Nobelpreisträger Wiesel ist tot

Der Holocaust-Überlebende und Menschenrechtsaktivist Elie Wiesel ist im Alter von 87 Jahren gestorben.

Vielseitiger Mensch: Elie Wiesel überlebte den Holocaust. (Archiv)

Vielseitiger Mensch: Elie Wiesel überlebte den Holocaust. (Archiv) Bild: Keystone

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Die Todesnachricht kam am Samstag von der Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem. Der in Rumänien geborene amerikanische Publizist Elie Wiesel veröffentlichte zahlreiche Bücher zum Holocaust, 1986 wurde er mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Er lebte in den USA.

Wiesel überlebte das NS-Konzentrationslager Buchenwald. Er erlebte dort den Tod seines Vaters und die Befreiung des Lagers im April 1945. Im Juni 2009 begleitete er US-Präsident Barack Obama zu einem Besuch in Buchenwald.

Auch ein Verfechter der Menschenrechte

Zu seinen berühmtesten Büchern zählt «La Nuit» («Die Nacht»), der autobiographische Roman erschien 1958 in Frankreich. Im Jahr 2000 hielt er bei einer Feierstunde im Bundestag 55 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz eine Rede. Wiesel engagierte sich gegen Gewalt und Intoleranz in der ganzen Welt, etwa im sudanesischen Darfur.

Das Internationale Auschwitz-Komitee reagierte bestürzt auf den Tod des Mannes und würdigte den Auschwitz-Überlebenden als «Lehrer der Menschheit». «Elie Wiesel war kein Weg zu weit und kein Anlass zu gering, Menschen über die Schrecken und Verbrechen von Auschwitz zu informieren», sagte Christoph Heubner, der Vize-Exekutivpräsident der Überlebendenorganisation, am Samstag in Oswiecim (Auschwitz).

Wiesel sei die Stimme der in Auschwitz von den Nationalsozialisten ermordeten jüdischen Frauen, Kinder und Männer gewesen, «die immer wieder die Vergesslichkeit, den Antisemitismus und den Hass übertönte.» Er werde gerade in «diesen Tagen des Hasses und des Fundamentalismus schmerzlich vermisst» werden, sagte Heubner. Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu hat den verstorbenen Friedensnobelpreisträger als «Lichtstrahl» in der «Dunkelheit des Holocaust» gewürdigt. Wiesel sei ein «Beispiel an Menschlichkeit» gewesen, «der an das Gute im Menschen glaubte», erklärte Netanyahu am Samstagabend in Jerusalem. (fal/sda/afp)

Erstellt: 02.07.2016, 23:13 Uhr

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