«DRS-2-Mitarbeiter sind wahnsinnig verwöhnt»
Interview Rico Bandle. Aktualisiert am 12.01.2009 64 Kommentare
Erstaunt über die Bedingungen bei DRS 2: Journalistin und Buchautorin Margrit Sprecher. (Foto: Fabian Biasio)
Artikel zum Thema
Das Buch
Margrit Sprecher: Das andere Radio DRS 2. Reportagen vom Bruderholz. Fotos von Lucia Degonda. Verlag Neue Zürcher Zeitung. 205 S., ca. 48 Fr.
Sie kritisieren die DRS-2-Macher in Ihrem Buch scharf. Sollte man DRS 2 abschaffen?
Nein, auf keinen Fall. Seit ich das Buch geschrieben habe, höre ich mehr DRS 2 als je zuvor. Ich begreife aber nicht, weshalb der Sender ausschliesslich bewundert und gelobt wird. Mit so viel Mitteln und Freiheiten ist es keine Kunst, ein gutes Kulturradio zu machen. Im Vergleich zu Print-Journalisten sind die wahnsinnig verwöhnt.
Wie sind Sie vorgegangen bei Ihrer Recherche?
Ich bin Reporterin, eigentlich wollte ich das Buch erst gar nicht machen, da es sehr schwierig ist, schreibend ein Radio zum Leben zu erwecken. Deshalb gibt es auch kaum Bücher über Radio. Die Herausforderung hat mich dann trotzdem gereizt, zudem konnte ich so ein Gebiet kennen lernen, von dem ich nichts wusste. Von Januar bis Mai war ich fast täglich im Studio oder habe Mitarbeiter begleitet bei ihren Einsätzen.
Was hat Sie dabei am meisten erstaunt?
Ich dachte, ich würde Journalistenkollegen antreffen, doch bei DRS 2 arbeitet eine ganz andere Gattung Leute. Das sind eigentlich gar keine Journalisten, sondern Kulturschaffende, die auch Radio machen. Sie sind, gewissermassen, Partei.
Sie waren neidisch?
Ich bin kein neidischer Mensch, aber ich habe gestaunt, dass dies möglich ist.
Das finden Sie nicht richtig?
Doch, das ist doch wundervoll, wenn die das können. Aber noch einmal: Ich finde, dass die uneingeschränkte Bewunderung, die dieser Sender rundherum erhält, nicht zuletzt auch für die DRS2-Mitarbeitenden gefährlich ist: Es verdickt die Wände ihres Elfenbeinturms.
Sie beschreiben die DRS-2-Mitarbeiter als weltfremd. Wie kommen Sie darauf?
Es sind alles wohl abgefederte Existenzen, in jeder Beziehung. Jeder hat seinen eigenen Arbeitsvertrag, mal 45, mal 75 Prozent, je nach Hobby oder Familiensituation.
Man könnte mehr aus dem Sender herausholen?
Nicht mehr herausholen, aber mehr wagen. Auf DRS 2 hört man eigentlich nur, was zuvor schon mit dem 1A-Kultur-Gütestempel abgesegnet wurde. Alles andere, gerade auch was jüngere Menschen interessiert, wird dort weniger behandelt.
Wie sähe für Sie ein idealer Kultursender aus?
