Behinderten-Soap: Protagonisten melden Ansprüche an
Von Maurice Thiriet. Aktualisiert am 16.03.2010 1 Kommentar
Darf man Behinderte in den Mittelpunkt einer Soap stellen? Maximilian Reimann von der SVP findet dies «ethisch fragwürdig.» (Bild: Keystone)
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SF plant eine Sommerserie mit Behinderten. Die bringen schon mal erste Kritik an. Das Schweizer Fernsehen (SF) wartet dieses Jahr mit einer besonderen Sommer-Soap auf: Ab dem 5. Juli sollen in einer siebenteiligen Serie acht bis zehn Protagonisten, die Hälfte davon geistig behindert, eine Badeanstalt betreiben. Nach einem entsprechenden Bericht der «SonntagsZeitung» meldeten sich sofort kritische Stimmen. Der «Blick» fragte sein obligates «Darf man das?», und SVP-Ständerat Maximilian Reimann stellte die Hauptdarsteller der Soap sogleich in die Schwachsinnigen-Ecke. «Es ist ethisch fragwürdig, wenn man Leute in den Mittelpunkt stellt, die in ihrer Zurechnungsfähigkeit beeinträchtigt sind», sagte Reimann.
Die Behinderten selbst haben weit weniger Bedenken, die nationale TV-Bühne zu bespielen. Im Gegenteil: Die Zürcher Theatergruppe Hora, in der Behinderte Haupt- und Nebenrollen spielen, steht bereits Gewehr bei Fuss. Dass sie aus der «SonntagsZeitung» von der geplanten Soap erfahren haben, stösst den Machern der Theatergruppe der Stiftung Züriwerk sauer auf. «Wir finden es fatal, dass das SF die einzige Profi-Organisation, die mit behinderten Schauspielern arbeitet, nicht in die Planung und Umsetzung eines solchen Projektes einbezieht», sagt Hora-Geschäftsleiter Giancarlo Marinucci.
Spitzen gegen Pro Infirmis
Dass bisher nur die Behindertenorganisation Pro Infirmis dem SF beratend zur Seite stehen darf, findet Marinucci unfair. Die Theatergruppe Hora habe aus über 20 Jahren Arbeit mit handicapierten Schauspielern grosse Erfahrung. «Ich fände es absolut unverständlich, wenn wir dieses Knowhow nicht einbringen könnten», sagt Marinucci. Die Arbeit mit Behinderten brauche Erfahrung. «Und für eine Stunt-Szene heuert man schliesslich auch Profis an», so der Fachmann.
Bei SF steht eine Zusammenarbeit mit den Profis des Theaters Hora noch nicht im Vordergrund: «Es soll ja kein Schauspiel sein. Die Leute sollen in der Soap eine Badi leiten und nicht eine Rolle vorspielen», erklärt SF-Sprecher Marco Meroni. Allerdings habe das Casting noch nicht stattgefunden, was auch den Schauspielern des Theaters Hora eine Hintertür offenlässt. «Wir haben ausser mit Pro Infirmis noch mit keiner Behindertenorganisation gesprochen, eine Zusammenarbeit mit dem Theater Hora ist sicher denkbar», sagt Meroni. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 16.03.2010, 08:32 Uhr
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1 Kommentar
Die Nichtbehinderten sind doch die Behinderten, denn sie haben das Problem im Umgang mit verschiedenen Gattungen Menschen. Die Behinderten haben auch recht, sich darzustellen. Wir haben das Problem, die Behinderung anzunehmen, so wie sie ist. Behinderte haben noch Herzensbildung, was manchem Genie verloren gegangen ist!! Behinderte sind fähig, natürlich zu lieben, und sie müssen nichts vorspielen Antworten
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