«Wer Mundart schreibt, hat nichts begriffen»
Aktualisiert am 19.10.2010 296 Kommentare
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-Recht hat Peter von Matt damit, dass wir eine doppelte Muttersprache haben. Beim Umschalten bin ich jedoch nicht einig mit ihm. Es ist nicht Arroganz, mit Deutschen Dialekt zu reden. Wenn ich bei hiesigen Deutschen nicht auf Hochdeutsch umschalte, dann eben gerade darum, weil ich davon ausgehe, dass sie integriert sind. (Hans Müller)
-Abgesehen vom reisserischen Titel hat Peter von Matt völlig recht. Wenn wir Hochdeutsch als Fremdsprache ansehen, verlieren wir einen Teil unserer Sprachfertigkeit. Zudem kritisiert er mit keinem Wort die Dialekte, sondern lobt sogar deren Vielfalt. (Marko Zahnd)
-Woher nimmt Peter von Matt die Legitimität, mir vorschreiben zu wollen, wie ich mit anderen Leuten zu sprechen habe? Das ist totale Arroganz und ein Unsinn. Wenn man sich Sorgen machen muss, dann um die Pflege der vielen verschiedenen Dialekte – und nicht um die (Fremd-)Sprachfertigkeit der Schweizer. Für letztere sorgt die Globalisierung von alleine. (Mike Albrecht)
-Wir stammen doch nicht von den Germanen ab, sondern von den Helvetiern! Warum sollten wir unsere Landessprache verleugnen? (Adolf Kurt Leemann)
-Herr von Matt hat absolut recht. Hochdeutsch ist nun einmal ein weiterer Teil der vielfältigen Sprachen unseres Landes. Jeder Deutschschweizer beherrscht Hochdeutsch und sollte es auch verwenden. Alles andere ist provinziell und unanständig. (Moritz Kaufmann)
-Ich bin Deutscher und finde es höchst sympathisch, wenn Schweizer Schwyzerdütsch mit mir reden. Wenn einer auf Hochdeutsch umstellt, zeigt er mir doch, dass er meinem Schwyzerdütsch anhört, dass ich es nicht von Kind auf gesprochen habe und es nicht gut genug findet. Wenn er dagegen Dialekt spricht, fühle ich mich viel eher seinesgleichen und angenommen. (E. Juntke)
-Wer Schweizerdeutsch für eine eigene und Hochdeutsch für eine Fremdsprache hält, hat manches nicht verstanden – das ist meines Erachtens sprachgewordenes Sonderfall- und Inseldenken in Reinform. Wer dann noch meint, Mundart schreiben zu müssen, hat noch viel weniger begriffen. Die Verschriftlichung ist der Mundart geradezu wesensfremd – und nein, eine Dialekt-Orthographie gibts nicht! (Laurens van Rooijen)
-Es ist doch ganz einfach: Wenn Sie wollen, dass Ihr Gegenüber Sie versteht, dann wählen Sie eine gemeinsame Sprache. Wenn es Ihnen egal ist, ob der andere etwas versteht, dann können Sie sprechen, wie sie wollen. Es ist immer wieder herzerwärmend, wie die Sprachkompetenz steigt, wenn gegenüber grad die Frau / der Mann / der Job des Lebens sitzt – und nur Hochdeutsch versteht. (Oliver Fritz)
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Erstellt: 19.10.2010, 11:17 Uhr
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296 Kommentare
Wer Schweizerdeutsch für eine eigene und Hochdeutsch für eine Fremdsprache hält, hat manches nicht verstanden - das ist meines Erachtens sprachgewordenes Sonderfall- und Inseldenken in Reinform. Wer dann noch meint, Mundart (SIC!) schreiben zu müssen, hat noch viel weniger begriffen. Die Verschriftlichung ist der Mundart geradezu wesensfremd - und nein, eine Dialekt-Orthographie gibt's nicht! Antworten
Danke sehr - niemals im Leben wird ein Bayer von einem Schweizer verlangen, in München eben Bayerisch zu sprechen, oder ein Lübecker von einem Schweizer verlangen Plattdeutsch zu sprechen, und bei Nichtbeherrschen des Dialektes ihn entsprechend als Sonderling oder sonstwen zu betiteln. Warum das hier aber so ist, entzieht sich mir seit über 20 Jahren. Antworten
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