«Das sind Heuchler, Egoisten und Nostalgiker»
Von Philippe Zweifel. Aktualisiert am 28.09.2011 60 Kommentare
Gerhard Matzig, geboren 1963, hat Politische Wissenschaften und Architektur in Passau und München studiert. Nach einer Tätigkeit als freier Autor wurde er 1997 Redakteur im Feuilleton der «Süddeutschen Zeitung», seit 2009 leitet er das Ressort «SZ Wochenende». Für seine journalistische Tätigkeit in den Bereichen Architektur und Design wurde er mit renommierten Preisen ausgezeichnet. Gerhard Matzig ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt am Rand von München. (Bild: Goldmann Verlag/Peter von Felbert)
Bedenken haben derzeit Konjunktur, «Wutbürger» wurde in Deutschland zum «Wort des Jahres». Die Zukunftslust ist uns offenbar vergangen. Fortschritt ist mittlerweile ein Wort, das Allergien auslöst, Technik ein Feindbild - so lautet die Diagnose von Gerhard Matzig. In seinem Buch «Einfach nur dagegen» untersucht er auf unterhaltsame Art, wie dieser Wille zum Stillstand entstand und warum Utopien heute in solch schlechtem Ruf stehen. Matzig zeigt, wie der grassierende Egoismus unseren Kindern die Zukunft verbaut, und entwirft Szenarien einer neuen Moderne in Politik, Wirtschaft und Technik. Gerhard Matzig: Einfach nur dagegen. Wie wir unseren Kindern die Zukunft verbauen. Goldmann Verlag. ISBN: 978-3-442-31273-3. Das Buch erscheint am 12. Oktober.
Korrektur-Hinweis
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Sie fürchten in Ihrem Buch um die Zukunft Ihrer Kinder. Wie ernst ist die Lage wirklich?
Den Teufel an die Wand zu malen: Das überlasse ich gerne den amtierenden Wutbürgern. Insofern ist die Lage zwar ernst, aber nicht hoffnungslos. Richtig ist aber, dass gerade in Deutschland eine tendenziell überalterte Gesellschaftsschicht dominiert, der die Belange der nachfolgenden Generationen im Grunde egal sind.
Ihrer Meinung nach liegt das Problem in einer Angst vor der Zukunft, die sich in einem Wutbürgertum ausdrückt. Wer sind die Wutbürger? Ist der «klassische» Wutbürger soziodemografisch kategorisierbar? Ist er politisch kategorisierbar?
Interessant ist hier die Studie des Göttinger Politikwissenschaftlers Franz Walter, die kürzlich vorgestellt wurde. Demnach rekrutiert sich das Wutbürgertum vor allem aus älteren, akademisch gebildeten und wohlhabenden Menschen, die aber keineswegs uneigennützig sind. Vielmehr haben sie egoistische Motive. Sie sind mehrheitlich Grundstückseigentümer, die um den Wert ihrer Immobilien fürchten. Es ist also logisch, dass sie sowohl gegen infrastrukturelle, langfristige Vorhaben wie Bahnhöfe wettern – aber auch gegen Windkraftanlagen vor der eigenen Tür.
Sehnen sich solche Menschen nicht einfach nach den guten alten Zeiten?
Ja, sie flüchten vor den Herausforderungen einer schwierigen Gegenwart und ungewissen Zukunft in die neobiedermeierliche Vorstellung einer vermeintlich besseren Vergangenheit. Das nimmt bisweilen sogar reaktionäre Züge an. Einerseits also dürfte der Wutbürger ein Relikt der links sozialisierten, grün angehauchten 68er-Bewegung darstellen, erfahren in der Protestkultur; andererseits trifft man ihn auch in rechten Zirkeln an. Letztlich sind sie vor allem eines: gefährlich. Mit den Worten Bernard Shaws: «Alte Männer sind gefährlich, denn ihnen ist die Zukunft egal.»