Etwa wie Ö1. Die sind viel lebendiger, der Sender hat auch viel mehr Zuhörer. Auch in Deutschland gibt es Kultursender, die viel zupackender und aktueller sind. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 12.01.2009, 16:41 Uhr
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64 Kommentare
Dieser Sender kann so einpacken. Neben Promiverblödung der Zuschauer , mit Lifesstyle, mit Kochsendungen, mit Missen und Mister und Sport wie auch Propaganda, ist kaum mehr was zu finden. Ein kleiner, immer gleicher, zäher Kuchen führt ein Leben in Saus und Braus. Kritiken werden mehr und minder immer im letzten Satz heruntergespielt. Bals der einzige Sender der lohnt ist aus Österreich. Antworten
Alles Wichtige wurde in den vorstehenden Kommentaren bereits gesagt ! Es sei wieder mal an "Neid, Missgunst und Eifersucht" als die Haupt-Triebfedern menschlichen Handelns erinnert ! Manchen Menschen blitzen sie sogar aus den Augen ! Keine glaubwürdige substanzielle Kritik oder gar konkrete Verbesserungs-Vorschläge ! Besser-Wissen statt -Machen tun Viele ! Antworten
Die Schweizer Radiolandschaft ist ein Trauriges Kapitel, was Niveau und Kultur angeht. Kein Inhalt, keine Abwechslung nur die ganze Zeit 'Hits?' rauf 'Hits?' runter. Und jetzt kommt noch Frau Margrit Sprecher und 'kritisiert' den wohl einzigen Radiosender in der CH, der diesem Trend der allgemeinen Förderung von Anspruchslosigkeit (ARME JUGEND) entgegenhält. Tja, halt eben Mainstream^^! Antworten
also liebe frau sprecher 100 jahre emanzipation sind echt spurlos an Ihnen vorbei gegangen? eben ist es gut, dass viele angestellte n i c h t 100% arbeiten müssen (männlein und weiblein) und zeit für ein leben neben der arbeit haben - wäre schön für alle arbeitenden! DRS2 kann ich nur loben, einzig die nachrichten am morgen früh um die halbe stunde sind absolut fehl am platz, wozu gibts DRS1? Antworten
Eigentlich hätte man DRS2 statt die Musikwelle auf DAB verlegen sollen. Wo ich wohne, empfänge ich quer übers Frequenzband von UKW etwa 6 bis 7 mal DRS2 in exzellenter Signalstärke, dreimal DRS1 in lausigster Empfangsqualität (Zentralschweiz, Aargau und Zürich, was bei den Regionaljournalen irritierend ist) und einmal DRS3 mit passablem Signal. Das nervt mich. Das Biotop dagegen gönne ich denen. Antworten
Es gibt einige systematische Denkfehler beim Konzept von DRS2 - z.B. den, dass man Hochkultur an die Massen bringen muss, um hohe Einschaltquoten zu erzielen. Was seit einigen Jahren passiert: Das Programm wird systematisch ausgedünnt, statt prägnanter Informationen bekommt man eine Suppe aus Gewäsch und Geschwätz, die man wie ein Goldgräber nach Brauchbarem durchsieben muss. Auch der vollidiotische Schwachpunkttag, der unter einem unsäglich blöden Motto einmal im Monat an irgendeinem Tag der Woche stattfindet und das gewohnte Programmschema sprengt, ist symptomatisch für die abgehobene Einstellung: DRS2 ist ein Sender für die dort Arbeitenden, nicht fürs Auditorium. Antworten
Der Knackpunkt ist der Vergleichsmaßstab: Innerhalb der deutschen Schweiz ist DRS2 ein Leuchtturm, im Vergleich zu deutschen und österreichischen Kultursendern, die sich an ein moderat gebildetes Publikum wenden, ist DRS2 die Schlussleuchte. Die Qualitätskontrolle fehlt vollkommen (weiß ich aus 1.Hand), die Rekrutierung ist vollkommen intransparent und kommt zu miserablen Resultaten, das Niveau ist - gemessen am eigenen Anspruch - ein schlechter Witz. Niemand mit einem Funken Verstand will den Sender abschaffen oder - bewahre! - mit noch mehr Werbung verunerträglichen. Antworten
Nur schon die morgendlichen "Reflexe" sind Delikatessen, welche die Hörerinnen und Hörer ganz schön verwöhnen. Und dahinter spürt das Radiopublikum die Arbeit und Freude engagierter Moderatoren. Wer DRS2 nicht gelegentlich einschaltet, ist selber schuld. Antworten
