Was man von Michael Jacksons Werk besitzen muss

Vier CDs und eine DVD: Sie machen eine solide Pop-Sammlung komplett.

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Dreissig Jahre hat Michael Jacksons Karriere gedauert. Gemessen an dieser langen Zeit ist sein Werk recht übersichtlich geblieben. Mit drei, vier CDs und einer DVD mit seinen berühmten Videos hat man seine grössten Leistungen ausreichend abgedeckt. Von Best-of-CDs wie «HIStory» (1995) oder «Number Ones» (2003) ist darum eher abzuraten, mit wenig mehr finanziellem Aufwand kann man sich die originalen Klassiker ins Regal stellen.

Jede solide Jackson-Sammlung sollte mit einer Zusammenstellung der besten Songs beginnen, die Michael Jackson als Teenager mit den Jackson 5 aufgenommen hat. Es gibt unzählige solcher Compilations, in seiner Reihe «Soul Legends» hat das Motown-Label vor drei Jahren eine gute und günstige Variante vorgelegt, welche die entzückenden Hits der Jackson 5 («ABC», «I’ll Be There», «I Want You Back» usw.) mit einigen wenigen Höhepunkten aus Michael Jacksons früher Solokarriere kombiniert.

«Off the Wall»

Diese kam freilich erst 1979 mit «Off the Wall» (Epic/Sony) richtig in die Gänge. Produziert vom Jazzmusiker Quincy Jones, definierte Jackson hier den schwarzen Disco-Rock, der ihn in den Achtzigerjahren dann zum Weltstar machte. Die Mischung aus satten Tanznummern wie «Get on the Floor» und samtenen Soulballaden wie «She’s out of My Life» ist Jacksons bestes Album überhaupt. Dicht gefolgt von «Thriller» (Epic/Sony 1982), das, ebenfalls von Quincy Jones produziert, mit den fantastischen Singles «Beat It», «Billie Jean» und «Thriller» aufwartete. Singles, die Michael Jackson dank herausragenden Videoclips zu einem der ersten Superstars des MTV-Zeitalters machten.

Versammelt sind die wegweisenden Musikfilme auf der DVD «HIStory» (Epic/Sony 1995), die ebenfalls in keiner guten Sammlung von Popmusik fehlen sollte. Auf «Bad» (Epic/Sony 1987) schwächelte Michael Jackson bereits ein wenig; aber noch sind auf diesem Album genügend lohnende Songs versammelt, die einen Kauf rechtfertigen. Auf «Dangerous» (Epic/Sony 1991) und «Invincible» (Epic/Sony 2001) kann man dagegen getrost verzichten, auch wenn vor allem «Dangerous» seine Momente hat.

Kaum etwas zu lesen

Wer über Michael Jackson lesen will, hat erstaunlicherweise keine grosse Auswahl. Es gibt wenige Bücher, die man guten Gewissens empfehlen kann. In deutscher Sprache ist bis heute Jochen Ebmeiers «Michael Jackson. Das Phänomen» (Atlantis 1999) die beste Wahl. Diesen Juli erscheint aber eine neue Biografie des Schweizer Musikjournalisten Hanspeter Künzler: «Black or White: Michael Jackson. Die ganze Geschichte». Wie der Verlag gestern auf seiner Homepage mitteilte, ging das Buch zwei Tage vor Jacksons Tod in Druck. Der Druck sei darum gestoppt worden, und das Buch erscheine nun am 15. Juli in einer aktualisierten Fassung.

Um die musikalischen und kommerziellen Hintergründe von Michael Jacksons Karriere zu verstehen, empfehlen sich auch zwei Bücher des US-Autoren Nelson George: «The Death of Rhythm and Blues» (Penguin 2003) behandelt die Kommerzialisierung der Black Music in den 60er- und 70er-Jahren. In «Where Did Our Love Go?» (Bosworth 2003) porträtiert George das Motown-Label, auf dem Michael Jackson 1971 debütierte. Beide Bücher behandeln auch Aspekte von Jacksons Karriere, sind aber nur in englischer Sprache erhältlich. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 27.06.2009, 11:07 Uhr

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