Wenn der Wutbürger politisch nicht klar definierbar ist – wie steht es eigentlich mit dem Begriff «Innovation»: Ist das ein rechter oder linker Begriff?
Weder noch. Früher, in fortschrittsfreundlicheren Zeiten, war der Begriff positiv besetzt, das Neue war oft ein Versprechen auf eine bessere Welt, links wie rechts – heute wird die Innovation oft als Neuerungssucht geschmäht. Dagegen hat das Alte Konjunktur. Denken Sie an die Rückkehr zum Griechisch-Unterricht, an die Renaissance von Benimmkursen – bis hin zu den Retrowellen in der Automobil- oder Mode-Branche. Womit wir wieder bei der wohlhabenden Schicht sind, die solche Nostalgieprodukte im törichten Glauben konsumiert, damit die Welt zu retten. Die Lust auf das Neue ist in vielen gesellschaftlichen Sphären einer Angst vor dem Neuen gewichen.
Woher rührt diese Angst? Hat sie mit dem Wohlstand zu tun, den man zu verlieren fürchtet?
So ist es. In der Glücksforschung ist bekannt, dass vor allem reiche Gesellschaften, die also auch viel zu verlieren haben, von Verlustängsten geprägt sind. Dazu kommen natürlich die überall spürbaren Zentrifugalkräfte der Globalisierung, die zu Verunsicherung führen. Und: Alte Menschen scheuen das Risiko und die Veränderung eher als junge Menschen. Kein Wunder also, dass eine überalterte und zudem reiche Gesellschaft auch von grossen Ängsten geprägt ist.
Wenn Sie die Altersgesellschaft verantwortlich machen, dürfte sich die Unzufriedenheit in Zukunft noch zuspitzen.
Genau. Die Überalterung hat eine Überängstigung zufolge. Und das wiederum befeuert die Wutkultur. Die Wutbürger wird man in Zukunft immer häufiger antreffen.
Wohlstand, Altersgesellschaft: Das gilt auch für die Schweiz und andere Länder. Weshalb aber sind die Wut und die Angst, die Sie beschreiben, ausgerechnet in Deutschland so ausgeprägt?
Das Phänomen ist ja weltweit bekannt als «German Angst». Als sich das Atomreaktor-Unglück von Fukushima ereignete, waren am nächsten Tag auf der schwäbischen Alb rund um Stuttgart die Geigerzähler ausverkauft. Vielleicht, weil hier die technisch geprägte, fortschrittshungrige Epoche der Moderne besonders stark ausgeprägt war. Das antimoderne Pendel, das nun allerorten zurückschwingt, ist hier ebenso überdeutlich wahrzunehmen.
Sehen sie weltweit ähnliche Tendenzen? Auch in der Schweiz reagierte man mit einem Atomausstieg auf Fukushima.
Diese Tendenzen gibt es. Aber der Atomausstieg, den ich übrigens grundsätzlich für richtig halte, hat auch gezeigt: Deutschland ist hier Vorreiter, ja Extremist. Im Grunde wurde der Ausstieg ohne Rücksicht auf die Nachbarländer und auch gegen eine europäische Gesamtlösung betrieben. Das ist reiner Wankelmut.
In der Schweiz haben wir mit der SVP eine Partei, die sich die Dagegen-Parole zum Parteiprogramm gemacht hat. Das ist auch jene Partei, die auf Bürgerentscheide und den Souverän pocht.
In Deutschland gibt es eine grosse Begeisterung für die schweizerische Form der stärker auf dem Bürgerwillen fussenden, direkten Demokratie. Am Minarett-Verbot hat man aber auch gesehen, worin die Gefahren liegen: darin, dass eine Minderheit von der Mehrheit dominiert wird.
Führt der Volkswille paradoxerweise zu mehr Angst, mehr Verboten gar?
Das kennt man auch aus der deutschen Vergangenheit: Es ist eben nicht überall Volk drinnen, wo Volk draufsteht. Soll heissen: Minderheiten, abweichende Meinungen, andere, auch fremde Lebenskulturen – das verdient einen Schutz, der im reinen Plebiszit so nicht gegeben ist.