Ich begreife nicht, was an der Tatsache, dass MA ihr Arbeitspensum „je nach Hobby oder Familiensituation“ abstimmen können, negativ sein soll. Untersuchungen zeigen, das Teilzeitangestellte produktiver und deshalb trotz zusätzlichem Verwaltungsaufwand kostengünstiger sind als Vollzeitbeschäftigte. Und dass dies den MA besser passt leuchtet wohl ein. Die Kritik ist wohl doch "neidgetrieben". Antworten
"Es sind alles wohl abgefederte Existenzen, in jeder Beziehung. Jeder hat seinen eigenen Arbeitsvertrag, mal 45, mal 75 Prozent, je nach Hobby oder Familiensituation." Was die Frau da erzählt, ist schlicht Müll. Ich habe in 20 Jahren freier Mitarbeit NIE einen Vertrag über einen einzelnen Auftrag hinaus bekommen. Und sehr viele regelmässige Mitarbeiter arbeiten wie ich. Antworten
DRS2 ist ein richtiger Januskopf für mich. Einfach gesagt: Alle gesprochenen Sendungen (Kontext, Reflexe, Echo der Zeit,..) hervorragend - das Musikprogramm (Ausnahme Jazz-Apero) eine absolute Misère. Gottseidank hat Hayden mehr als 100 Sinfonien geschrieben - mal die 73ste, dann die 45ste, etc. Höhepunkt der Unfähigkeit ist am Sonntagmorgen ein WuKo mit dem üblichen Geplapper - bitte lockerer! Antworten
Dass ein vernünftiges Kulturprogramm seine volle Berechtigung hat, dürfte wohl jedem halbwegs gebildeten Menschen einleuchten. DRS2 ist eigentlich ganz ordentlich, könnte aber noch etwas wortlastiger sein. Im direkten Vergleich erscheint es mir manchmal wie eine Light-Version bzw. Kopie des süddeutschen Kultursenders SWR2, der in Grenznähe einstrahlt bzw. über Kabel zu empfangen ist. Antworten
Man sollte von einem Kritiker ein Minimum an Besprechung erwarten dürfen, bevor er in blanke Feindseligkeit umschlägt. Peter Müller's Verriss ist beste Illustration für den damals von Kurt W. Zimmermann beschriebenen Filz der Feuilletonjournalisten und Kulturschaffenden ("Das letzte Kartell" , Weltwoche 12/2007). Antworten
Höre kein DRS Radio bin aber sicher das es sie alle braucht um viele die hier geschrieben haben mit Musik und Informationen jeglicher Art abzudecken. Was mir gefehlt hat ist der Blick über den Tellerrand hinaus. Wenn ich Radio höre bin ich im Moment von Bayern3 sehr angetan, denn es läuft Musik die auch ich mit 41 als sehr ausgelichen empfinde denn es werden die letzten 30 bis 40 Jahre gespielt. Antworten
DRS 2 ist mir subjektiv das liebste Medium für Kulturjournalismus u der eigentliche Grund, weshalb ich die Billag-Rechnungen zahle. Sendungen wie 'Diskothek im 2', 'Atlas' etc sind mir ans Herz gewachsen. DRS 2 verströmt u verbreitet eine ganz spezielle Art von Neugier und Liebe an Kultur. Weiter so! Qualität entsteht manchmal eben dadurch, dass man den Arbeitenden das Messer vom Hals wegnimmt... Antworten
Vielleicht verwöhnte Mitarbeiter, aber dafür ein hervorragendes Program. Vielleicht sind es auch die guten Arbeitsbedingungen und die flexiblen Arbeitsverträge, die die Qualität des Senders erlauben. Nicht klar, was die Nörgeleien von Frau Sprecher genau bedeuten sollen. Antworten
Peter Broger kritisiert, dass DRS 2 Gebühren erhält, obwohl viele Gebührenzahler nie DRS 2 hören. Er fordert Finanzierung zu 90% über Werbung. Ich bin froh, dass es bei den DRS Sendern wenig Werbung gibt! Und was die Gebühren betrifft: die gehen neu ja auch zum Teil an die Lokalradios, die ich so wenig höre wie Musigwälle. Es ist aber richtig, dass alle ein breites Angebot mitfinanzieren. Antworten
Was denn bieten diese unsäglichen Sau(f)glattischtiker von den Privaten (jetzt zu allem Elend auch noch durch eine Konzession und Subvention von Staates wegen "legitimiert") sowie DRS3 denn schon an ausser beliebigem, billigstem Geschwätz, Gedudel und grobfahrlässig-unverdünntem Riesen-Quatsch an? Nichts, gar nichts, überhaupt nichts. DRS2 ist ganz, DRS1teilweise gut. Der Rest: Kotz, würg, spei... Antworten
