Sozialprestige einstrich und weniger Steuern zahlte und noch von der Wertsteigerung des Grundstücks profitierte.

Merk bewohnt seither sein Sparschweinchen. Der Verwandlungsprozess von Produktions- in Konsumland befriedigte alle Beteiligten tief und brachte allen einen Profit. Zusammenfassend: Die FdP, die «Fédération des Profiteurs», hatte sich bewährt. Die Zersiedelung ist eine Erfolgsgeschichte, ökonomisch, sozial und als Naturgenuss.

So viel Zersiedelung wie Geld

Da der Konsum das Subjekt der Geschichte ist, diktiert er seine Regeln. Die erste davon lautet: Wachstum ist nötig. Darüber sind wir uns stillschweigend alle einig: Ja gewiss, Wachstum ist nötig. Denn ohne verfehlen wir das unausgesprochene Staatsziel: Wir wollen reich bleiben und reicher werden. Wer kann da noch gegen die Zersiedelung sein? Wir sind es nur aus ästhetischen Gründen und immer nur auf dem Land des Nachbarn.

Selbstverständlich war Gymnasiallehrer Merk ein Grüner, einer der ersten im Dorf, der Erste auch, der im Garten ein Biotop einrichtete. Gegen den Bau weiterer Hüsli hat er sich mit Einsprachen gewehrt. Stoppt die Zersiedelung! Vergeblich, leider, und seither fühlt sich Merk in seinem Naturgenuss empfindlich gestört.

Solange der Konsum das Subjekt der Geschichte ist, gilt die zweite Hauptregel: Es gibt so viel Zersiedelung in der Schweizerischen Eidgenossenschaft, wie Geld dafür vorhanden ist. Anders herum: Man kann nicht gleichzeitig das Wachstum fördern und die Zersiedelung hindern. Alle Merks sind gegen die Zersiedelung, solange es die des Nachbarn ist, Lippenbekenntnisse eben.

Vade retro, Satanas

Doch vielleicht ist es der Neuen Helvetischen Gesellschaft mit dem Aufbruch ernst. Sie haben zwei Wege. Entweder Sie nehmen Abschied vom Wachstum und von der Staatsmaxime «reicher werden», was gegen Treu und Glauben ist, denn hierzulande gilt die Bestandesgarantie. Oder Sie schränken den Landverbrauch mit wirklich radikalen Massnahmen ein. Die erste: Das Baugebiet wird geschlossen. Mehr als heute darf nirgends mehr überbaut werden, eingezont oder nicht. Die zweite: Die Verdichtung wird verordnet. Dort nämlich, wo noch viel Platz ist, in den Villen- und Einfamilienhauszonen.

An allen Goldküsten des Landes hat es noch Platz für mindestens doppelt so viele Leute. Die dritte: Sie führen die Kostenwahrheit ein. Am besten beginnen Sie mit dem Verkehr, dem individuellen wie dem öffentlichen. Verrechnen Sie bitte auch die Folgekosten.

Ich höre hier auf, denn längst schon haben Sie erkannt: Der will unseren Konsum einschränken. Vade retro, Satanas, und wehret den Anfängen!

Gut, ich beuge mich Ihren wohlerworbenen und hart erarbeiteten Konsumansprüchen, doch bitte ich Sie: Behaupten Sie nie wieder, Sie seien gegen die Zersiedelung. Sie ist ungefähr so glaubwürdig wie der Bauer Johann Rüdisüli.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 08.04.2010, 17:17 Uhr

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31 Kommentare

Barbara Marty

26.04.2010, 14:56 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Solange Private mit Bodenverbrauch Geld verdienen, sehr viel Geld!, während die öffentliche Hand die Infrastruktur bezahlt, solange werden wir das Problem der Verschwendung des Bodens nicht in den Griff bekommen. Die Lebensgrundlagen Wasser, Luft und Boden müssten im Besitz der Allgemeinheit der Spekulation entzogen sein - und Bauer Rüdisühli hätte keinen Grund mehr, seinen Boden zu verkaufen. Antworten


steffen martens

09.04.2010, 16:29 Uhr
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Nichts neues, dieser Artikel. Die schöne Landschaft habt ihr Schweizer euch schon lange verbaut, lediglich der Mythos ist davon noch nachhängig. Ich bin ein Vertreter des Kapitalismus - was bringt es schon in einem Urlaubsparadies zu Wohnen, ohne Einkommen? Die Lösung für die Zukunft: alle Berge abtragen, als Baumaterial nach China verkaufen - Konsumraum und sanfte Hügel schaffen. Perfekt! Antworten


