Kultur

Weltuntergang um 208 Jahre verschoben

Ein deutscher Forscher hat den Maya-Kalender umdatiert - und damit den Weltuntergang, wie ihn Esoteriker erwarten und ihn Roland Emmerich im Film «2012» inszeniert.

1/6 emmerich.jpg
Himalaya-Tsunami im Film «2012»: Umweltkatastrophe? Nein, viel schlimmer: Schicksal.

   

Das Ende ist nah. In drei Jahren, so glauben hartgesottene Esoteriker, ist es so weit. Die Erde wird sich auftun, Kontinente werden überschwemmt, das Leben weitgehend ausgelöscht. Nur ein kleiner, ausgewählter Teil der Menschheit wird überleben. Diese Vision jedenfalls entwirft der Film «2012», der diese Woche in den Kinos anlaufen soll. Grundlage für die Story soll eine angebliche Prophezeiung der Maya sein.

Dank einem deutschen Forscher können wir nun aber kollektiv aufatmen. Das angeblich im Maya-Kalender vorausgesagte Weltenende dürfte 2012 wohl ausfallen. Der Archäoastronom Andreas Fuls vom Institut für Geodäsie und Geoinformationswissenschaft der TU Berlin hat nämlich den Untergang der Hochkultur um 208 Jahre nach hinten datiert. Anhand von astronomischen Kalenderdaten und mit Hilfe eines speziellen Computerprogramms hat Fuls die Daten von Einzelereignissen, die in Quellen der Maya-Kultur dokumentiert sind, genau berechnet.

Aussenseiterposition

Fuls ging dabei ganz anders vor, als die meisten Forscher, die sich vor allem auf Dokumente der Kolonialherrschaft aus dem 16. und 17. Jahrhundert stützten. So benutzte er vor allem den «Dresdener Kodex», die umfangreiche Abschrift eines Maya-Kalenders, der religiöse Kulte und ihre astronomischen Merkmale auflistet. Solche Kalender und auch andere erhaltene Maya-Monumente berichten nicht nur von Herrschern, Kriegen oder Festen, sondern nennen auch Sonnenstand, Finsternisse oder die Sichtbarkeit der Venus als Anhaltspunkte.

So könne das gleichzeitige Auftreten von Wintersonnenwende, Neumond und Venus, das im «Dresdener Kodex» genannt wird, genau auf den 19. Dezember 830 datiert werden - und damit 208 Jahre später als bisher angenommen, sagt Fuls, in seiner Aussenseiter-These. Die häufigste Reaktion anderer Maya-Forscher sei bisher jedoch total ablehnend, sagt Fuls. Dabei würden die gängigen Datierungsmittel, wie etwa die Radiokarbonmethode, durch eine Ungenauigkeit von 150 Jahren seinen Ergebnissen gar nicht widersprechen. «So taggenau wie die Astronomie ist einfach keine andere Methode», sagt der Forscher.

Erstellt: 10.11.2009, 16:32 Uhr

Kultur

Populär auf Facebook Privatsphäre

Lokale Suche

Marktplatz

Bestenlisten

Kino
Kinoeintritte Schweiz

26. Januar 2012- 01. Februar 2012

1.1Intouchables64'262
2.neuThe Descendants18'860
3.2The Girl With The Dragon Tattoo16'439
4.44Jack And Jill16'133
5.32Man On A Ledge13'482
Mehr
Musik
Schweizer Hitparade

19.Dezember 2011 - 25.Dezember 2011

1.221, Adele
2.1Lioness; Hidden Treasures, Amy Winehouse
3.6Christmas, Michael Bublé
4.3Imaginaerum, Nightwish
5.5Made In Germany 1995-2011, Rammstein
Mehr
Bücher
Bestseller

6.Februar 2012 - 12.Februar 2012

1.1Das Alphabethaus, Jussi Adler-Olsen
2.2Aleph, Paulo Coelho
3.3Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand, Jonas Jonasson
4.4Sündige Gier, Sandra Brown
5. WEVom Ende einer Geschichte, Julian Barnes
Mehr