Neo-Nazis in der Schweizer Alpenidylle

Von Christian Werder. Aktualisiert am 05.08.2009

Im Comic «Rechte Schergen in Schweizer Bergen» vom Zeichner Tobi kriegt es Antiheld Mäx mit einer rechtsextremen Bande zu tun.

Unangenehme Zeitgenossen: Rechte Schläger machen Mäx das Leben schwer.

Unangenehme Zeitgenossen: Rechte Schläger machen Mäx das Leben schwer.

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Tobi: «Rechte Schergen in Schweizer Bergen», 47 Seiten, Epsilon.

Mäx, der eigentlich Mäx Demetrius Gebhard Meier heisst, ist Schriftsteller und nicht gerade das, was man einen Draufgänger nennt. Seine ganze Erscheinung und sein Auftreten erinnern eher an einen liebenswürdigen, etwas schusseligen Looser. Einer, in dessen Wohnung die trink- und festfreudigen Kollegen regelmässig das nackte Chaos veranstalten und der danach von der Hauswartin gnadenlos zusammengestaucht wird.

Doch dann wird der berühmte Journalist Beat Nützli entführt, ein Bekannter von Mäx. Nützlis hübsche Tochter Ilona nimmt Kontakt mit Mäx auf, und gemeinsam machen sich die beiden auf die Suche nach dem Verschwundenen. Für den jungen Schriftsteller kommts zur grossen Bewährungsprobe, das Abenteuer beginnt.

Drogen und Verschwörung

Auf ihrer Recherchetour werden Mäx und Ilona schon bald von zwielichtigen Figuren verfolgt. In einem Berghotel deponieren die Typen Drogen im Zimmer des Pärchens. Fortan befinden sich Mäx und Ilona auf der Flucht – sowohl vor den Unbekannten wie auch vor der Polizei. Während ihrem Spiessrutenlauf kommen sie schliesslich einer grossen Verschwörung auf die Spur, bei der Asylsuchende von einer rechtsextremen Bande entführt und für Genmanipulationen an Menschen missbraucht werden. Ja, und plötzlich taucht auch Beat Nützli wieder auf…

Locker erzählte Story

Der Plot ist zwar etwas ausufernd und zuweilen übertrieben vielschichtig – zumal das Buch nur gerade 47 Seiten dünn ist. Doch der St.Galler Stefan Tobler Falk (42, alias Tobi) erzählt die Story, die vom renommierten deutschen Comic-Verlag Epsilon herausgegeben wird, leichtfüssig und unkompliziert.

Auch der Einbezug von Neonazis wird in «Rechte Schergen in Schweizer Bergen» nicht überstrapaziert. Sie sind ganz einfach die Bösen, die am Schluss aufs Dach bekommen. Die Zeichnungen schliesslich wirken nicht überladen und erinnern vom Stil her an «Tim und Struppi» – was durchaus als Kompliment zu verstehen ist.

Mit seinem ersten Comic-Buch legt Tobi – der auch schon Cartoons und Texte im «Nebelspalter» veröffentlichte – eine locker-flockige Geschichte ohne grossen Anspruch auf (politischen) Tiefgang vor. Die Unterhaltung steht im Vordergrund, driftet aber nie ins allzu Seichte ab. «Rechte Schergen in Schweizer Bergen» ist zwar kein ganz grosser Wurf, aber allemal gut gemachte, leicht konsumierbare Comic-Kunst für Jung und Alt. Geplant ist, dass weitere Abenteuer von Mäx als Serie bei Epsilon erscheinen sollen. Man darf gespannt sein.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 05.08.2009, 09:23 Uhr

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