Gabriela Bonin

09.04.2010, 10:56 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Danke, Herr Loderer. Gescheiter Beitrag. Und ich stimme bei: Weniger Konsum wäre die Antwort. Nicht nur in Bezug auf Zersiedelung. Antworten


Lukas Eppler

09.04.2010, 08:16 Uhr
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Wir wohnen in der Stadt. Mieten sind im allgemeinen enorm teuer, wenn man Platz für eine Familie braucht. Was ist denn das Ziel, wo soll der Wohnraum hin? In die Agglomeration? Wohnbunker bauen um die Natur freizuhalten? Oder gibt es irgendwo noch eine zahlbare Chance, Kinder in den Wald schicken zu können um zu spielen? Antworten


marie berner

09.04.2010, 07:52 Uhr
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Ja, Herr Loderer, lassen sie ihren Worten Taten folgen, ziehen sie in eine kleinere Wohnung. Halb so gross. Ach nein, sie wollen nicht? Sparen und sich beschränken sollen eben immer die anderen! Aber Hauptsache gut gejammert, das erleichtert das Gewissen. Antworten


Kurt Luder

09.04.2010, 06:07 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Erstens ist es ein Unterschied ob Einfamilienhäuser oder Zweckbau-Fabriken ins hinterste Bergtal gebaut werden, welchen wiederum Zweckbau-Wohnsilos für die meist neu zugezogenen Fabrikarbeiter folgen und zweitens wird der Landwert einer verbetonisierten Landschaft zweifellos langsam an Attraktivität und deshalb an Wert verlieren. Der Landschaftsbonus in der Schweiz ist verspielt. Antworten


René Bosshard

09.04.2010, 02:01 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Verdichtetes Bauen klingt schön, wer aber möchte «verdichtet» leben? Ich lebe in einem Land das 4x so gross ist wie die Schweiz bei 500'000 Einwohnern (Suriname). Hier finde ich Raum, Hinterland. Landschaft! Ja. wir sind zu viele in der Schweiz, unabhängig vom Pass. Die Dosis macht das Gift. Eine Ökonomie muss auch erwachsen werden – Wachstum am falschen Ort wird zum Krebsgeschwür – sehr ungesund. Antworten


Cornelius Hauser

09.04.2010, 01:52 Uhr
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Nicht schlecht! Und weiter? Grösser + länger?! CH ist die City von EU. Und wie funktionieren Citys in GrossStädten? Es werden ein paar Erholungszonen ausgeschieden. Der Rest wird zugebaut nach Bedürfnis. Das heisst für CH in EU in 1-200 J.? Wir scheiden ein paar schöne Flächen aus, der Rest wird zugebaut nach Bedürfnis (Geld). Ist doch nicht schlecht. CH brummt, wir sind reich und alle zufrieden. Antworten


Werner Duke

09.04.2010, 00:24 Uhr
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(über-) Konsum hat mehrere Zivilisationen erstickt (Kollaps, v. J. Diamond). Konsum-Resourcen sind 2 Seiten des gleichen. Konsum von nicht-erneuerbaren Resourcen ist Sackgasse: zB öl, aber auch Phosphor, Cu etc. Einige natürl. Abläufe sind auf lokal-Zyklen basiert: wir haben viele Zyklen offen gemacht. Wachstum ist daher Idiotie. Antidot: Wohnraum fur 2 von 500'000 m2, funktioniert übrigens gut. Antworten


Dominik Scheibler

08.04.2010, 23:57 Uhr
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Was genau ist das Problem an Zersiedlung? Z.B ist in (alten) Städten, die Biodiversität markant höher ist als im angrenzenden ausgeräumten Agrarland. Besiedlung nimmt den Besiedler in die Verantwortung das Land mit sorgfalt zu pflegen und zur Schöpfung sorge zu tragen! Und darum ist der naturferne Stubenhocker ein schlechter Naturschützer wenn er sich ein EFH kauft, weil er sie nicht versteht! Antworten


Marianne Benteli

08.04.2010, 21:56 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Der beste Beitrag, den ich seit langer Zeit gelesen habe. Danke "Stadtwanderer"! Antworten


