Was TV-Serien im Kino verloren haben
Von Philippe Zweifel. Aktualisiert am 10.02.2010 1 Kommentar
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Nachdem Agent Jack Bauer Los Angeles ein paar Mal vor der nuklearen Zerstörung gerettet hat, darf der Wadenbeisser vom Dienst auch ausserhalb seiner Heimat Terroristen jagen. Das Studio 20th Century Fox bestätigte Pläne für einen «24»-Kinofilm, der in Europa spielen soll. Mit dem Drehbuch beauftragt wurde Billy Ray, auf dessen Konto die Verfilmung der hochgelobten TV-Miniserie «State of Play» geht.
Zwar war Kiefer Sutherland aka Jack Bauer bereits im Fernsehfilm «24: Redemption» abendfüllend zu sehen. Doch das nun präsentierte Filmprojekt soll weltweit in die Kinos kommen. Ironischerweise kann der Film wohl nur entstehen, wenn die TV-Serie nach der aktuellen achten Staffel nicht weitergeführt wird: Eine Doppelproduktion (Serie und Spielfilm) wäre logistisch zu aufwendig. Da sich die Einschaltquoten der Serie seit längerem im Sinkflug befinden, scheint ein baldiges Ende durchaus möglich.
David Lynchs Fiasko
Nun besteht die Faszination von «24» in der Dramaturgie; die Serie wird in Echtzeit erzählt, eine Stunde am Fernsehen entspricht einer Stunde Handlung. Innerhalb von 24 Stunden deckt die Hauptfigur jeweils eine Verschwörung auf. Wie aber ist das in Form eines Spielfilms möglich: Dauert der Film 24 Stunden? Oder nennt er sich statt «24» einfach «2»? Eine absurde Vorstellung. Fans munkeln deshalb bereits, dass dem Film die Aufgabe zukommt, die kriselnde Serie wiederzubeleben, quasi als Marketing-Vehikel.
Kino-Transformation von Serien sind so verlockend wie heikel. Als leuchtendes Beispiel gelten Hollywood die «Simpsons». Die chaotische Comic-Familie schaffte den Sprung vom Fernseher ins Kino spielend. Auch der erste «Akte X»-Film im Jahr 1998 war ein Erfolg. Allerdings waren beide Serien äusserst beliebt, als die Verfilmungen entstanden – was man von «24» nicht behaupten kann. Auch David Lynchs «Twin Peaks»-Spielfilm, «Fire walk with me» erlitt an den Kinokassen Schiffbruch, nachdem bereits die zweite Staffel der Serie massiv an Zuschauer verloren hatte.
Weitere Serien, die ihr Glück im Kino versuchten, finden Sie in der Bildstrecke. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 10.02.2010, 12:34 Uhr
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1 Kommentar
"Heroes" hat auch keine goldenen Quoten, trotzdem hat NBC gerade 18 Folgen für eine 5. Staffel bestätigt. Es hängt eben nicht nur von Otto Normalschauer, sondern auch von der Fangemeinde ab. Eine solche haben beide Serien. Bevor es einen 24-Film geben kann, muss erst die 9. Staffel gecancelt werden und diese Entscheidung ist (entgegen Ihrer Meldung) nicht NICHT gefallen. Antworten
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