Edgar Allan Poe: Albträume für die Ewigkeit

Sprechende Raben, mordende Affen, lebendig Begrabene: Poe verstört bis heute und ist in der Popkultur allgegenwärtig. Sogar die «Simpsons» erwiesen dem düsteren Dichter, der vor 200 Jahren geboren wurde, die Ehre.

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Edgar Allan Poes Leben kreiste ständig um den Abgrund. In Amerika war er als Alkoholiker verschrien, er versank in Depressionen, unternahm Selbstmordversuche. In seinen Geschichten geht es um lebendig Begrabene und die Geister von Toten, um Okkultes und Satanisches, Tod und Verfall – immer mit nüchterner schriftstellerischer Präzision erzählt.

Heute, da sich sein Geburtstag zum 200. Mal jährt, ist der grimme Dichter präsenter denn je – und nicht nur mit eigenen Werken. Poe ist Quelle der Inspiration für Opern, Gemälde oder Musicals, sogar ein Bier wurde nach ihm benannt. Gruselmeister wie H.R. Giger oder Stephen King nennen ihn als Vorbild. Und Arthur Conan Doyle, der Schöpfer des Sherlock Holmes, hat gesagt: «Wenn jeder Autor, der ein Honorar für eine Geschichte erhält, die ihre Entstehung Poe verdankt, den Zehnten für ein Monument des Meisters abgeben müsste, dann ergäbe das eine Pyramide so hoch wie die von Cheops.»

Auch Tarantino und Spears sind Poe-Fans

Der Einfluss Poes auf die dunkle Seite der modernen Kultur ist immens. Von Kafka gelesen und Hitchcock vergöttert, soll auch Borges seine Einbildungskraft an Poes düsteren Geschichten gestärkt haben. Und Tarantino zitiert ihn, indem er in «Kill Bill» Figuren bei lebendigem Leib begraben lässt. Der Regisseur, der Poe am häufigsten umsetzte, heisst aber Roger Corman. Insgesamt acht Poe-Filme hat die B-Movie-Legende in den 60ern mit Vincent Price gedreht. Und auch Musiker bedienen sich immer wieder beim Dichter. Die Liste reicht dabei von Marilyn Manson über Lou Reed hin zu Britney Spears – Poe ist amerikanisches Allgemeingut.

Bart Simpson als Rabe

Gerade in der Popkultur taucht Poe meist als verrücktes Genie oder als ein von Dämonen geplagter Künstler auf. Eine Tatsache, die wohl auf Poes häufiges Verwenden eines irren Ich-Erzählers beruht. Wie etwa im Klassiker «Die Schwarze Katze», wo der Erzähler davon berichtet, wie er sein Haustier und die eigene Frau ermordet. Apropos Popkultur: Poes bekanntestes Gedicht, «The Raven», wurde sogar von den Machern der Comicserie «Simpsons» aufgenommen. Papa Homer tritt darin als Erzähler auf – und geht elendiglich zu Grunde. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 14.01.2009, 15:27 Uhr)

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