Kultur

Anonymes Grab für den King of Pop?

Aktualisiert am 07.08.2009

Gemäss einem Zeitungsbericht soll Michael Jackson auf einem Prominentenfriedhof in Hollywood Hills beigesetzt werden. Inzwischen gibt es neue Erkenntnisse zum Medikamentenkonsum von Jackson.

1/28 So lebte Michael Jackson
Die Neverland-Ranch, das Reich von Michael Jackson. In der Mitte das grosse Wohnhaus.
Bild: Keystone

   

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Michael Jackson soll laut einem Zeitungsbericht in einem anonymen Grab in Los Angeles beigesetzt werden. Wie die «New York Post» am Freitag unter Hinweis auf nicht genannte Informanten berichtete, wurde Jacksons Leichnam sechs Wochen nach seinem Tod endgültig für eine Beerdigung vorbereitet. Zuvor habe ein Pathologe auf Wunsch der Familie eine dritte und letzte Autopsie durchgeführt, hiess es.

Dem Bericht zufolge soll der «King of Pop» auf dem Prominentenfriedhof Forest Lawn in Hollywood Hills beerdigt werden. Weil seine Familie eine Grabschändung befürchte, verhandle sie seit Wochen mit der Friedhofsverwaltung über ein namenloses Grab, berichtete das Blatt unter Hinweis auf angeblich eingeweihte Kreise. »Sie haben Angst, dass jemand das Grab entweihen oder vielleicht sogar den Leichnam stehlen könnte», sagte ein Freund der Familie. An der formlosen Beisetzung sollten nur ein oder zwei Angehörige als Zeugen teilnehmen, möglicherweise Bruder Jackie und Schwester La Toya.

Leichnam der Familie übergeben

Wie der Leichnam in der Zwischenzeit konserviert wurde, schrieb die Zeitung nicht. Sie berichtete jedoch, die Familie habe zuvor das Hirn des Sängers zurückerhalten, das die Gerichtsmediziner im Juli zu weiteren Untersuchungen entnommen hätten. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es nicht. Der Gerichtsmediziner Ed Winter bestätigte lediglich, dass Jacksons Körper vollständig an die Familie übergeben worden sei. Der Sänger war am 25. Juni mit 50 Jahren unerwartet an Herzversagen gestorben.

Kombination von Medikamenten

Jackson hatte von seinem persönlichen Arzt wenige Stunden vor seinem Tod eine Kombination aus mehreren Beruhigungsmitteln und einem starken Narkosemittel erhalten. Das erklärte ein mit den Ermittlungen vertrauter Beamter der Nachrichtenagentur AP. Die Kombination der Medikamente ist bei richtiger Anwendung sicher, kann bei Fehlern jedoch tödlich sein. Der Beamte wollte wegen der laufenden Ermittlung nicht namentlich genannt werden.

Der Arzt Conrad Murray gab Jackson demnach Beruhigungsmittel aus der Familie der chemischen Verbindung der Benzodiapezine, die normalerweise eingesetzt werden, um Patienten vor einer Operation zu sedieren. Zudem verabreichte der Arzt dem Ermittler zufolge das starke Anästhetikum Propofol. Das Narkosemittel verlangsamt die Atmung. Die Kombination mit Präparaten der Benzodiapezine verstärkt diesen Effekt nochmals. Die kombinierte Anwendung bedarf daher strikter ärztlicher Überwachung. Jackson soll seit zwei Jahren regelmässig Infusionen mit Propofol als Einschlafhilfe erhalten haben.

Arzt von Jackson als Zeuge verhört

Jackson hatte Murray zufolge am Morgen des 25. Juni zu Atmen aufgehört. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Die Polizei ermittelt wegen Totschlags, Murray ist jedoch kein Verdächtiger, sondern wurde bislang nur als Zeuge gehört. Der Anwalt des Arztes, Ed Chernoff, wies den Bericht des Ermittlers in einer Stellungnahme als «lächerlich» zurück. Die Veröffentlichung des abschliessenden zweiten Autopsieberichts steht noch aus. (vin/sda/ap)

Erstellt: 07.08.2009, 19:45 Uhr


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