«Der Nachfolger muss eine televisionäre eierlegende Wollmilchsau sein»
Aktualisiert am 03.12.2011 8 Kommentare
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Grosse Abschiedsvorstellung: Thomas Gottschalk und Michelle Hunziker, hier an ihrer vorletzten Sendung. (Bild: Keystone )
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In seiner letzten «Wetten, dass...?»-Show am Samstagabend in Friedrichshafen hat Thomas Gottschalk seinen langjährigen Freund Günther Jauch gefragt, ob er Moderator der Sendung werden wolle. Jauch fragte, ob Frage und Antwort verbindlichen Charakter hätten. Nach kurzer Pause fügte er hinzu: «Und wenn ich's mir überlegen dürfte?» Gottschalk antwortete: «Ich geb' Dir eine Nacht.»
Daraufhin lud Jauch ihn in seine RTL-Sendung «2011! Menschen, Bilder, Emotionen» am Sonntagabend ein. «Du kommst zu mir in die Sendung, und ich sag's Dir morgen Abend vor allen anderen», sagte Jauch. Darauf stiessen sie mit ihren Gläsern an. Zuvor hatte Jauch Gottschalk als sein Vorbild bezeichnet.
In der vorgeschalteten ZDF-Sendung «Wetten, dass..? - Der Countdown» hatte Jauch gesagt, Gottschalks Nachfolger müsse «eine televisionäre eierlegende Wollmilchsau sein, die gibt es nicht». Andererseits gehe auch «Stern TV» weiter, nachdem er nach 20 Jahren gegangen sei.
Es mache Gottschalk «erfolgreich, dass er die Menschen wirklich mag», ein offenes Wesen habe, herzlich sei und gleichzeitig frech und bissig sein könne, aber nie verletzend. Mit seiner Authentizität sei Gottschalk für ihn «ein Riesenvorbild - nach wie vor», sagte Jauch. Er werde nicht weinen und erwarte keinen melancholischen, sondern fröhlichen Abend.
«König von Deutschland»
Vor Beginn der Live-Show würdigten weitere der prominenten Gäste den nach 24 Jahren scheidenden Moderator. Schauspieler Til Schweiger sagte in derselben Sendung, Gottschalk sei «der grösste Entertainer und Showmaster, den wir hatten; er ist der König von Deutschland». Es seien 25 Jahre Fernsehgeschichte, betonte Schauspielerin Iris Berben, die lobte, Gottschalk habe die Show «unverbraucht» gemacht.
Gottschalk erschien mit schwarzer Smoking-Jacke und roter Schottenkaro-Weste und -Hose zu seiner letzten Show, seine Ko-Moderatorin Michelle Hunziker in einem goldenen Abendkleid. Sie schenkte ihm zu Beginn der Show eine Torte mit Marzipan-Figuren des Moderatorenpaares. Dann sagte sie ein Gedicht für ihn auf: «Deine letzte Show / Ich freu' mich drauf / und ich sag' Dir / Thomas, hör nicht auf!», lauteten die letzten Zeilen ihres Gedichts, mit dem sie die Show einleitete. Gottschalk selbst kündigte einen «fröhlichen Abend» an. «Ich weiss einiges nicht, was auf mich zukommt», fügte er hinzu.
Gottschalk empfing Wunschgäste als Wettpaten, darunter Dirk Nowitzki - er brachte Gottschalk als Abschiedsgeschenk ein Trikot seiner Basketball-Mannschaft mit - und Karl Lagerfeld.
Das ZDF plant die Zukunft der Show weiter mit Michelle Hunziker. «Wir stehen in einem engen Kontakt und sie weiss von mir persönlich, dass wir gerne weiter mit ihr zusammenarbeiten wollen», sagte Thomas Bellut, Programmdirektor und künftiger Intendant des Senders, der «Bild am Sonntag». (kpn/miw/sda/dapd)
Erstellt: 03.12.2011, 14:27 Uhr
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8 Kommentare
Gott Schalk hat das Bild der Medienlandschaft der geselligen Unterhaltung mitbestimmt. Dazu ein Dank in Ehren. Nun hat der lange Satz ein Punkt. Die Sendung war geprägt durch Gottschalk selbst; nicht nur durch deren Inhalt. Es wäre klug, das Buch mit Gottschalk nun zu schliessen, statt dass 'ne fremde Feder nun versucht, das fortzuführen, was Gottschalk selbst geschrieben. Antworten
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