Sie prangern auch die grassierende Landlust an. Wieso?
Ich kann diese Landlust als irrationale, romantische Gestimmtheit nach einem Jahrhundert der Maschinenästhetik gut verstehen, wir alle sehnen uns nach einem Leben im Einklang mit der Natur. Aber die Nachkriegszeit hat doch gezeigt, dass die Sehnsucht nach dem Leben im Grünen absolut naturfeindlich wirkt. Und aus ökologischen Gründen ist die städtische, hochverdichtete Lebensweise sinnvoll, das Nebeneinander von Arbeit und Wohnen, das Leben der kurzen Wege. Zuletzt: Die Landlust heute ist das, was sie auch vor zwei Jahrhunderten war: eine Möglichkeit für extrem wohlhabende, elitäre Schichten, ihr Glück im Apfelbäumchengärtlein zu suchen. Mit den Problemen einer sieben Milliarden Menschen zählenden Welt hat diese Form des Neo-Nature-Phänomens nichts zu tun.
Charlie Chaplin in «Modern Times» oder aktuell auch der britische Intellektuelle Tom Hodgkinson behaupten, dass moderne Arbeitsstrukturen und Technologien Unfreiheit mit sich bringen, weil sie immer neue Bedürfnisse kreieren, die befriedigt werden müssen.
Da stimme ich zu. Deshalb brauchen wir ja nicht nur neue Gesellschaftsmodelle, sondern eine völlig neue Form der Ökonomie, die sich wieder als Teilgebiet der wesentlich komplexeren Ökologie begreifen muss. Aber es ist nicht mit romantischen Rückgriffen auf die «gute alte Zeit» getan. Im Gegenteil: Wir brauchen eine neue Zeit und neue Ideen, für Technik, Gesellschaft, Politik. Wir brauchen Fortschritt, keine Stagnation. Und: Wir haben keine Zeit zu verlieren, die Probleme sind doch drängend genug.
Zurück-aufs-Land-Bewegungen gab es immer wieder. Gesellschaftserschütternd waren die nie. Ist es nicht ein Individualentscheid, wenn einer aussteigen will?
Wenn Sie am Zürichsee leben: gewiss. Aber fragen Sie mal einen Bewohner der Slums in Sao Paulo, wie er die Sache mit dem Ausstieg sieht. Erst versuchen wir, alle Menschen satt zu machen und mit Nahrung und Kleidung zu versorgen – und danach steigen wir aus. Okay?
Okay. Doch was kann man tun?
Wir sollten das Leben der anderen und jener, die nach uns kommen, achten. Wir sind die, welche die Ressourcen verbraucht haben und ein Leben wie die Made im Speck geniessen. Jetzt aber, da das ökologische Zeitalter vor der Tür steht, haben wir plötzlich keine Lust mehr auf Veränderung. Wir wollen nicht die Natur oder die Gesellschaft bewahren, sondern nur unser schönes Leben. Wir müssen umdenken, wir brauchen wieder einen humanen Utopismus, die Lust auf ein besseres Morgen. Und ein Verständnis dafür, dass die Begriffe Wut und Bürger sich ausschliessen. Wut kann man den kleinen Kindern überlassen. Was wir stattdessen brauchen, ist etwas ganz anderes: Mut. Die Wutbürger sind nur Heuchler, Egoisten und Nostalgiker.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 28.09.2011, 09:21 Uhr
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Das sind die Schlimmsten, die selber am Stadtrand im feinen Häuschen wohnen wo weit und breit keine Windindustrieanlage lärmt und die Landschaft kaputt macht. Die Matzigs, das sind jene Leute die uns ihr Glaubensbekenntnis wissenschaftlich unterjubeln wollen, die vom "ökologischen Zeitalter" und von neuen Technologien daher schwafeln und im Grunde keine Ahnung haben. Antworten
Die westliche Gesellschaftsform wie sie sich heute präsesntiert, ist ein Garant für wütige Bürger. Wir sind ökonomisch, ökologisch und gesellschaftlich am Ende der Fahenstange angelangt. Neo-Kapitalismus, Konsumwahn und radikaler Individualismus haben den Gemeinschaftssinn ausgehöhlt. Kein Wunder rebelieren die Kids in England und Zürich dieser Tage. Wir haben ihnen keine Werte mehr zu bieten. Antworten
Als nicht Stuttgarter weiss ich nur sehr wenig über die Motivationen der Wutbürger
die sich gegen dieses Projekt heftig engagierten. Aber anhand ihres Engagements kann
ich erkennen das sie dieses Projekt nicht kalt liess. Diese Menschen pauschal als Heuchler, Egoisten
und Nostalgiker zu diffamieren ist schon sehr arrogant.Hat G. Matzig kein sachlichen Argumente?