Werner Duke

08.04.2010, 20:11 Uhr
Melden

(über-) Konsum hat mehrere Zivilisationen erstickt (Kollaps, v. J. Diamond). Konsum-Resourcen sind 2 Seiten des gleichen. Konsum von nicht-erneuerbaren Resourcen ist Sackgasse: zB öl, aber auch Phosphor, Cu etc. Einige natürl. Abläufe sind auf lokal-Zyklen basiert: wir haben viele Zyklen offen gemacht. Wachstum ist daher Idiotie. Antidot: Wohnraum fur 2 von 500'000 m2, funktioniert übrigens gut. Antworten


Laurin Ilg

08.04.2010, 20:04 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Eine erbärmliche Sicht der Dinge, die leider den Zeitgeist einer gewissen Bevölkerungsschicht wiederspiegelt. Sich ja nicht einschränken, sich ja nicht verantwortlich zeigen für irgendetwas und einfach nur auf Kosten der kommenden Generationen den eigenen Egoismus ausleben. Antworten


Peer Russo

08.04.2010, 19:00 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Die Zersiedelung aufhalten ist etwa gleich utopisch wie die 2000 Watt Gesellschaft. Wer möchte in einem Land leben dessen Grundmaxime Verbote sind. Antworten


Hasler Lukas

08.04.2010, 18:47 Uhr
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Ein guter Artikel, der in vielen Punkten den Nagel auf den Kopf trifft und die weit verbreitete Doppelmoral der "Grünen" aufzeigt. Dennoch behaupte ich durchaus: Ich bin gegen die Zersiedelung! Unter anderem deswegen bin ich auch vom Lande in die Stadt gezogen und habe nicht vor, jemals ein Einfamilienhaus bauen zu lassen. Ich gehe sogar so weit, dass ich die Existenz von Dörfern für unnötig halte Antworten


Hanspeter Niederer

08.04.2010, 18:44 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Je mehr Menschen es gibt, umso mehr Dichte-Stress entsteht. Je mehr Dichte-Stress entsteht, umso mehr Einschränkungen durch Gesetze sind nötig. Es gibt ein wirklich kolossal grosses Tabu in dieser Gesellschaft: die Infragestellung von Wachstum! Je weniger Menschen es gibt, umso weniger Einschränkungen für den Einzelnen wären nötig. Und die skandalös hohen Mieten würden massiv sinken! Antworten


Franz Karrer

08.04.2010, 18:26 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Zuerst muss man sich die Frage stellen warum gebaut wird ? Die Wohnbautätigkeit geht in erster linie auf das wachstum der Bevölkerung zurück, die brauchen arbeitsplätze, infrastruktur und und und. Antworten


Remo Meier

08.04.2010, 18:26 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Kostenwahrheit im Strassenverkehr und eine adäquate Grundstücksteuer bei Neubauten, die proporional zur versiegelten Fläche ist, das wäre eine einfache, wirksame und liberale Lösung. Antworten


Stephan Schwan

08.04.2010, 18:16 Uhr
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Die Welt wird von Gefrässigkeit regiert: spricht aus dem Artikel trotz aller sprachlicher Brillanz Verbitterung, die sich in Sarkasmus entlädt, oder ist das die exemplarische Ausrede aller Konsumgewinnler? Der Konsum ist schuld, nicht unser Konsumieren, der Krieg ist schuld, nicht die Menschen, die in den Krieg ziehen usw. Hoffentlich eine diskussionsanstossende Provokation, das Ganze, keine Farce Antworten


Fritz Michel

08.04.2010, 18:08 Uhr
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Wer das Konkrete hat, muss sich um dessen Relativierung nicht sorgen. Antworten


Patrick Tanner

08.04.2010, 18:02 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Die Gründe der Zersiedelung sind genannt worden: Bevölkerungswachstum durch Masseneinwanderung dank Personenfreizügigkeit, mehr beanspruchter Wohnraum, die Gemeindeautonomie beim Zonenplan, erhöhte Mobilität, immerwährendes Wirtschaftswachstum etc. Die Ressource Land ist jedoch beschränkt, darum muss die Landschaftinitiative (20-jähriges Bauzonenmoratorium) umbedingt angenommen werden. Antworten