DRS2 ist d a s Ausnahmeradio in der Schweiz: Hochstehend und journalistischer Qualität verpflichtet. Ein solcher Sender ist nicht kostendeckend und braucht Mitarbeitende, die sich dafür engagieren. Dass sie dafür ein paar Privilegien haben, ist angesichts der kulturellen Leistung zumutbar. Sonst könnten wir z.B. auch die Grundlagenforschung abschaffen. Antworten
Man macht nur Vergleiche mit anderen Sendern in der Schweiz. Falsch! Man müsste sich den Massstab nehmen an gleichgesinnten Sendern im Deutschsprachigen Raum, im Europäischen Raum, im gesamten Westlichen Kulturraum. Immer wieder staune ich bei Auslandsaufenthalten über die phantastischen Programm dort. DRS2 kommt an die letzte Stelle. Sogar Espace 2 ist besser. Antworten
Mit Geknirsche zahle ich die Billag-Rechnungen. Wenn ich könnte, würde ich den ganzen Betrag an die DRS2-Kosten überweisen, damit nichts fürs Geblödel von DRS3 und das Gesäusel von DRS1 übrig bleibt. Wir haben im Kulturbereich schon genug Legitimationsdruck, der in der Finanzkrise noch steigt. Da lobe ich mir die Qualität und die Tiefgründigkeit von DRS2. Sorry, Frau Sprecher, dasch dernääba. Antworten
Ob unterwegs oder zuhause, DRS 2 ist mit Abstand das Radio was ich hören will. Matinata, Kontext, Diskothek im 2 und andere Sendegefässe findet man sonst nirgendwo. All die, mit meist peinlichem oder nervigem Sauglattismus geschwängerten, Privatsender brauch ich zumindest nicht. Ohne RDS Sendererkennung oder den jeweiligen ach so redsamen Moderatoren kann man diese Sener eh nicht unterscheiden. Antworten
Entgegen dem von schlecht kaschiertem Futterneid getriebenen und dünkelhaften Elaborat unserer Buchautorin empfinde ich das elitäre Profil von DRS2 als wohltuendes Bollwerk gegen die Verblödung und Boulevardisierung der schweizerischen Radiolandschaft und gegen den pseudopopulistischen Sauglattismus praktisch aller Verleger-Radios und auch der Deutschschweizer Landessender DRS1 und DRS3. Antworten
Jahrzehnte lang gab es in der Schweiz etwa 20 Journalisten, die von allen Verlagen gehätschelt und gut versorgt wurden und eine gewisse "Narrenfreiheit" hatten. Margrit Sprecher gehörte dazu, ich auch. Heute ist das anders. Fast nur noch in DRS2 oder in der WOZ können Fachjournalisten ohne Druck gute Inhalte vermitteln. Margrit Sprecher hätte es nicht nötig, neidisch zu sein. Sie tut es trotzdem. Antworten
Die SRG hat ein viel zu breites Angebot an TV, Radio und Internet, dass weit über einen akzektaplen Service Public Auftrag hinausgeht. Hoffentlich werden endlich mal die Billag-Gebühren reduziert, damit die SRG wirtschaftlich arbeiten muss und Konkurrenz entsteht. Dass ein Staatsbetrieb mit subventierten Angeboten Private konkurrenziert, kann nicht sein. Antworten
Ich bin eine begeisterte, dankbare Hörerin von DRS2. Der Sender begleitet mich täglich, ich geniesse, lerne, staune, schmunzle... Das Moderatorenteam ist mir lieb, ich schätze die Mattinata, den Jazz-Apéro, die vertieften Wortsendungen und die Mosaiksteinchen 100 Sek. Wissen, Zeilensprünge. Frau Sprecher mag sprechen, ihre Leser mögen lesen, ich aber höre - DRS2 forever! Antworten
Was ist schlimm daran? Hättet ihr lieber eine Halsabschneider-Athmossphäre, bei der Menschen, die den Anforderungen nicht gerecht werden gemobbt werden bis sie aus der Firma ausscheiden? Seltsame Prioritäten und Wertvorstellungen. Der Mensch macht sich das Leben ja gern selbst zur Hölle. Antworten
Peter Müllers Artikel gibt Rätsel auf. Er vermisst Fakten. Will er damit unterstellen, dass Margrit Sprechers Schilderung des DRS2-Biotops keine Fakten sind? Er vermisst ihr Sensorium für kulturelle Bedürfnisse der Hörer. Will er damit behaupten, das wortlastige Programm biete mehr als die Volkshochschule? Richtig: Sprecher ist 72 Jahre. Deshalb hat sie auch die besseren Zeiten von DRS2 gekannt. Antworten