Antworten
Noch schlimmer als die Möglichkeit das eine Mehrheit eine Minderheit diskriminiert, finde ich die Möglichkeit das eine nicht gewählte Minderheit eine Mehrheit der Menschen entmündigt und enteignet. Die EU-Bürokratie mit ihren Rettungspaketen für den Euro sind dafür ein Beispiel und werden damit wohl noch mehr Wutbürger erzeugen. Antworten
Natürlich hat jeder seine Eigeninteressen die er verfolgt. Wer keine Eigeninteressen hat, läuft Amok. Tschanun, Leibacher, Breivik waren bereit alles zu opfern, für ein ihnen ideales Ziel. Deswegen hat der Wutbürger ja nicht zwingend unrecht und alt heisst nicht, dass man den Mund halten muss. Ob der Weg in die Zukunft richtig ist, zeigt sich naturgemäss erst, wenn man angekommen ist. Antworten
Falsch! Breivik mag ja noch "Ideale" (Wahnvorstellungen) gehabt haben, aber Leibachers Antrieb war einfach nur pure, grenzenlose Wut und Hass auf "die da oben". Somit ist Laibacher das Paradebeispiel eines Wutbürgers! Und er zeigt auch, wie gefährlich Wutbürger sein können und dass der Staat diese zwingend überwachen und gegebenenfalls eingreifen muss, bevor es zur Tragödie kommt.
Vieles läuft in die falsche Richtung, da wäre es Pflicht, dagegen zu sein. Das wird als "Wutbürger" abgetan, statt sich mit den einzelnen Aspekten lobbyistenfrei zu befassen. In D wird vom kommenden Ökoterror gesprochen. Nichts gegen "Öko", aber mit diesem Label lässt sich auch jeder Ökounsinn verkaufen. Die traumtänzerische schnelle Transformation in die heile Welt und überall Ausbeutung/Kriege. Antworten
Welch moralisierender Artikel, und viele verneigen sich wieder in Selbstgefälligkeit/-gerechtigkeit, nach dem Motto: genau so ist es, wenn man den Durchblick hat. Nein, so einfach ist es nicht, meine verehrten linken Herrschaften. Es gibt einfach Leute, die haben genug von verlogener Politik und Wirtschaft, von den Zuständen auf der Strasse. Wenn man dann als Wutbürger gilt: ich oute mich gerne. Antworten
Schön, gibt es aber Leute wie Sie, die den Durchblick haben und an denen man sich orientieren kann. Nur eine Kleinigkeit: Verlogene Politik (z.B. die unanständige und intransparente Verfilzung mit der Wirtschaft) siedle ich halt eher im rechten Spektrum an. Ist aber, wie gesagt, nur ein Détail.
Sehr geehrter Herr Haller,
nur weil Sie den Text vielleicht nicht verstanden haben, ist er weder widersprüchlich noch sinnfrei. Sonst erklären Sie uns, die sich durchaus mit der Meinung von Herrn Matzig anfreunden können, wo Sie Widersprüche orten und welche Textpassagen für Sie sinnfrei sind? Vielleicht kann so eine Diskussion entstehen.
