Weltuntergang um 208 Jahre verschoben
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Das Ende ist nah. In drei Jahren, so glauben hartgesottene Esoteriker, ist es so weit. Die Erde wird sich auftun, Kontinente werden überschwemmt, das Leben weitgehend ausgelöscht. Nur ein kleiner, ausgewählter Teil der Menschheit wird überleben. Diese Vision jedenfalls entwirft der Film «2012», der diese Woche in den Kinos anlaufen soll. Grundlage für die Story soll eine angebliche Prophezeiung der Maya sein.
Dank einem deutschen Forscher können wir nun aber kollektiv aufatmen. Das angeblich im Maya-Kalender vorausgesagte Weltenende dürfte 2012 wohl ausfallen. Der Archäoastronom Andreas Fuls vom Institut für Geodäsie und Geoinformationswissenschaft der TU Berlin hat nämlich den Untergang der Hochkultur um 208 Jahre nach hinten datiert. Anhand von astronomischen Kalenderdaten und mit Hilfe eines speziellen Computerprogramms hat Fuls die Daten von Einzelereignissen, die in Quellen der Maya-Kultur dokumentiert sind, genau berechnet.
Aussenseiterposition
Fuls ging dabei ganz anders vor, als die meisten Forscher, die sich vor allem auf Dokumente der Kolonialherrschaft aus dem 16. und 17. Jahrhundert stützten. So benutzte er vor allem den «Dresdener Kodex», die umfangreiche Abschrift eines Maya-Kalenders, der religiöse Kulte und ihre astronomischen Merkmale auflistet. Solche Kalender und auch andere erhaltene Maya-Monumente berichten nicht nur von Herrschern, Kriegen oder Festen, sondern nennen auch Sonnenstand, Finsternisse oder die Sichtbarkeit der Venus als Anhaltspunkte.
So könne das gleichzeitige Auftreten von Wintersonnenwende, Neumond und Venus, das im «Dresdener Kodex» genannt wird, genau auf den 19. Dezember 830 datiert werden - und damit 208 Jahre später als bisher angenommen, sagt Fuls, in seiner Aussenseiter-These. Die häufigste Reaktion anderer Maya-Forscher sei bisher jedoch total ablehnend, sagt Fuls. Dabei würden die gängigen Datierungsmittel, wie etwa die Radiokarbonmethode, durch eine Ungenauigkeit von 150 Jahren seinen Ergebnissen gar nicht widersprechen. «So taggenau wie die Astronomie ist einfach keine andere Methode», sagt der Forscher.
Erstellt: 10.11.2009, 16:32 Uhr
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