Als aufmerksamer Hörer von DRS 2 kenne ich nur die Produkte dieses Senders; der Blick hinter die Kulissen bleibt mir verwehrt. Von dieser Warte aus kann ich DRS 2 nur Höchstnoten geben! Der Sender hebt sich sehr wohltuend von Rest in der deutschen Schweiz ab. Was bleibt? Kann sein, dass die Aufsicht verbessert werden muss, vielleicht spricht auch nur der Neid der Autorin, weshalb auch immer. Antworten
Da wird also bei jeder Sitzung (150 pro Jahr?) über "Lohnprozente" gesprochen. Unsinn. Mag ja sein, dass da ein karikierendes "Witzchen" im Buch falsch verstanden worden ist (werden wollte?). Dass die Fachjournalisten die Kultur, die sie verarbeiten, kommentieren und verbreiten, nicht während der Bürozeiten aufnehmen, sondern da nur Sendungen vorbereiten und das ein Bürojob ist - wen wundert's? Antworten
Die Verschnupftheit auf dem Bruderholz unterstreicht die Qualität des Buches. Klar, unter dem Strich leistet DRS2 gute Arbeit (wird im Buch nicht bestritten). Wenn da nur nicht die Selbstverliebtheit mancher Protagonistinnen (ja, -innen) wäre. Sowie die endlosen "Selbstrefentialitäten" und das Betroffenheitsgesäusel z.B.in den Features der Frau K. Antworten
Ich schätze DRS2 sehr als Insel im Buntblätter- und Medienwald. Wenn Frau Sprecher in ihrem jugendlichen Alter diesen Sender für "Ofenbänkler" nicht mag, bieten sich genügend Alternativen. Das Niveau ihres früheren Arbeitgebers ist schliesslich auch nicht aller Leser Sache. Antworten
DRS2 ist etwas arg puristisch unterwegs. Dass man auch ein abwechslungsreiches Programm bieten kann, zeigen etwa France Inter oder France Musique: es darf zwischendurch auch einmal gut gemachter Pop sein. Dadurch macht man sich auch für ein jüngeres Publikum interessant, was so falsch nicht sein kann. Und trotzdem: besser als der Kommerz-Klingklang ist DRS2 allemal. Antworten
Ich höre sehr gerne DRS 2. Aber ich frag mich ab und zu schon, ob dieses, über die Obulusgebühren finanzierte System, noch funktionieren kann. Es ist nicht gerade sehr fair, dass wohl die Mehrheit der Gebührenzahler nie DRS 2 hört. Warum kann man nicht auch hier das Werbefinanzierte Radio einführen, wo die Werbund 90 % des Bugets ausmacht und 10 % über Gebühren? Antworten
Vielleicht herrscht beim angenehm zu hörenden DRS2 einfach ein normales Betriebsklima, in dem man arbeiten kann, und nicht ein Klima der permanenten Druckausübung auf die Mitarbeiter, die sich ängstlich irgendwelche blöden Sendungen ausdenken müssen, um irgendwelche Einschaltquoten zu erfüllen. Solche Uebungen, siehe SF TV, kosten wahrscheinlich viel mehr und bringen nichts. Weiter so, DRS2. Antworten
Etwas mehr von dem Herzblut, das dem DRS-Team zu mangeln vorgeworfen wird, etwas seriösere Recherche, hätte der Sache - der Kultur - gut getan. Muss denn auch noch die letzte Nische in unserer Gesellschaft zerstört werden, wo nicht der Absolutismus von Kommerz und Rentabilität gilt ! Antworten
Ich wünschte mir, auch DRS3 wäre nicht dem Götzen Einschaltquoten verfallen, resp. wurde ihm geopfert. So eine nicht-kommerzielle Insel ist doch etwas schönes. Dass der Tagi-Konzern als Hauptaktionär von Radio24 etwas dagegen hat, ist schon klar. Klar ist aber auch, dass der Tagi bei diesem Thema Partei ist und seine Berichterstattung wohl kaum unabhängig sein kann resp. darf. Antworten
Je länger je mehr höre ich DRS 2. Ich masse mir nicht an Qualität, den Inhalt oder das Salär zu kritisieren. Im Gegensatz zu den unprofessionellen und hohlen "Bibeli und Tötschli" und dem immer so schampar lustigen und super aufgestellten Sven auf DRS 3, haben die Moderatoren/Redaktoren auf DRS 2 mindestends einen Ansatz von Ahnung was sie denken bevor sie selbst hören was sie sagen... Antworten
In der Tat missbrauchen die Kulturbürokraten von DRS 2 ihre Position für links-feministische Propaganda. Wir alle sind gezwungen, Radiogebühren zu bezahlen - zu hören bekommen wir jedoch lediglich die Ergüsse einer links-feministischen Sekte, die eine öffentliche Institution in ihre Gewalt gebracht hat. Ist dies Demokratie und Pluralismus? Kulturradio kann auch anders gemacht werden, auch ohne SRG Antworten
