Gilt für Prominente das gleiche Gesetz?
Von Philippe Zweifel. Aktualisiert am 13.07.2010 6 Kommentare
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Roman Polanski ist frei. Offenbar wegen eines Dossiers, das die USA den Schweizer Behörden nicht aushändigen wollten. Vielleicht aber gefallen Eveline Widmer-Schlumpf einfach Polanskis Filme – so jedenfalls ätzen jene, die den Filmemacher hinter Gittern sehen wollen. Tatsächlich kann Prominenten schon einmal eine spezielle Art von Gerechtigkeit zukommen. Vor allem in Amerika, wo Geschworene schon über das Schicksal von O.J. Simpson oder Michael Jackson urteilen mussten – und die Superstars mit Freisprüchen bedachten.
Doch die Stimmung im Volk gegenüber prominenten Delinquenten hat sich in den letzten Jahren verändert. Man denke an Carl Hirschmann. Gerade weil er schön und reich ist, wird er vorverurteilt, was wohl auch mit der Missgunst zu tun hat, die in unserem Land jedem entgegenschlägt, der seinen Reichtum offen zur Schau stellt. Doch auch in Amerika können berühmte Gesetzesbrecher nicht mehr auf den Promi-Bonus hoffen. Im Gegenteil.
Harte Strafen
Zwar haben Prominente nach wie vor die besseren Anwälte an ihrer Seite, als der Durchschnittsangeklagte. Doch jüngste Beispiele zeigen, dass mancher Richter an Künstlern und anderen bekannten Persönlichkeiten ein Exempel statuiert. Paris Hilton etwa wurde zu 45 Tagen Haft verdonnert, weil sie gegen Bewährungsauflagen verstossen hatte, die man ihr nach einem Verkehrsdelikt auferlegte - ein sehr hartes Urteil.
Lindsay Lohan muss wegen eines ähnlichen Vergehens hinter Gitter. Cameron Douglas, Sohn von Schauspieler Michael Douglas, muss für fünf Jahre ins Gefängnis. Auch ein fünfseitiger handgeschriebener Brief des berühmten Vaters an den Richter hatte nichts genutzt. Und O.J. Simpson (der in einem zweiten Prozess verurteilt wurde) sowie Phil Spector kommen wohl nicht mehr in diesem Leben aus dem Knast.
Keine Vorbilder mehr
Warum der Kurswechsel? Zum einen hat sich unser Verhältnis zu Prominenten verändert. Uneingeschränkte Bewunderung hat Zynismus Platz gemacht, wobei die Paparazzi-Kultur ihr Scherflein dazu beigetragen hat. Stars vom Sockel zu holen, sie straucheln zu sehen, ist zum Massenhobby geworden. Filmhelden werden nicht länger als Vorbilder gesehen, sondern müssen auch abseits der Leinwand oder Bühne eine Rolle erfüllen, die wir ihnen zugeteilt haben. Tun sie das nicht, fällt man über sie her.
Dass in diesem Schauspiel auch der eine oder andere Richter mitspielt, ist nachvollziehbar: Schliesslich kommen auch sie nicht ohne Publizität aus. Womit wir wieder bei Roman Polanski wären. Dieser wurde vor 40 Jahren von einem wankelmütigen, mediengeilen Richter ins Bockshorn gejagt, der am Filmemacher ein Exempel statuieren wollte. Die Gerechtigkeit, das wusste schon Dürrenmatt, wohnt in einer Etage, zu der die Justiz keinen Zutritt hat. Und VIPs für einmal auch nicht. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 13.07.2010, 13:47 Uhr
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6 Kommentare
Das ist keine Frage, das ist so! Siehe Sepp Blatter, Roman Polanski, Paris Hilton, Ayme Wainhouse usw. Geld regiert die Welt, oder wie ist es sonst möglich das Prominente und Reiche eine Pauschalsteuer bezahlen? Daran sollte man sich als Normalsterblicher lieber gewöhnen, sonst macht man sich nur verrückt. Antworten
Polanski ist ein hat eine Minderjährige anal vergewaltigt, das hat er 1977 vor seiner Flucht selbst gestanden. Es ist mir absolut unerklärlich, wieso er nun landauf landab gefeiert wird und Publicity kriegt wie ein Popstar, auch vom Tagesanzeiger: "Wo steckt bloss Polanski?" Wo er steckt ist nicht interessant, sondern wo er stecken sollte: im Gefängnis. Er bleibt ein Vergewaltiger Antworten
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