Konkurrenz durch Zürich macht Filmfestival Locarno nervös
Einmalige Festival-Atmosphäre: Die Piazza Grande in Locarno.
Filmfestival Locarno
Am Mittwoch startet das Filmfestival von Locarno, das sechstgrösste weltweit. Insgesamt wetteifern vom 5. bis am 15. August 18 Filme aus 15 Ländern um den Goldenen Leoparden in der wichtigsten Festivalsparte.
Festivaldirektor Maire befürchtet dennoch keine Konkurrenz, aber Festivalpräsident Solari ist etwas «nervös». «In der Schweiz macht man ein unnötiges Theater um eine angebliche Konkurrenz zwischen den beiden grundverschiedenen Festivals», sagte der scheidende künstlerische Leiter des Filmfestivals Locarno, Frédéric Maire, der SDA. Sein 1946 gegründetes Festival legt seit jeher das Gewicht auf den Autorenfilm, während das ZFF sich als Nachwuchsfilm-Festival versteht.
Auch dass die «Konkurrenz» an der Limmat mehr Glamour ausstrahlt - mit rotem Teppich und Stars wie Sylvester Stallone - neidet Maire ihr nicht: «Unsere Stars sind in erster Linie die Filme», hält er fest.
Saugt das ZFF Locarno Subventionen ab?
Eine Rivalität sieht er allenfalls im Bereich der Finanzen: «Gewisse Sponsoren bevorzugen möglicherweise einen Werbeauftritt in der Metropole Zürich». Festivalpräsident Marco Solari ist im Prinzip gleicher Meinung: Künstlerisch sei das ZFF keine Konkurrenz, sagte er der Zeitung «La Regione Ticino», aber manchen Sponsoren könnte es sympathischer sein als Locarno.
«Eine gewisse Nervosität» bereitet ihm die Befürchtung, das ZFF könnte Locarno Bundessubventionen streitig machen: «Wir hoffen, dass der Bund, auch wenn er von Zürcher Politikern unter Druck gesetzt wird, nicht nachgibt und womöglich anfängt, Mittel, die für Locarno bestimmt sind, nach Zürich umzuleiten». (phz/sda)
Erstellt: 29.07.2009, 15:24 Uhr
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