Als er noch Feministinnen und Alte beleidigte

Am Mittwoch debütiert Sascha Ruefer als «Nachfolger von Beni Thurnheer». Bis dahin war es ein langer Weg.

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In Siegerpose: Moderator Sascha Ruefer im Sportstudio des Schweizer Fernsehen in Zürich.
Bild: People-Press.ch

   

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Schweiz - Italien

Freundschaftsspiel aus Basel, Kommentar: Sascha Ruefer, Mittwoch, 12. August, 20 Uhr, SF2.

Er war 12, als er fürs «Bieler Tagblatt» seinen ersten Matchbericht verfasste. Gut, gerade episch fiel das Werk über das Cupspiel seines FC Lengnau gegen Aesch nicht aus, es umfasste ganze zwölf Zeilen. Und daheim half ihm der Vater, als er die Schreibmaschine im Adlersystem bearbeitete. Sein Honorar betrug 20 Franken. Der kleine Sascha «schimpfte» sich fortan Journalist und bastelte sich einen Presseausweis.

37 ist Sascha Ruefer heute. Er hat es in seinem Leben als Journalist schön weit gebracht. Er kommentiert künftig die Spiele der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft - als Nachfolger von Bernard Thurnheer, der sich langsam zurückziehen will. «Nachfolger von Bernard Thurnheer», sagt er, «das höre ich nicht gern, ich darf mich mit ihm nicht vergleichen. Ich bringe nicht mit, was er kann.» Thurnheer war ein Unikum, «der ‹Schnurri› der Nation». Ruefer gibt sich demütig: «Ich bin einfach der Kommentator der Schweizer Nationalmannschaft.»

Feministinnen verhöhnt

Es war ein langer Weg für Ruefer, bis er vor wenigen Tagen auf den prestigeträchtigen Stuhl befördert wurde. Nach dem Gymnasium hatte er bei Radio DRS angefangen. Am Frauen-Streiktag sagte er: «Hören wir rein.» Und spielte Hühnergegacker ein. Im August 1997 stellte ihn dann SF DRS als Journalist und Kommentator ein. Schon im folgenden Sommer durfte er zur WM nach Frankreich. Er berichtete unter anderem vom Spiel Italien gegen Chile. Eigentlich wollte er sagen: Die älteren Zuschauer würden sich sicher an 1962 erinnern, als sich die beiden Mannschaften an der WM einen wüsten Kampf lieferten. Aber die Formulierung war ihm zu lahm. Also sagte er: «Die Corega-Tabs-Fraktion unter Ihnen...»

Das war typisch für den frühen und vorlauten Ruefer. Auf der Suche nach einem eigenen Stil wollte er originell und witzig sein. Er war «abgehoben», sagt er. Das Bild von ihm war schnell gemacht, es war nicht freundlich: Er war «Laferi» und nicht Kommentator. Das sagt niemand anders als Ruefer selbst.

Nach der EM 2000 wurde er von SF DRS wegen mangelnder Leistung entlassen. Ein paar Tage später bekam er eine neue Chance, allerdings mit einem auf 50 Prozent zurückgestuften Pensum. Er kämpfte sich zurück, durfte vom Champions-League-Spiel des FC Basel in Turin gegen Juventus berichten und nervte mit Sätzen wie: «Auch wenn es Sie zu Hause nicht interessiert, aber es ist kälter geworden.»

Volksmusik-Moderator

Heute, da er zum Ausgleich Sendungen wie «Grand Prix der Volksmusik» und «Schlagersommer» moderiert und Costa Cordalis' Schnulze «Anita» vor Livekameras singt, heute also kann er über alte Sünden lachen. Er gibt sich bewusst geläutert, weil er genau weiss, dass die Nationalmannschaft ein Sportpolitikum ist. Er wird beim Kommentieren weiterhin stehen, aber er wird bei einem Tor nicht mit hoch erhobenen Armen jubeln, wie ihm das bei Spielen seines Leib-und-Magen-Vereins Bayern München schon passiert ist. Fan des Nationalteams dürfe er nicht sein, sagt er, eine Spur Patriotismus wolle er sich gleichwohl gestatten.

