Wieso immer dünn?
Von Olivia Müller. Aktualisiert am 10.02.2012 32 Kommentare
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«Ich war 24 und plötzlich in der Menopause», dieser Satz stammt aus dem Mund des tschechischen Topmodels Karolina Kurková. Sie äusserte sich gestern am Rande der New York Fashion Week zum übertriebenen Magerwahn der Modeindustrie. Einmal mehr stehen Designer in der Kritik, die behaupten, ihre Kollektionen sehen nur an möglichst gross gewachsenen und schlanken Frauen gut aus. Die Frau auf der Strasse aber unterwirft sich gerne dem Modediktat, denn: wo kein Käufer, da kein Angebot. Sozusagen.Weil es das Schönheitsideal verlangte, magerte Kurková so lange, bis ihr Körper streikte und die Menstruation ausblieb.
Das heutige Schönheitsideal verwehrt den Frauen also die Fruchtbarkeit. Früher dagegen glorifizierte das Schönheitsideal die Fruchtbarkeit der Frau – ein eklatanter Unterschied!
Und der Mann...
Der Schönheitsbegriff ist keine Konstante, er divergiert je nach Zeitepoche oder Kulturkreis. So galt Fettleibigkeit von der Antike bis zur Renaissance als Zeichen des Reichtums und Wohlstandes, ein «gebärfreudiges» Becken war Symbol der Fruchtbarkeit und Greise verkörperten Weisheit. In Zeiten des Überflusses aber gilt ein sportlich getrimmter und schlanker Körper als das Mass aller Dinge und mehr denn je sehnen wir uns nach ewiger Jugendlichkeit.
Interessanterweise unterliegt das weibliche Schönheitsideal, im Gegensatz zum Schönheitsbegriff des Mannes, weit grösseren Schwankungen. Ob der Mann mit langen oder kurzen Haaren, mit oder ohne Schnauz durch die Gegend wildert, das sind lediglich Erscheinungen der aktuellen Mode. Für die Frau hingegen wird Schlanksein zum absoluten Gebot, das es keinesfalls zu hinterfragen gilt. Das Schönheitsideal ist mehr als eine simple Mode, das beweist die Aussage Kurkovás, die auch die Gefahr der Unfruchtbarkeit in Kauf nimmt – und dabei ist sie bei weitem nicht die Einzige.
Wir halten also fest: Das Schönheitsideal konvergiert nicht mehr mit der Fruchtbarkeit. Das erstaunt in Zeiten des Materialismus und ungehemmten Hedonismus kaum. Aber wie weit wollen wir gehen? Das zu entscheiden, obliegt nicht nur unserer freien Wahl, sondern ist geradezu jedermanns Pflicht. Oder es bleibt, auf schlechtere Zeiten zu hoffen – was für eine Aussicht!
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 10.02.2012, 17:19 Uhr
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32 Kommentare
Eifersucht... sorry, aber ich finde schlanke Frauen schön und dabei ist nichts falsch. Ziemlich lächerlich, dass Frauen sich dagegen wehren. Ich beschwer mich ja als Mann auch nicht darüber, dass Frauen lieber einen muskulösen Mann haben als eine Bohnenstange. Und da könnte man auch sagen, es sei krank ins Fitness zu gehen. Tatsache ist, die meisten Leute sind übergewichtig und nicht zu dünn... Antworten

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