Sekretärin findet unbekanntes Max-Frisch-Tagebuch

Der Suhrkamp Verlag will im März 2010 ein bisher unbekanntes Werk von Max Frisch veröffentlichen. Gefunden wurde dieses in den Unterlagen von Frischs Sekretärin.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Unter dem Titel «Tagebuch 3» schliesse das 184-seitige Typoskript an die berühmten beiden Tagebücher von 1950 und 1972 an. Das Manuskript sei kürzlich in den Unterlagen von Frischs Sekretärin entdeckt worden, sagte Suhrkamp-Cheflektor Raimund Fellinger gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

Frisch habe das im Frühjahr 1982 in New York begonnene Buch «Alice» - gemeint ist seine damalige Lebensgefährtin Alice Locke-Carey - gewidmet. In der Form gleiche «Tagebuch 3» seinen Vorgängern, teilte der Verlag am Donnerstag in Frankfurt mit. Es handle sich teils um Notate von wenigen Zeilen, teils um mehrseitige Passagen.

Die USA während der Reagan-Jahre

Frisch reflektiere darin über sich und sein Leben, sein Verhältnis zu Frauen und zu Freunden. Ausserdem äussert er sich laut den Angaben über die Situation in den USA während der Reagan-Jahre. Der Zürcher Schriftsteller («Stiller») hat die Einträge redigiert, ihre Abfolge festgelegt und dann der Sekretärin diktiert.

Er lebte Anfang der 1980er-Jahre zusammen mit der deutlich jüngeren Locke-Carey in New York. «Es spricht alles dafür, dass er 1984 nach der Trennung von seiner damaligen Lebensgefährtin auch die Arbeit an dem Manuskript eingestellt hat», sagte Fellinger.

Mit Kommentaren von Peter von Matt

Der Schweizer Literaturwissenschaftler Peter von Matt, Vorsitzender der Max Frisch-Stiftung in Zürich, werde das «Tagebuch 3» edieren mit den notwendigen Kommentaren versehen, kündigte der Verlag an.

Im ersten Tagebuch von Frisch, das 1950 im Gründungsjahr des Suhrkamp Verlags erschienen ist, geht es um die Jahre 1946 bis 1949, im zweiten um die Jahre zwischen 1966 und 1971. Das «Tagebuch 3» soll zu Suhrkamps 60-jährigen Bestehen erscheinen. (phz/sda)

(Erstellt: 18.03.2010, 16:19 Uhr)

Werbung

Ihre Spasskarte

Mit Ihrer Carte Blanche von diversen Vergünstigungen profitieren.

Die Welt in Bildern

Stahlharte Nerven: Die rund 400 Meter lange Hängebrücke bei Reutte in Tirol führt 112 Meter über dem Talgrund zum Schloss Ehrenberg und ist nur für Schwindelfreie.
(Bild: Harald Schneider ) Mehr...