Mein glueckwunsch du dem artikel! Die zunehmende UNZUFRIEDENHEIT auf unserer welt, hat die ursache in der verhalten's-weise des menschen; EGOISTISCH, STOLZHEIT, ANHAFTIG-KEIT, RAECHERTUM etc. etc..! Die menschheit hat sich(leider) nicht weiter entwickelt. Die kirchen(religionen) sind wie die politiker. intressiert an MACHT! Fuer mich sind die religionen die hauptschuldigen an der unzufriedenheit!! Antworten
Wir haben in den letzten Jahren festgestellt, dass die Technik über uns hinwegfegt. Viele Menschen haben Angst. Angst vor dem Neuen. Aber die Zukunft ist nicht aufzuhalten und unser Leben wird sich ändern. Das Internet hat die Welt klein gemacht. Englisch ist die globale Verständigungssprache geworden. Ohne Abstimmung und Parteien-Beschlüsse. Und unsere neue Energie wird die Sonne sein. Zukunft. Antworten
@Bucher: Natürlich fegt die Technik über uns hinweg. Man hat nicht mehr die Wahl, das Billet bei einem Menschen zu kaufen; Billetautomaten sind nicht nur für ältere unverständlich. BTW, die Sonne liefert bereits aus geometrischen Gründen max 250W/m2, nachts ist es nämlich dunkel; auch dies scheint ihnen noch nicht aufgefallen zu sein.
Die Technik fegt nicht über uns hinweg ! Jeder Erwachsene hat die Freiheit die Errungenschaften von menschlichem Forscher- und Schaffensdrang für sich zu nutzen oder eben nicht. - Die Sonne war schon immer die Energiequelle für unsere Welt, ohne sie gäbe es weder Oel, noch Erdgas, noch Regenwasser, noch Wind. Sie lieferte schon immer ca. 1 kWatt / Quadratmeter Erddoberfläche.
Das Ständemehr dient dazu, dass eine Minderheit die Mehrheit dominieren kann, Herr Meier. Aber nennen Sie das ruhig weiterhin "Demokratie".
@Andreas Meier. Und dass das Ständemehr nicht im Sinne der Bürger funktioniert, können Sie an der aktuellen Lage und den Vorkommnissen der letzten Jahre ablesen. Fazit: Die 'Elite' schaut für sich und Ihr eigenes Wohlergehen, der Rest darf zusehen und bezahlen. Mitreden und Mitbestimmen sind zwei unterschiedliche Schuhe!
Genau um dieser Gefahr vorzubeugen gibt es Instrumente wie das Ständemehr.
Unverständlich dass wieder ein Deutscher über die Schweizersiche Volksparei lästern muss, während dank dem EU-Sozialismus Deuschlands Wohlstand in die EU-Schuldenländer abfliesst.
Viele seiner Deutschen MitbürgerInnen würden sich wohl wünschen, CDU/CSU hätten sich mehr wie die SVP an den Wünschen der Bevölkerung orientiert statt an EU-Träumen.
Antworten
Na ja. Vielleicht würde es auch Sinn machen, wenn die Kosovaren ein besonderes Zeichen am Revers tragen würden und wir Schweizer in Zukunft nur noch bei Schweizern kaufen würden. Auch könnten die Ausländer im Bus ganz hinten sitzen und in der S-Bahn nur in einem bestimmten Wagon. Dann würde es uns bestimmt besser gehen.
In den 90er Jahren wollte nahezu die Hälfte der Schweizer Bevölkerung den Weg EWR- und EU-Beitritt einschlagen. Nur dank der gut-schweizerischen Ruhe der "Ewiggestrigen" sind wir nun nicht in der EU geknebelt und gefesselt währund uns das Geld geplündert wird... Antworten
@Baer
Die SNB hat den CHF keineswegs an den Euro gebunden. Sie hat bloss einen "Floor" gesetzt, welchen sie nach Belieben wieder aufheben kann.