Als er im Februar zum vierten Mal probehalber bei einem Länderspiel der Schweiz am Mikrofon sass, damals gegen Bulgarien, deutete er an, wie er sich das Kommentieren vorstellt: dass weniger manchmal mehr ist und er nicht permanent plaudern muss. Und wenn er es am Mittwoch, wenn die Schweiz in Basel gegen Italien spielt, nicht so macht, wie er sich das vornimmt, dann werden die Zuschauer ihn sich schnell vorknöpfen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 10.08.2009, 14:00 Uhr

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22 Kommentare

silvan bernet

10.08.2009, 23:16 Uhr
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ich bin immer wieder erstaunt wie gewisse menschen sich ein urteil bilden und vergleiche ziehen ohne die hintergründe zu kennen. wer sf mit ard und zdf vergleicht, hat keine ahnung! die kommentatoren von zdf haben ein riesen team hinter sich. die sf kommentaoren machen ALLES alleine. die haben nicht einmal einen techniker bei den spielen dabei und kümmern sich von a bis z alleine um alles! Antworten


Phil Decker

10.08.2009, 17:41 Uhr
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Ruefer ist grauenhaft. Dani Wyler hätte den Job kriegen sollen! Antworten


leo nauber

10.08.2009, 17:03 Uhr
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@werner straub: Wenn schon die Kommentatoren etwas vom Fussball verstehen, kann das Fernsehen kein Geld mehr für zusätzliche Experten verschleudern. Mal genau hinsehen, was das für Experten sind und sich mal überlegen, warum die wohl so vom Fernsehen gehätschelt werden und werden möchten. Antworten


Thomas Kuster

10.08.2009, 15:11 Uhr
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Bei Ruefer gilt das Sprichwort - Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Antworten


daniel studer

10.08.2009, 14:23 Uhr
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fast alle sf-fernsehmoderatoren haben sehr wenig fussball-sachverstand,die kommentare und analysen sind himmelschreiend.zudem unsäglich die ständigen spieler-verwechslungen.ruefer ist zudem ein "plauderi",der zwanghaft versucht witzig zu sein.ohne beni gilt noch vermehrt das motto:fussballspiele auf tsr schauen - und gleichzeitig die franzöischkenntnisse ein wenig reaktivieren! Antworten


Elvira Kreuzer

10.08.2009, 14:08 Uhr
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ruefer "legt sich gerne fest" und muss dann nach ansicht der zeitlupe meist zugeben, dass er mit seiner einschätzung halt doch wieder falsch lag. erinnert einem irgendwie an jan hiermeier und das ist weiss gott keine referenz... was jeder fussballsacherverständige in "real time" gesehen hat sieht er nicht. das finde ich noch schlimmer als sein unsägliches stammtischgeschwafel. Antworten


Stefan Bosshard

10.08.2009, 13:20 Uhr
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Ich finde Ruefer als Nachfolger von Beni Thurnheer eine schlechte Wahl. Mir hätte es besser gefallen, wenn Dani Wyler die Spiele der Schweizer Nati kommentieren würde, denn Wyler versteht mehr von Fussball als Ruefer und Thurnheer zusammen. Ruefer ist wie Thurnheer in erster Linie ein Plauderi. Antworten


Edgar SChaad

10.08.2009, 13:20 Uhr
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Es gibt schlimmeres als Sascha Ruefer. Nämlich die geschwätzigen "Co-Kommentatoren" und die unsäglichen "Experten" mit ihrem ebenso langweiligen wie überflüssigen Fachleute-Geschwafel! Dann doch lieber ein paar Sprüche auf bescheidenem Niveau. Antworten


Peter Lüthi

10.08.2009, 13:06 Uhr
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Ich erinnere mich noch an Ruefer's Spruch anlässlich des WM-Quali-Spiels am 11.10.08 gegen Lettland: "Die Letten verteidigen sich, als stünden die Russen vor dem Stadion!". Wer solche Dummheiten von sich gibt, disqualifiziert sich selber. Antworten


Roger Jost

10.08.2009, 13:04 Uhr
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Der beste Ruefer war halt schon der "Alte", endlich mal einer mit coolen und witzigen Sprüchen, aber schon damals war mir klar, dass die ihm unsere lustlose Gesellschaft das Mikrofon abdrehen würde. Schade, wirklich schade. Der jetzige Ruefer ist auch noch OK, aber halt nichs spezielles mehr. Bei Jan Biletter ist es ähnlich, ab und zu in sponanten Situationen ist er einfach Weltklasse! Antworten