Martin Lerjen

08.04.2010, 17:59 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Es ist berührend, wie Loderer sich mit seinem Holzweg geradezu ins Abseits kokettiert. Nicht der Konsum ist das Subjekt der Geschichte, sondern die Ressourcen. Das war früher so und wird es zum Ende der Öl-Zeit wieder sein. Antworten


Gerhard Keller

08.04.2010, 17:54 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Ausgezeichneter Artikel. Zersiedlung ist immer auch Identitätsverlust und in einem kleinen Land mitten in einem nicht abzusehenden Prozess der europäischen Länder doppelt fatal. Weil Konsum eben so gleich macht. Antworten


Marco Pfiffner

08.04.2010, 17:40 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Ich nehme es mal an das dies sehr ironisch gemeint war....nun alles gut und recht nur die Frage sollte eigentlich sein welche Schweiz wollen wir. In den letzten 60 Jahren wurde mehr gebaut als alle Jahrhunderte vorher zusammen. Soll es so weiter gehen ? Jedes Jahr 100000 Menschen mehr.....macht es Sinn Ferienwohnungen zu bauen welche 2-3 Wochen im Jahr besetzt sind? Etc.etc.... Antworten


Beat Flach

08.04.2010, 17:34 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Selbst das allerschwächste Mittel gegen die Zersiedlung, die Mehrwertabschöpfung (Teilhabe des Staates an finanziellem Mehrwert durch Planungsvorteile, der gerade mal 4% der Bevölkerung getroffen, aber dem raumplanenden Staat etwas Handlungsspielraum gegeben hätte, um den haushälterischen Umgang mit dem Boden zu fördern) wird von der FDP mit der SVP und der CVP im Schlepptau vehement bekämpft! Antworten


Tim Kerner

08.04.2010, 17:33 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Das Thema "Zersiedelung" hat eine viel einfachere Ursache: auf der kleinen Fläche der CH hat es viel zu viele eigenständige Gemeinden (ca. 2500!). Jede Gemeinde meint dann, möglichst viele Zonen zu haben (Industrie, Gewerbe, MFH- und EFH-Wohnzonen etc.). Das macht von vornherein eine geordnete Besiedlung der Schweiz praktisch unmöglich. Also müssen endlich im grossen Stil Geimeinden Fusionieren. Antworten


Hans Muster

08.04.2010, 17:24 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Sehr schöne Darstellung unserer Doppelmoral. Selten so gelacht - Gratulation! Antworten


Benjamin Müller

08.04.2010, 17:16 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Eines hat Loderer vergessen: Die Bevölkerung in der Schweiz wächst jährlich um 100'000 Leute. Diese müssen irgendwo wohnen, und wer es sich leisten kann, wohnt eben "schön", im (noch) unverbauten Grünen. Es geht nicht darum, die Einwanderer als solche zu verurteilen oder sie als "Fremde" nicht zu mögen, aber die Einwanderung ist die Quelle des Zersiedelungproblemes! Antworten


heinz rüegsegger

08.04.2010, 17:12 Uhr
Melden

bin gegen zersidelung, das zu stoppen muss möglich sein! Denn wäre dem nicht so, so gäbe es "bald" einmal 14.537 Milliarden Menschen in der Schweiz, was mir zimlich unmöglich erscheint. Antworten


Hans Inauen

08.04.2010, 17:08 Uhr
Melden

Es gibt auch soziale Zersiedelung. Die Scheidungsrate in der Schweiz erfordert viel mehr Wohnraum als der Zuzug von Ausländern. Ein kurzes Beispiel. Ehepaar mit 2 Kindern lässt sich scheiden, die Frau bleibt mit den Kindern im EFH. Mann liiert sich mit einer geschiedenen Frau mit 1 Kind. Er möchte noch nicht bei ihr wohnen = 4 Wohneinheiten für 7 Pers. = früher war das eine Grossfamilie, war super Antworten


Mike Müller

08.04.2010, 16:56 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Treffend formuliert. Neben den heute höheren Ansprüchen an Wohnraum (50 m2 vs. 30 m2) ist auch die Bevölkerungszunahme zu nennen: gut 6 Mio. (1970) vs bald 8 Mio. Einwohner (2010) - somit ein Wachstum von ca. 30% geht nicht spurtlos an einem Land vorbei. Irgendwann werden wir Schweizer bzw. die Menschheit als ganzes einsehen müssen, dass mehr Lebensqualität diametral zu Bevölkerungswachstum steht. Antworten



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