Stimmt, und wir mussten unseren CHF an den Euro binden weil beinahe unsere Wirtschaft zusammenbrach.
Die erste Front der Gerontologischen Besitzstandwahrer sitzt in Bern und ist bürgerlicher als man denkt. Am Puurezmorge wird diese Klientel für Abstimmungen vorbereitet. Sogar die Linken helfen rudern, obwohl sie sich in einem anderen Boot wähnen. Es ist eine Analyse wie ich sie vor Jahren schon mal machte und diskutierte. Durch alle Parteien sah man das natürlich anders. Und:Auch du wirst mal alt Antworten
Man kann nicht alle "Wutbürger" in einen Topf werfen. Jemand, der sich dagegen wehrt, dass eine schützenswerte Landschaft zerstört wird, handelt auch im Interesse der künftigen Generationen. Egoisten sind die, die in ihrem privaten Umfeld keinerlei Störungen, wie etwa Windräder, tolerieren oder sogenannte Heimatschützer, die aus einem völlig überzogenen Heimatbegriff heraus Solaranlagen verhindern Antworten
@Roman Meier: Es ist seit Jahrzehnten so, dass Bauvorschriften enge Grenzen setzen, was man wo wie bauen darf, damit die Nachbarn nicht jede Schandtat hinnehmen müssen. Nur weil wir uns aktuell in unserem Energiehunger verrannt haben, rechtfertigt das nicht baulichen Wildwuchs - auch nicht für Solaranlagen, sonst würde bald jeder für irgendwas eine Ausnahme wollen.
@roman meier> Egoisten sind die, welche auf Kosten anderer (Lärm,Schatten,Ausbeutung der Natur) Windräder etc. erstellen, um ihre
sog. oekologischen Bedürfnisse zu befriedigen. Oder lieben Sie den Dauerlärm von Windgeneratoren, Sportplätzen etc. etc. Sie können ja wieder
in ihr ruhiges Zuhause...Alles ist relativ wenns einen nicht betrifft.
Wenn wir unser System endlich so ausrichten würden, dass einfach sicher für jeden gesorgt ist müsste weder Vermögen angehäuft werden noch müsste man Angst haben solches zu verlieren. Erst wenn die Angst vor Armut schwindet wird auch die Angst vor Veränderungen abnehmen. Antworten
Leider ist es genau diese Angst die auch als Antrieb für grosse Taten/Leistungen bewirkt, denn es können nicht einfach alle Astronauten, Künstler usw. werden. Aber interessant wäre das Experiment schon, vielleicht fehlt mir einfach die Vorstellungskraft dafür, ich wäre bei einem Versuche aber auf jeden Fall dabei ! Wer weiss schon obs funktioniert wenn man es nicht ausprobiert !
Neuerungen sind gut aber nur wenn sie gut sind. Ob alle älteren Menschen welche zu einem grossen Teil schwierige Lebenssitutionen gemeister haben alle wie die Made im Speck gelebt haben möchte ich stark bezweifeln. Junge Menschen sie viel leichter verfühbar da ihnen oft die Erafahrung fehlt. Das wussten schon die alten Indianer. Antworten
Ich werde dieses Buch lesen! Ich bin daran interessiert auch der Nachwelt eine lebenswerte Zukunft zu hinterlassen, unabhängig von links rechts, oben unten, SVP oder alt-68er. Es gehört genau so zu diesem Ewiggestrigen, in diesen alten Denkkategorien zu verharren, statt sich einmal wirklich pragmatisch die Frage zu stellen, ob Hr.Matzig ev doch recht hat. Mut zum Hinschauen! sich informieren. Antworten
Lesen Sie doch parallel "how to be free" vom erwähnten Tom Hodgkinson. Dann wird es Ihnen in Zukunft auch noch egal sein, als "reaktionär" und "Ewiggestrigen" bezeichnet zu werden (vieleicht werden Sich sich sogar geehrt fühlen). Der wird sich übrigens schön ins Fäustchen lachen, wenn er wüsste, dass er hier als "Intellektueller" bezeichnet und mit Wutbürgern in Verbindung gebracht wird.
