Kultur

Kuriosa top, Wahlplakate Flop

Von Denise Jeitziner. Aktualisiert am 03.02.2012

Ein Kopf auf Stilettos, ein Hai mit Hasenzähnen oder ein Uhu mit Taucherbrille: Auffallend viele kuriose Sujets kämpfen um den Swiss Poster Award. Dafür wurde kein einziges politisches Plakat nominiert.

1/28 Kategorie: Kommerziell – Nationale Kampagnen
«Bremskopf» der Mercedes-Benz Schweiz AG. Die Idee hatte die Werbeagentur Jung von Matt / Limmat.
Bild: APG/SGA

   

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Der Swiss Poster Award ist der bedeutendste Plakatwettbewerb der Schweiz. Werber können jeweils bis Ende November ihre Plakatkreationen einreichen. Fast 700 waren es im vergangenen Jahr. Nun hat eine 20-köpfige Jury alle Plakate bewertet und die besten 28 für die Endrunde ausgewählt (siehe obige Bildstrecke).

In insgesamt fünf Kategorien wird am 8. März im Komplex 457 in Zürich das jeweils beste Schweizer Plakat gekürt. In der Kategorie «Kommerzielle Plakate – Nationale Kampagnen» sind Plakatkampagnen zugelassen, die in mindestens zehn Kantonen oder in den Städten Basel, Bern, Genf, Zürich oder Lausanne ausgehängt waren, während die Poster in der Kategorie «Kommerzielle Plakate – Regionale und lokale Aushänge» lokale Produkte, Dienstleistungen oder Veranstaltungen angepriesen haben. Daneben gibt es die Kategorien «Kulturelle Plakate», «Poster Innovations» und «Public-Service-Plakate», mit denen Wohlfahrtsunternehmen und öffentlich-rechtliche Institutionen geworben haben.

Kuriosa gegen Risikolosigkeit

Im Trend sind offensichtlich Sujets, die Gegensätze vereinen und so für ein Kuriosum sorgen. Das Zoofäscht Züri versuchte seine Besucher mit einem Taucherbrille tragenden Uhu anzulocken. Der Slogan: «Zoofäscht Züri: Jeder wär gern ein Fisch.» Die Mercedes-Benz Schweiz AG liess einen Kopf auf einem Stiletto platzieren und die Suva Schweiz wechselte bei seinem Modell die Füsse gegen Hände aus. Dafür hat es kein einziges politisches Plakat in die Nominationsliste des «Swiss Poster Award» geschafft. Dies ist umso erstaunlicher, da im vergangenen Jahr die ganze Schweiz mit politischen Plakaten zugepflastert war.

An politischen Sujets habe es keineswegs gemangelt, sagt Christian Brändle, Jury-Präsident des Swiss Poster Award und Leiter Museum für Gestaltung. «Bloss gehen Politiker bei Wahlplakaten meist kein Risiko ein. Leider sind mehrheitsfähige Plakate selten gut.» So konnten die eingegangenen Vorschläge weder grafisch, noch von der Idee her überzeugen. Gegen die kecken, frechen und mutigen Plakate, die es in die Nominationsliste schafften, hatten sie jedenfalls keine Chance.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 03.02.2012, 14:30 Uhr

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