«Das künstlich aufgeregte Gehabe geht auf den Wecker»
Von Daniel Arnet. Aktualisiert am 21.03.2011 9 Kommentare
Morgenstimmen: Joschi Kühne (DRS1), Roman Kilchsperger (Energy) und Jan Müller (Radio 105)
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Die einen wollen zum Aufstehen ausführliche Nachrichten, die anderen möchten am liebsten nur Musik hören; diese mögen satte Beats, jene bevorzugen sanfte Klänge: guten Morgen Radio-Schweiz! Auch bei der Bewertung der Moderatorinnen und Moderatoren ist man sich nicht einig. Während die einen den Empfänger für einen bestimmten Sprecher erst einschalten, wechseln die anderen bei seinen ersten Worten sofort die Frequenz.
Dies sind ein paar Erkenntnisse aus den Kommentaren zu unserer letztwöchigen Serie über Radio-Morgenshows. Von Montag bis Freitag hörte Tagesanzeiger.ch/Newsnet bei fünf verschiedenen über UKW oder Kabel national empfangbaren Radiosendern rein – DRS3, Radio Energy, SWR3, DRS1 und Radio 105 – und schrieb eine Kritik. Eine Ausnahme bildete Radio Energy, das nur deshalb berücksichtigt wurde, weil dort mit Roman Kilchsperger ein national bekannter Fernseh-Moderator durch den Morgen führt.
«Unfähig, erwachsen zu werden»
Dass gerade er nicht landesweit zu hören ist, scheint vielen Schweizerinnen und Schweizern ein Segen zu sein. «Was bin ich froh, dass dieser Kilchsperger bloss die Zürcher berieselt und wir in Basel dieses doofe Geschnorre nicht auch noch am Radio ertragen müssen», schrieb etwa Stephan Ribi. Ein anderer notierte in seinem Kommentar: «Ein Berufskindskopf, unfähig erwachsen zu werden.»
Vielleicht würde Kilchsperger besser zum Jugendsender 105 passen als zu Radio Energy. Aber Obacht: Die vermeintliche Teenie-Station 105 wird auch von über 30-Jährigen gerne gehört. Auf der anderen Seite spricht DRS1 ein jüngeres Publikum an als gemeinhin angenommen. «Ich habe Jahrgang 79 und höre bestimmt schon fast 18 Jahre DRS1», schrieb Marion Thalmann, «einfach ein genialer Sender und die Musik passt.» Ein anderer jüngerer Hörer begründete seine Vorliebe für DRS1 so: «Das künstlich aufgeregte und unprofessionelle Gehabe der Moderatoren und das Musikeinerlei auf DRS3 geht so auf den Wecker!»
Das Beste kommt später
Fazit: Niemand kann es allen recht machen. «Geschmäcker sind verschieden, entsprechend schwierig ist es, den Nerv des grossen Publikums zu treffen», bringt es Tobias Wyss auf den Punkt. Und vielleicht sollte man auf der grossen Palette der Radiostationen auch einmal andere Geschmäcker auf sich einwirken lassen. Gerade im Internetzeitalter ist die Zahl der empfangbaren Radiostationen schier unbegrenzt.
Ironischerweise ist eine der besten und spannendsten Morgenshows im Radio gar keine Morgenshow: «Morning Becomes Eclectic» der US-Station KCRW aus Santa Monica, die Sendung mit zurückhaltender Moderation und einem wilden, aber exquisiten Musikgenre-Mix. Bei den Songs denkt man meist: Noch nie gehört, aber es klingt super.
Dass «Morning Becomes Eclectic» auf uns Schweizer nicht wie eine übliche Morgenshow wirkt, hat einerseits damit zu tun, dass die Amerikaner neun Stunden hinter uns liegen – wenn bei denen Morgen ist, geht’s bei uns schon gegen Abend. Andererseits beginnt die dreistündige Sendung auch erst um 9 Uhr Ortszeit – dann, wenn bei uns die Morgenshows im Normalfall enden. Die Kalifornier sind offenbar keine Frühaufsteher: Amerika, du hast es besser! (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 21.03.2011, 13:39 Uhr
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9 Kommentare
Sobald auf Radio DRS das unsäglich läppische Morgentelefon mit einem Hörer / einer Hörerin beginnt, stelle ich ab. Die Radioleute demonstrieren mit diesen Einfältigkeiten, dass sie keinerlei Ideen für eigene Wortsendungen haben und den Hörern ausgeliefert sind. Das ist für mich nicht Journalismus sondern banaler Quatsch. Ich will am Morgen kein Stammtischgewäsch mit nichtssagenden Plattitüden. Antworten
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