Ich halte das wieder mal für ein Buch, welches aus einem Schlagwort Gewinn ziehen will.Genau wie "Generation Golf" "Generation X" blabla.Der Zorn (nicht die Wut!) ist ein wichtiger Wegbegleiter für Veränderungen.Ausserdem fehlt in D gerade das, was der Matzig als gefährlich ansieht: Regelmässige Bürgerentscheide.Deswegen der Zorn.Man fühlt sich wohl zunehmend von der Politik vollkommen ignoriert. Antworten
Matzig hat absolut Recht. In CH braucht es endlich mal eine Diskussion darüber, warum die Alten immer alles bestimmen dürfen und von allen Vorteilen profitieren... und wie und warum die Jungen das akzeptieren sollten bzw. es okay ist, dass das in Zukunft noch extremer werden will. Irgendwann endet das in Krawallen wie in der 80er... Antworten
Wer sind denn die heutigen Alten? Genau - die alt 68-er, welche sich auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung vollfressen konnten. Dies war nur möglich, weil die Alten doch noch bestimmten. Hätten wir damals den 68-ern das Zepter überlassen, könnten wir heute nicht mehr solchen Unsinn diskutieren - wir hätten genug zu tun, unser nacktes Ueberleben zu sichern.
M.M. nach werden Worte wie Fortschritt und Innovation oft interessengeleitet missbraucht und dienen nur der Steigerung des Profits. Ein gesundes Misstrauen ist da nicht verkehrt und die Älteren lassen sich kein X vor dem U machen. Aber: Wer selbst Strom verbraucht und gegen Windgeneratoren protestitiert ist m.E. nach dumm. Antworten
Mit Vorsicht zu geniessen, das Wort Wutbürger. Es kann schnell missbraucht werden. Man schafft eine neue Kategorie von Menschen deren Anliegen man auf diese Art nicht ernst nehmen muss. Im Text katalogisiert er Wutbürger als Besitzer welche nichts hergeben wollen. Ok. Wenn aber wütenden Menschen, mit echten Anliegen, dann einfach nur als Wutbürger abgetan werden, gibts einfach wieder Krawalle. Antworten
Dieses Buch will ich unbedingt lesen! Die heutige Realität inden so genannten Wohlstandsgesellschaften brillant auf den Punkt gebracht.
@Silvie Blake: Wer soll denn in Zukunft Ihre AHV finanzieren, wenn nicht die jüngere Generation, wobei da ganz viele Arbeitsimmigranten und deren Kinder sind? Unser Wohlstand hat viel mit diesen Menschen zu tun und weniger mit uns hehren Schweizern...
Antworten
Grundsätzlich bin ich mit Vielem einverstanden, finde aber, dass die individuelle Freiheit aufs Land zu ziehen oder gar auszusteigen, niemandem genommen werden soll und kann. Verstehe auch nicht, was für ein Bogen der Journalist vom Aussteiger zum Bewohner von Slums macht. Wenn hier einer aussteigt (oder auch nicht), so hat das keinen Einfluss auf den Slumbewohner. Sehe da den Zusammenhang nicht. Antworten
Der Zusammenhang besteht darin, dass dem Slumbewohner die Luxusoption des Aussteigens gar nicht gegeben ist. Der hat ganz andere, viel fundamentalere Sorgen.
Dass es meist die Alten sind (bin einer davon), die aus Prinzip dagegen sind (bin keiner davon) , hat auch damit zu tun, dass diese Generation noch autoritäre "Obrigkeiten" erlebt haben. Heute, wo es solche kaum noch gibt, kommen sich diese Leute immer noch furchtbar mutig vor, wenn sie den sog. "Würdenträgern" an den Karren fahren können und den Simm- als Denkzettel benutzen dürfen. Antworten
Ich war schon am Rand von Muenchen (eingeladen).
