Kultur

Freysinger gewinnt Lyrikpreis – Organisatoren wenig erbaut

Aktualisiert am 30.07.2009

Der Walliser SVP-Nationalrat Oskar Freysinger hat im Rahmen des Rilke-Festivals einen Lyrikpreis gewonnen. Die Arbeiten wurden anonym beurteilt.

Poesie-Preis: SVP-Nationalrat Oskar Freysinger.

Poesie-Preis: SVP-Nationalrat Oskar Freysinger. (Bild: Keystone)

Die Organisatoren zeigten sich aber am Donnerstag wenig erbaut darüber, dass der SVP-Nationalrat dies publik gemacht hat; offiziell werden die Gewinner erst nächste Woche bekannt gegeben.

Der Preis bilde die «Krönung» seiner bisherigen schriftstellerischen Karriere, sagte Freysinger am Mittwoch dem Westschweizer Radio. Allerdings ist er keineswegs der einzige Autor, der in Siders ausgezeichnet wird. Wieviele Preise an wen vergeben werden, will das Festival erst Anfang nächster Woche kommunizieren.

Die Organisatoren zeigten sich am Donnerstag gegenüber der SDA «erbost» über Freysingers Vorpreschen gegenüber der Medien. Das sei nicht die Art des feinen Mannes, sagte René-Pierre Antille, Präsident des Organisationskomitées, am Donnerstag der SDA.

Gewinn in der Laien-Kategorie

Der Lyrikwettbewerb des Rilke-Festivals wurde in zwei Kategorien ausgeschrieben: Für die Kategorie A konnten sich Autoren und Verlage mit bereits erschienenen Büchern melden, in der - eher für Hobbypoeten gedachten - Kategorie B durfte jeder ein Gedicht einreichen. Freysinger bewarb sich in der zweiten Kategorie.

Dass sein in Alexandrinern verfasstes Poem «Grenzen» Qualitäten hat, ist unbestritten. Denn die Teilnehmer wurden, wie es bei solchen Wettbewerben üblich ist, anonymisiert. Sein Name hat Oskar Freysinger also weder genützt noch geschadet. Im «Blick» meint Freysinger: «Ich hätte niemals gewonnen, wenn die gewusst hätten, wer ich bin.» (rb/sda)

Erstellt: 30.07.2009, 12:09 Uhr