«Club»-Kritik: Kommt der Klima-Kollaps nun endlich?
Von Simone Matthieu. Aktualisiert am 17.02.2010 139 Kommentare
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Die Positionen sind seit Jahren die gleichen: Forscher und Umweltschützer warnen vor dem Klimakollaps, der sich nur durch sofortige, drastische Verringerung des globalen CO2-Ausstosses abwenden lässt. Die Wirtschaftsvertreter führen dagegen ins Feld, für ein umweltverträgliches Leben und Arbeiten gebe es keine finanziellen Mittel. Gerade jetzt in der Krise, wo jeder an seinen individuellen Problemen zu nagen hat, kommen zusätzliche Ausgaben im Dienste des Umwelt- und Allgemeinwohls bei den Menschen nicht gut an.
Und sowieso: Solange immer noch nicht endgültig bewiesen ist, dass es tatsächlich so schlimm kommt, wie behauptet, mag niemand den Stein zu einem neuen Umgang mit den natürlichen Ressourcen ins Rollen bringen.
Unter diesen altbekannten Voraussetzungen debattierte gestern der «Club» zum Thema «Der Klimastreit - Öko gegen Eco».
Festgefahren
Die Situation ist paradox: Einerseits war Kopenhagen die erste internationale Klimakonferenz, an der so viele Staatsoberhäupter inklusive den USA teilgenommen haben, frohlockt Andreas Fischlin, Professor für Systemökologie der ETH Zürich und Friedensnobelpreisträger. Noch nie sei ein Konsens der Weltgemeinschaft über verbindliche Umweltverträge so nah gewesen. «Die Forscher-Gemeinschaft ist sich einig, dass eine solch rasche Freisetzung fossiler Brennstoffe, wie sie zurzeit stattfindet, Folgen hat», erklärt Unternehmer und ETH-Professor Anton Gunzinger. Daran gebe es nichts zu rütteln.
Trotzdem werden gleichzeitig die Zweifel an der angeblich drohenden Unweltkatastrophe immer grösser. Vor allem aus Wirtschaftskreisen werden solche Zweifel gern geschürt und Forschungen, welche den Treibhauseffekt widerlegen sollen, ins Feld geführt. «Ich kenne eine Studie, die besagt, dass die Temperaturen in den letzten zehn Jahren gesunken sind, nicht gestiegen», sagt Transportunternehmer Ulrich Giezendanner.
Besagte Studie ist eine unter vielen, welche den Sorgen der Umweltschützer gegenteilige Daten entgegenhält. «Zurzeit wird viel zu viel und überstürzt für den Umweltschutz Geld ausgegeben, ohne dass wir überhaupt wissen, wohin die Reise geht», sagt Ökonom Hans Rentsch, Autor von «Avenir Suisse».
Die Glaubensfrage
Wem soll man noch glauben? fragt Moderator Röbi Koller zu Recht. Ist die Angst vor der Klimakatastrophe ein Hype wie einst das Waldsterben? Oder wischt die Wirtschaft Fakten fahrlässig unter den Tisch nach dem Motto «Nach mir die Sintflut»?
Keiner weiss, was in zehn, zwanzig Jahren wirklich sein wird, das müssen auch die Umweltschützer zugeben. Und die Forscher betonen, dass ihre Warnungen lediglich auf Annahmen beruhen und niemand voraussagen könne, wie das Ökosystem der Erde am Ende tatsächlich reagieren wird.
Trotzdem soll man jetzt handeln, der ganzen Welt ein neues System aufzwingen, unbeschreiblich grosse Summen Geld investieren. Für SVP-Mann Giezendanner kommt das nicht in Frage. «Vor zehn Jahren hat die Forschung behauptet, 2010 liege die Schweiz unter Eis. Ich glaube den Forschern gar nichts mehr», sagt er. «Die Natur regelt das von selbst. Das war schon immer so.»
Keine Lösung in Sicht
«Nur weil bisher nichts passiert ist, heisst das nicht, dass nie etwas passieren wird», sagt Anton Gunzinger. «Wir dürfen die sichtbaren Warnhinweise nicht einfach ignorieren. Irgendwann ist es soweit. Und dann wird es schlimm für uns alle.» Trotzdem hat auch er kein Rezept parat, wie man wirtschaftliche Interessen und Umweltschutz unter einen Hut und die Menschen zu einem umweltfreundlicheren Verhalten anhalten kann.
Hans Rentsch glaubt, dass Kopenhagen so wenig bringen wird wie seinerzeit Kyoto. «Es ist eine Illusion, 188 Staaten unter ein Dach bringen zu wollen. Die Interessen der Länder sind zu unterschiedlich. Klimapolitik ist nur national möglich, da jedes Land andere Bedürfnisse hat.»
Der einzige, der eine Lösung für dieses Dilemma Eco vs. Öko präsentiert, ist Unternehmer Gunziger: «Die Schweiz sollte ein Pionierstaat sein. Umweltfreundliche Technologien gibt es längst. Und mit ihnen kann man Geld machen. Das sollten wir am nächsten Klimagipfel in Mexiko der Welt zeigen.» Bleibt nur die Frage: Glaubt man ihm, dass umweltfreundliche Technologie tatsächlich ein rentables Geschäft ist? (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 17.02.2010, 16:49 Uhr
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139 Kommentare
Also liebe Luzia Keller. So etwas Flaches sollten Sie lieber für sich behalten. Was heisst das denn nun? Gibt es im Mittel keinen Temperaturanstieg. Und wenn das "Pendel" stillsteht, ist es dann gut? Soll die Erde als die Temperatur von 1897 haben? Warum denn? Was war damals gut? Die irische Nahrungsmittelkrise oder was, weil es so kalt und regnerisch war? Denken in grossen Zyklen ist angesagt. Antworten
Ich erinnere an das Waldsterbe-Thema vor etwa 20 Jahren bei dem uns suggeriert wurde, bis ins Jahr 20xx werden wir in einer Steppenlandschaft leben. Der Nachweis einer Beeinflussung des Klimas durch den Menschen steht meiner Meinung nach auf wackligen Füssen, aber es schadet bestimmt nicht den Fokus auf alternative Energien zu richten, zumal die fossilen Brennstoffe endlich sind. Antworten
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