Hans Nötig

10.08.2009, 11:19 Uhr
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Das Problem an den SF-Kommentatoren finde ich weniger die Sprüche, die machen das ganze sogar ein wenig "lebendig". Aber was die teils an Falschaussagen tätigen, wobei dies nicht einmal die Regie zu merken scheint, finde ich teils wirklich bitter. Macht es zwar auch "lebendiger".. Antworten


mischa markt

10.08.2009, 11:07 Uhr
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Beni Thurnheer ist ein toller Komentator und Sascha Rufer ist es auch, die beste Wahl die SF treffen konnte diese Leute bringen eben auch Emotionen in eine Berichterstattung. Wie klingt es den bei anderen? Müller spielt zu Degen, Degen zu bla. Bei den anderen beiden Müller zu Degen Degen was macht der da sieht erden nicht.... Fussball sin Emotionen und die sollen auch rüberkommen. Antworten


Jonas Peters

10.08.2009, 10:56 Uhr
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Wieso darf ein SCHWEIZER Moderator nicht Fan der Schweizer Mannschaft sein? Bei Clubereignissen kann ich der Neutralität halber die Zurückhaltung verstehen. Ich würd mich jedenfalls freuen, wenn bei einem Schweizer Tor der Moderator 3 Minuten lang Goal schreit und jubelnd auf und ab hüpft. Schaut mal argentinische Kommentatoren an, die machen das auch bein einem "neutralen" Champions League spiel Antworten


Erich Klaus

10.08.2009, 10:52 Uhr
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Schade, künftig muss ich die Spiele unserer Nati wohl ohne Ton anschauen müssen. Antworten


Daniel Roth

10.08.2009, 10:41 Uhr
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Die schweizer Fernsehmacher stehen irgendwie auf so Quaseltanten. Hauptsache irgendwas von sich geben, am besten 93Min lang. Was ist egal. Der Schuss ging in die Mauer. Eine Sofortanalyse, widerrufung dieser, eine neue und diese auch gleich wiederrufen. Einen Fan, bzw Nachahmer hat er schon gefunden. Fritschi vom Teleclub. Die Oberkatastrofe Teil 2. Janu, auf TSI oder TSR, da laufts.... Antworten


Patrick Hauser

10.08.2009, 10:30 Uhr
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Ruefer ist aufgeweckt, direkt und macht meist originelleSprüche. Er wird sicher ins eine oder andere Fettnäpfchen treten, aber man wird es ihm verzeihen. Sicher ist: Er hat Humor und langweilt nicht. Er ist das pure Gegenteil eines farb- und humorlosen Salzgeber. Antworten


Marcus Ballmer

10.08.2009, 10:24 Uhr
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"Corega-Tabs-Fraktion" - der ist aber sackstark, ich lach mich kaputt!!! Hoffentlich bringt er noch viele solcher Bonmots, dann macht es auch einem nicht in der Wolle gewaschenen Fussball-Liebhaber Spass, ein Spiel zu schauen. Dass Ruefer den militanten Fanatikern nicht passt, ist schon klar. Diese Bedauernswerten sind griesgrämig und völlig humorlos, das sind man hier schon bei den Kommentaren. Antworten


Daniel Melter

10.08.2009, 10:08 Uhr
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Ach was, der Ruefer ist voll okay! Ich finde er hat ein paar gute Sprüche drauf und bringt etwas Pfeffer ins meist langweilige Fussballspiel (das wir von der Nati sicher auch wieder zuhauf erwarten können). Antworten


Res Zaugg

10.08.2009, 09:47 Uhr
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Wer SF schaut soll sich nicht beklagen. Ich habe diesem Sender vor voielen Jahren abgeschworen und kenne die Protagonisten nur aus den Zeitungen. Mich ärgern nur die Gebühren für diesen Monopolsender. Nieder mit dem Staatsfernsehen, es leben die Privatsender :-) Antworten


Peter Thomas

10.08.2009, 09:45 Uhr
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Ruefer macht Spass. Er nimmt sich sich und das Sportgeschehen nicht so ernst. Er soll nur wieder etwas mehr Sprüche klopfen und sich nichts vorschreiben lassen. Antworten


Martin Bucher

10.08.2009, 09:30 Uhr
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Höchststrafe für das Publikum! Ruefer redet viel und sagt nichts. Seine Kommentare zu den Spielen der Nati sind etwa so ärgerlich wie minütliche Werbeunterbrechungen. Schade. Werde zukünftig auf TSR ausweichen müssen. Antworten


Werner Straub

10.08.2009, 09:21 Uhr
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Rufer wird 'Beni national' alle ehre machen. auch er versteht vom fussball nicht allzuviel und überzeugt wie auch sein vorgänger in keiner weise. es ist mir schleierhaft, warum sich SF nicht an den nachbarländern und deren kommentatoren orientiert. dort sind echte fachleute am werk, die etwas von der materie verstehen, interessante details hervorheben und beobachtungen machen. SF: alles beim alten Antworten



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