Ammann Verlag am Ende
Aktualisiert am 10.08.2009 9 Kommentare
Damals liefs noch gut: Egon Ammann (rechts) mit seinem wichtigsten Autoren Thomas Hürlimann 2001. (Bild: Keystone)
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Spekulationen über den Zustand des Ammann Verlags kursieren schon lange. Der Verlag sei in Schwierigkeiten und habe sich von wichtigen Mitarbeitern trennen müssen, hörte man munkeln. Verleger Egon Ammann gab Probleme zu, dementierte aber stets, dass es dem Verlag schlechter gehe als anderen. Seit heute ist aber klar: Die Schwierigkeiten waren doch grösser, als der charismatische Patron vielleicht wahrhaben wollte: «Zum 30. Juni 2010 wird der Ammann Verlag seine publizistische Verlagsarbeit beenden», heisst es auf der Verlagshomepage.
Und weiter: «Die Gründe für diesen Entschluss liegen im fortgeschrittenen Alter der Verleger und in einer Marktsituation, die für Literatur zunehmend schwieriger wird. Ein Verlag mit dem Profil des Ammann Verlags ist eng an die verantwortlichen Personen gebunden und kann ohne sie nicht fortbestehen.»
Der Ammann Verlag hat in den 29 Jahren seines Bestehens Schweizer Autoren wie Thomas Hürlimann, Hansjörg Schneider und Ruth Schweikert veröffentlicht, aber auch von internationalen Schriftstellern wie Wole Soyinka, Ismail Kadare, Ralph Ellison, Zora Neale Hurston, Georges-Arthur Goldschmidt. Viel Beachtung und Anerkennung fanden die von Egon Ammann angeregte Dostojewski-Neuübersetzung oder die Pessoa-Reihe. Ökonomisch dürfte Éric-Emmanuel Schmitts Bestseller «Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran» das wertvollste Buch in der Geschichte des Verlags gewesen sein. (rb)
Erstellt: 10.08.2009, 15:38 Uhr






