Kultur

«Piss Christ» zerstört

Aktualisiert am 18.04.2011 6 Kommentare

Zwei Ausstellungsbesucher haben in Avignon Werke des New Yorker Fotokünstlers Andres Serrano mit Schneide- und Schlagwerkzeugen traktiert.

Ein in Urin getauchtes Kruzifix: Fotokünstler Andres Serrano vor seinem von Vandalen zerstörten Werk «Piss Christ».

Ein in Urin getauchtes Kruzifix: Fotokünstler Andres Serrano vor seinem von Vandalen zerstörten Werk «Piss Christ».
Bild: Keystone

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«Piss Christ» zeigt ein in Urin getauchtes Kruzifix, «The Church - Soeur Jeanne Myriam» den Schoss und den Oberkörper einer meditierenden Nonne. Zwei Besucher fühlten sich durch diese Werke von Andres Serrano provoziert und beschädigten sie massiv. Drei Museumswärter, die einschreiten wollten, wurden von den Tätern mit Gewalt bedroht.

Bereits am Samstag hatten nach Museumsangaben rund 800 Ultra-Konservative und junge Integristen gegen die Schau im Kunstzentrum Lambert der südfranzösischen Stadt Avignon demonstriert. Das Museum für zeitgenössische Kunst schloss deswegen vorübergehend die Tore.

Intoleranz ist nicht hinnehmbar

Neben Werken von Serrano, der sich in seinen Arbeiten immer wieder mit Religion und Sexualität auseinandersetzt, sind in der Ausstellung «Ich glaube an Wunder» mehr als hundert Werke grosser zeitgenössischer Künstler wie Cy Twombly, Anselm Kiefer und Miquel Barceló zu sehen.

Der französische Kulturminister Frédéric Mitterrand nannte den Angriff auf die Bilder inakzeptabel. Er könne verstehen, dass das Bild «Piss Christ» schockieren könne, aber wer sich verletzt fühle, müsse sich an die Justiz wenden. «Jede Art von Gewalt, Zerstörung und Intoleranz ist nicht hinnehmbar», sagte Mitterrand. (net/sda)

Erstellt: 18.04.2011, 13:26 Uhr

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6 Kommentare

Kaiser Ueli

18.04.2011, 14:01 Uhr
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Hätte er gewagt, Mohammed in Urin oder Gülle zu tauchen, dann wäre der Mann heute nicht mehr am Leben. So etwas ist nicht Kunst, sondern einfach Müll eines Spinners, der in die Anstalt gehört. Antworten


Michael van Laack

18.04.2011, 23:15 Uhr
Melden 5 Empfehlung

Würden Christen so reagieren, wie es Moslems tun... kein sogenannter Künstler würde es wagen, relgiöse Symbole in Urin zu tauchen, Schweine ans Kreuz zu nageln oder Domtüren mit Fäkalien in Kunstoffbeuteln zu bekleben. Die gleichen Medien, die sich empört über die Koranverbrennung in den USA und verständnisvoll für die als Reaktion darauf erfolgten tödlichen Proteste in Afghanistan gezeigt haben, besitzen nun die Frechheit, jene Fundamentalisten zu nennen, die eine weitaus grössere Blasphemie beseitigen wollten. Würde ich z.B. in den Vorgarten eines deutschen Medienschaffenden urinieren, würde man mich mindestens als a****** beschimpfen und ggf erfolgreich verklagen. Ein Kreuz in Urin zu tauchen aber ist eine heilige Handlung oder doch zumindest ein Kunstwerk und somit automatisch mehrere tausend Euro wert? Leute, Ihr seit dekadenter und perverser als die Römer der Spätantike und die Borgia-Päpste zusammen! Antworten




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