Die Stasi-Akte des Michael J.
Im Juni 1988 in West-Berlin auf der Bühne: Michael Jackson. (Bild: Keystone)
Interaktiv-Box
Michael Jackson als Gegenstand von Stasi-Ermittlungen? Auch das gab es im Überwachungsstaat, der sich Deutsche Demokratische Republik nannte. Der King of Pop versetzte im Jahr 1988 die Staatssicherheit (Stasi) in Aktion. Der Anlass: Damals gab Jackson vor dem Brandenburger Tor in West-Berlin ein Konzert. Dass sich die Stasi mit dem Popstar beschäftigte, geht aus Akten der so genannten Birthler-Behörde hervor, wie die «Bild»-Zeitung berichtet. Die Birthler-Behörde verwaltet die Unterlagen der Stasi.
Das SED-Regime in Ostberlin befürchtete nicht nur einen Aufmarsch von Jugendlichen, sondern auch Demonstrationen und Ausschreitungen auf der Ostseite der Berliner Mauer. «Die Jugendlichen werden unter allen Umständen versuchen, dieses Konzert zu erleben», heisst es in einem Bericht der Stasi. Diese Jugendlichen seien auch bereit, sich auf Konfrontationen mit der Volkspolizei (Vopo) einzulassen. «Die Jugendlichen wollen testen, inwieweit die Zusicherungen des Genossen Erich Honecker gegenüber der Kirche eingehalten werden», heisst es weiter in der Stasi-Analyse. Dabei ging um es Zugeständnisse der SED in Bezug auf die Versammlungsfreiheit, die von kirchlichen Kreisen, wo sich die Oppositionellen der DDR organisiert hatten, gefordert wurde.
Stasi zog Gegenkonzert in Erwägung
Als Massnahme gegen das Jackson-Konzert, das im Juni 1988 in West-Berlin stattfand, erwägte die Stasi auch die Organisation eines Konzerts in Ost-Berlin. Mit einem «Ablenk- oder Gegenkonzert» hätten die Jugendlichen von der Mauer ferngehalten werden sollen. Gleichzeitig sollte das Jackson-Konzert auf Leinwände in einem Ost-Berliner Stadion übertragen werden - aber nicht ganz live, sondern um zwei Minuten zeitversetzt. Im Weiteren zog die Stasi in Erwägung, bei allfälligen «politischen Provokationen» während des Jackson-Konzerts die Ausstrahlung abzubrechen und stattdessen eine Videokassette eines anderen Jackson-Konzerts zu zeigen, wie die «Bild»-Zeitung aus den Stasi-Unterlagen zitiert.
Die Störmassnahmen gegen das Jackson-Konzert wurden schliesslich doch nicht realisiert – über die Gründe liegen keine Informationen vor. Tatsache ist, dass Michael Jackson am 19. Juni 1988 in West-Berlin sein Konzert gab, und die Sicherheitsorgane der DDR in Ost-Berlin sehr aktiv waren. Gemäss der «Bild»-Zeitung machten Stasi und Vopo brutal Jagd auf Michael-Jackson-Fans. Im Herbst 1989 brach die DDR zusammen und die Mauer fiel. (vin)
Erstellt: 30.07.2009, 11:02 Uhr
Kultur
Grandioses Berg-Erleben.
Weltberühmte Berge und 100 Jahre Jungfraubahn: Sommerurlaub vor der schönsten Kulisse der Welt!
Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.
Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!






