Die «Schweizer Hits» zielen am Geschmack der Schweizer vorbei
Von Rico Bandle. Aktualisiert am 02.11.2009 43 Kommentare
Klarer Sieger: Der Volksmusiktitel gewinnt.
Studie
Die Studie des Bundesamts für Statistik zum Kulturverhalten der Schweizer Wohnbevölkerung 2008 steht kostenlos zum Download bereit: hier klicken.
Die Schweiz ist das Land der Volksmusik-Liebhaber, suggerieren die Resultate der SF-Sendung «Die grössten Schweizer Hits». Bei den letzten beiden Staffeln wurden «Ku-Ku Jodel» von Oesch's die Dritten beziehungsweise «Dr Schacher Seppli» von Ruedi Rymann zum beliebtesten Musiktitel der Schweiz gewählt. Bei dieser Staffel wieder dasselbe: Titel, die nicht aus dem volkstümlichen Bereich stammen, scheinen chancenlos. In der Auftaktsendung gewann Stefan Roos mit seiner austauschbaren Schnulze «Das Herz einer Mutter». Gestern, bei der dritten Sendung, siegte der Chorjodel «Wunderbar» beim Telefonvoting mit grossem Abstand vor der Pop-Ballade «One Step Closer» von Myron. Weit abgeschlagen blieb Züri West, seit Jahren eine der erfolgreichsten und eigenwilligsten Bands der Schweiz.
Ist des Schweizers liebste Musik tatsächlich die Volksmusik? Spielen die Radiosender alle am Publikum vorbei? Kürzlich veröffentlichte das Bundesamt für Statistik (BfS) eine grosse Studie über das Kulturverhalten der Schweizerinnen und Schweizer. Zur Musik heisst das Verdikt nach der Auswertung von 4346 Interviews: «Lieblingsstil der Schweizer Wohnbevölkerung ist Pop und Rock, gefolgt von klassischer Musik. Schweizer Blas- und Volksmusik hingegen ist vergleichsweise wenig beliebt.» Erstaunlich: Selbst die klassische Musik liegt in der Statistik weit vor der Volksmusik:

Wie kommt es, dass bei der Sendung trotzdem immer die Volksmusik gewinnt? Die Vermutung liegt nahe, dass vor allem ältere Leute Schweizer Fernsehen schauen – und dann auch anrufen. Das SF gibt keine Zahlen zur Altersstruktur einzelner Sendungen bekannt. Die These wird aber von der BfS-Studie gestützt. Der Lieblingsstil der Leute über 60 ist zwar mit grossem Abstand die klassische Musik, gleich dahinter folgt aber die Volksmusik. Bei unter 45-Jährigen gibt nur ein Prozent der Befragten an, sie bevorzugten die Volksmusik.

Stimmt also die Vermutung des überalterten Publikums und glaubt man der Studie, so könnte man zum Schluss kommen: Die grössten Chancen bei die grössten Schweizer Hits hätten eigentlich nicht irgendwelche Jodler, sondern das Berner Sinfonie- oder das Zürcher Tonhalle-Orchester. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 02.11.2009, 12:49 Uhr
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43 Kommentare
Gott sei Dank ist diese miserable "Kabarettsendung" als Vorspann zu Giaccobo Müller zu Ende gegangen. 15 Minute vor den letztgenannten haben mir völlig gereicht um die letzten dümmlichen Kommentare von Jordy und co. zu vernehmen. das eine Gstudierter mit namen Beny sich für solche Sendungen hingibt entspricht und sagt fast alles. Peinlich peinlich penlich. Antworten
Gilt auch für diese Sendung: Bringt einmal neue Köpfe. Nicht immer die "Alten" ausgraben. "Roman, Francine und Beni" sollten sich weiter entwicklen. Nicht in den Erstlingsschuhen stecken bleiben. Am Anfang ist es lustig, aber beim dritten Mal sollte man sich schon etwas Neues einfallen lassen. Für diese Gage sollte mehr verlangt werden, als nur wild daherplaudern ... Antworten
Warum immer verallgemeinern? Nicht alle die über 60 (oder bedeutend älter!) sind, hören am liebsten Volksmusik. Wir sehen uns diese - für unser Alter bestimmte Sendung - nie an. Wir wünschen uns Jazz, Blues oder französische Chansons. Eher selten haben wir, leider, die Möglichkeit diese Musik zu hören. Antworten