Alles andere als Pariser Banlieus, naemlich sehr gruen, ruhig und rel. viel Komfort - viel Platz.
Wofür wären Kommentarmöglichkeiten denn da, wenn nicht darum, auf Widersprüche einzugehen? Und nur nebenbei: Stadtrand ist vielerorts mit hochüberbauten Siedlungen gleichzusetzen. Berlin-Marzahn oder die Pariser Banlieues sind nur zwei Beispiele.
Google hilft: Matzig hat ein Buch geschrieben: "Meine Frau will einen Garten". Darin beschreibt er, wie er gerne in der hippen Altbauwohnung in München gelebt hat, aber wie seine Frau und Kinder einen Garten wollten. Deshalb hat er sich ein Haus am Stadtrand gebaut (gemeint ist natürlich: er hat bauen lassen durch Leute, die es sich nicht leisten können, ein Haus bauen zu lassen).
Interessanter Beitrag. Warum der linke Journalist aber auch hier wieder Anti-SVP-Hetze betreibt, ist ärgerlich. Denn Matzig sagt ja wohl deutlich, dass die "Wutbürger" alte 68er-Säcke sind, saturiert, egoistisch, ihren Status krampfhaft verteidigende Kleinbürger. Die gegen alles fortschrittliche sind wie Energieverbrauch, Gentechnologie, aber für Rückständiges, z.B. islamische Einwanderung. Antworten
Die Benennung der "Nein" Partei ist absolut zutreffend, also weit von SVP-Hetze entfernt. Ferner deckt der Wutbürger nur einen kleinen Teil des Kleinbürgertums ab. Der Grossteil wuchs schon kleinmütig auf und hat sich nie aus diesem Mief erhoben. Kennzeichnend für dieses Kleinbürgertum ist der abschätzige Umgang mit den Errungenschaften der Aufklärung.
@ Herr Peter Huber: Sachlichkeit ist wohl nicht Ihre Stärke! Wenn die SVP als Thema auf den Tisch kommt, dann gibt es nur noch den Reflex Journalist = Links = Böse. Dieser Reflex verunmöglicht eine neutrale Beobachtung. Aber genau diesen Reflex hat ja Blöcher, Mörgeli und wie sie alle heissen, jahrelang propagiert. Und daraus entstehen dann Wut-Wähler!
Herr Huber, die Linken, Aufgeklärten und Verfassungstreuen sind nicht für den Islam, sondern nicht gegen den Islam. Das ist wohl ein wichtiger Unterschied, der in den neoliberalen und nationalrückschrittlichen SVP-Kreisen gar nicht verstanden werden kann oder will.
"Wir sollten das Leben der anderen und jener, die nach uns kommen, achten. Wir sind die, welche die Ressourcen verbraucht haben und ein Leben wie die Made im Speck geniessen. Jetzt aber, da das ökologische Zeitalter vor der Tür steht, haben wir plötzlich keine Lust mehr auf Veränderung. Wir wollen nicht die Natur oder die Gesellschaft bewahren, sondern nur unser schönes Leben. " So ist es! Antworten
"Wir sind die, welche die Ressourcen verbraucht haben und ein Leben wie die Made im Speck geniessen." Das sollte man eben nicht nur für Ressourcen wie die Natur bedenken, sondern auch für das Volksvermögen, das von Generationen hier aufgebaut worden ist und das mit dem heutigen Sozial- und Asylstaat verschleudert wird. Und auch für symbolisches Kapital, z.B. Traditionen, die aufgegeben werden.
Ich gehe davon aus, dass auch Sie für die alternativen Energien sind. Leider übersehen Sie dabei, wie die meisten, dass es genau diese sind, welche am meisten Recourcen verbrauchen. Das Problem heisst Ueberbevölkerung. Paradox - wir wissen das, wollen aber gleichzeitig jeden daran hindern, von dieser Erde abzutreten, wenn er es für richtig erachtet!

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