Ich bin einfach froh, dass es irgendwo in der erbarmungslos kommerziell gleichgeschalteten Radioszene noch einen Sender gibt, für den die Einschaltquote nicht das Mass aller Dinge ist. Gut möglich, dass der Betrieb manchmal etwas gar ruhig abläuft. Aber im Unterschied zu den "jung-dynamischen" Allerweltsprogrammen inklusive Classic-Radio Wohlfühl-Dudelsendern besitzt DRS2 ein Profil. Antworten
ich höre nie drs 2, es könnte aus meiner (subjektiven) sicht abgeschafft werden, die profi-kulturjournalisten sollten dann halt freiberuflich tätig werden, und müssten nicht mehr um lohnprozente feilschen, sondern leistung in quantität und qualität erbringen, die der markt wünscht und zahlt. Antworten
Ich kenne Mitarbeiter des DRS2 persönlich, und die sind praktisch immer an der Arbeit. Die Arbeitszeiten sind fliessend, denn Besuche im Theater und das Lesen von Büchern, die am Folgetag vorgestellt werden müssen können von kulturunbelasteten Zeitgenossen natürlich as Freizeit abgestempelt werden. Aber wenn das Buch gelesen werden muss, auch wenn es langweilig ist, wird es schnell zur Arbeit. Antworten
DRS 3 geht es nicht anders. Der FM bringt die Angestellten zur Verzweiflung und DRS3 versucht mit langweiligen Themenwochen das Programm interessant zu gestalten. DRS1 bringt seit Jahrzehnten dieselben Spiele und versucht mit ach so spontanen Wettergesprächen das Programm auszufüllen. Mit Virus, DRS4 News oder auch der Plattform MX3 sucht die SRG intensiv nach Erfolg. ohne Ergebnis. Antworten
Der Autor dieser Besprechung hat genauso wenig Ahnung wie dir Autorin des besprochenen Buches: Beide sind keine DRS2-HörerInnen. So verfehlen auch beide das Thema, der entsetzliche Qualitätsverlust in den letzten 8 Jahren. Wahrscheinlich ist die Moderationsleiterin die Hauptschuldige. Sie ist vollkommen überfordert, wenn sie selbst ans Mikrofon muss, die Leute, die sie rekrutiert hat, sind eine(r) schlechter als der/die andere(r). Die Moderation ist schlicht eine Katastrofe. Auch das Gefäß mit den Kulturnachrichten ist redaktionell und mikrofonisch von unterirdischer Qualität. Statt sich dieser inzwischen zur Lachnummer verkommenen Instititution weihevoll zu nähern, wäre eine sachliche Kritik und der Ruf nach einer externen Qualitätskontrolle angesagt. Antworten
Warum so empfindlich? Weshalb darf ein Kulturbetrieb nicht karikiert werden, dort, wo am Zugespitzten sowieso viel dran ist? Der Schlaraffenland-Aspekt trifft sich häufig an in öffentlich-rechtlichen Institutionen, daran ist auch in diesem NZZ-verlegten Buch nichts Neues. Margrit Sprecher bringt die Marotte auf den Punkt: Selbstgerecht, und ohne Fehl und Tadel spult ein Jeder ab, bis zur Pension. Antworten
Für mich jedenfalls ist das was DRS2 produziert hervorragend gemachtes Radio, das ich keinesfalls missen möchte. Ob die Macher in Sanatoriumsathmosphäre arbeiten oder in einem Hexenkessel sollte den Hörer nicht so sehr interessieren, wie das was am Schluss über den Sender geht. Antworten
Immerhin bietet DRS2 etwas Einzigartiges in der Schweizer Radiolandschaft, was man von den Kollegen von DRS3, deren Sender exakt gleich klingt wie die Privaten von 24, Energy und Co., nicht behaupten kann. Deren Arbeit sollte mal ein Journalist hinterfragen! Antworten
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Flurin Amsler
Gewisse Sendungen wie "Mattinata" oder "Echo der Zeit" finde ich bei DRS 2 nicht schlecht. Auch finde ich ihre Kulturförderung recht gut. Was mich jedoch manchmal stört, ist die erzkonservative Haltung des Senders. Seriosität finde ich schon OK, aber teilweise scheint das Programm doch sehr steif und mühsam. Auch wirken einige Sendungen leider recht trocken und manche Themen finde ich belanglos. Antworten