Die Sendung bringt allen Etwas: Mir z.B. gefallen die Kommentare und die Sticheleien von Roman, Francine und Beni. Sie sind so richtig erfrischend! Die Musikauswahl ist halt wirklich seeeeehr breit - nach Sparten aufgegliedert gäbe es bestimmt auch andere Sieger. Muss man dann übers Ganze abstimmen, sind Siegertitel wie gehabt logisch; sie treffen offensichtlich den Geschmack der Mehrheit. Antworten
Nun habe ich zum dritten Mal die Sendung begonnen aber nur ein Mal beendet. Nach der ersten Sendung war mir klar, dass es wieder ist wie immer. Schade um die Plattform! Ruedi Rymann ist sicher eine Ausnahmeerscheinung aber ansonsten... Jedenfalls kann ich mir den Sonntag-Abend in Zukunft getrost ohne Schweizer Hits vorstellen. Antworten
SF DRS sollte jetzt wohl auch merken welches Publikum sich diese Sendung ansieht und dementsprechend seine Musikauswahl treffen. Leute die Bligg, Stress usw. hören, sehen sich ganz sicher nicht die grössten Schweizer Hits an, das Voting hat es ja ganz deutlich gezeigt. Sven, Roman und Beni finde ich sehr unterhaltsam, auf Jordi mit ihrem unnatürlichen lachen könnte ich verzichten. Antworten
Da lob ich mir Bluewin-TV. Da kann ich wenigstens oft das im TV schauen was mir gefällt. Von den Kosten her praktisch 1:1 da ich praktisch gleich viel zahle wie für den "ordentlichen" Kabel-Anschluss. Im Uebrigen, das CH-Fernsehen bringt im Doku-/News Bereich viele gute Sendungen (Giacobbo-Müller, Dok, Reporter, PULS, Kassensturz, Rundschau & Tagesschau. Unterhaltung ist leider totaler Bullshit. Antworten
Volksmusik und volkstümlicher Schlager kann durchaus Platz haben in dieser Hit-Sendung. Ruedi Rymann als ehemaliger Sieger war für mich absolut okay. Der Schacher-Seppli ist schliesslich landesweit ein Begriff - sicher auch bei Fans von Pop- und Rock-Musik, zu denen ich mich zähle. Aber was einfach nicht geht, ist die Bezeichnung "grösste" Schweizer Hits bei Songs, die nur eine Minderheit kennt! Antworten
Denkt mal eins weiter Leute: Wenn in den Ausscheidungssendungen jeweils der Volksmusiktitel gewinnt, weil es nur einen davon zur Auswahl gibt, dann müssten umgekehrt in der Final-Sendung die Popsongs rar sein. Wenn es überhaupt ein Pop-Titel ins Final schafft wird er sehr gute Chancen haben zu gewinnen! ...völlig schräg dieses Sendungskonzept. Antworten
Diese Abstimmung ist für mich überhaupt nicht aussagekräftig. Das ist ja wirklich lächerlich, dass ein unbekanntes Lied das Voting gewinnt. Und das schon zum zweiten Mal. Ich verstehe nicht, wieso die SF-Musikredaktion so einen Titel überhaupt zur Wahl stellt. Ziel ist wahrscheinlich soviele Zuschauer wie möglich an den Bildschirm zu locken - Das Gegenteil wird der Fall sein, es wird weggezappt. Antworten
Ruedi Rymann war vielleicht überraschend, aber das hatte wenigstens Kult-Faktor (Das Lied und Rymann). Die gestrigen Sieger wie auch Roos sind weder musikalisch noch textlich spannend. Was ich wirklich schade finde ist die Tatsache, dass bei dieser Staffel wieder zu wenig Newcomer die Chance kriegen (es gibt nämlich viele in der CH)! Man wiederholt sich lieber zum x-ten Mal.... Antworten
@Hans Wegmann: DANKE, Sie beschreiben in 2 einfachen Sätzen was Sache ist. Kann ich nur mitunterschreiben! Das Schweizer Fernsehen produziert perfekte Sendungen (Einstein, Rundschau, SF bi dä Lüüt usw.usw.), darum schade, dass sie uns so etwas wie "Schweizer Hits" zumuten! Aber offenbar sind die Geschmäcker verschieden...und das ist ja auch wieder gut so! Antworten
Eine Public-Voting-Show bringt also nicht die Sieger, die auf Grund der in der Gesamtbevölkerung festgestellten musikalischen Präferenzen zu erwarten wären? Das könnte daran liegen, dass sich am Samstag Abend um 20.15 Uhr ein für die Gesamtbevölkerung in keiner Weise repräsentatives Publikum vorm TV verliert. Ein mutmasslich massiv überaltertes mit einer Vorliebe für Volkstümliches. Antworten
Nachdem ich mich 2007 und 2008 über das endlose und unqualifizierte Geplänkel der "Diskussionsrunde ?!" ärgerte, bevorzuge ich in diesem Jahr den TARTORT auf ARD. Einen zweiten Schacher-Seppli kann es sowieso nicht mehr geben. Ruedi Rymann, wir danken Dir für diesen wirklichen Schweizer Hit. Antworten
Wir sind sehr tief gesunken - nur die Tatsache, dass ein gebührenfinanzierter Sender solche Sendungen mit gebührenpflichtigem Telefonvoting sponsert, stellt schon genügend Zündstoff zur Verfügung. Ein Moderator und seine Gäste, die bis auf Francine Jordi in Sachen Musik völlig emotionslos und unkompetent sind, machen die Katastrophe komplett! Für alle engagierten CH-Musiker ein Schlag ins Gesicht! Antworten
Es ist nun mal Tatsache dass diese Sendung stattliche Zuschauerzahlen generiert und somit das SF nicht komplett am zahlenden Publikum vorbeiproduziert. Ob nur mit werbefinanzierten Privat-TV alles so supertoll würde ist eine etwas gar einfache Schlussfolgerung und bezweifle ich sehr, ansonsten kann ich nur M. Halbeisen gratulieren: Wenigstens konsequent als das ewige Lied der Gebühren-Jammerei. Antworten
"Wie kommt es, dass bei der Sendung trotzdem immer die Volksmusik gewinnt? Die Vermutung liegt nahe, dass vor allem ältere Leute Schweizer Fernsehen schauen – und dann auch anrufen. " Mit Sicherheit rufen die "Alten" nicht an! Weshalb sollten sie auch? Die "Alten" zahlen für ihren Geschmack schon zuviel Konzession. Hart aber wahr! Antworten
am meisten nervt das quitschen der frau jordi....unglaublich unsymp diese person. von sich dermassen überzeugt und anmassend, dass es schon weh tut. die beiden anderen oberplauderi brauchts eigentlich auch nicht. wozu überhaupt weiter gebühren bezahlen? Antworten
Das hat nicht mit Geschmack zu tun sondern mit Rechnen, wie bereits einige richtig bemerkt haben. Zählt man die Stimmen nach Genere zusammen, schlägt Pop/Rock die Volksmusik um längen. Wenn die SP 40% Stimmen erhält und die FDP, SVP und BDP je 20%, gewinnt auch die SP. Die Mehrheit hat trotzdem bürgerlich gewählt und nicht links. Antworten
Schönes Beispiel wie von einer "aktiven" Minderheit eine Mehrheit gemacht wird und somit das Bild nicht repräsentativ ist. Doch da das Resultat bekannt und publiziert wird, ist das dann die "Wahrheit", das echte Ergebnis. Eigentlich nichts Neues...oder anders, wieso werden die Krankenkassenprämien immer teuerer, wieso werden die Banker als ERSTE in der "Krise" unterstützt...naja, DEMOkratie halt. Antworten
Was hat das eigenlich noch mit Ohrwürmer zu tun. Das sind doch nicht Musikstücke, die man erst seit einem Jahr kennt. De Schacher seppli und die Alperose konnte man noch singen und wird auch viel gesungen und die haben es auch verdient zu gewinnen. Bei den meisten vorgestellten Musikstrücke ist dies leider nicht der Fall. Diese Sendung ist völlig daneben. Für so enen blödsinn zahlen wir Gebühren! Antworten
Wieder eine Beweis dafür dass wir vor knapp 20 Jahren das beste gemacht haben was man machen kann: Den TV abmelden! Seither haben wir viel mehr Zeit, interessieren uns für mehr intelligente statt kommerzielle Sachen und selbst unsere drei Kinder (zwischen 13 und 17 Jahre) vermissen die TV-Sendungen nicht. Eine Woche TV in den Ferien reicht um zu sehen dass das nur verlorene Zeit ist. Antworten
völlig doofes prinzip, ist ja klar, dass sich die pop/rock fraktion gegenseitig stimmen abnimmt, da jeweils nur 1 volksmusik lied dabei ist, vereint dieses dann die stimmen aller älteren leute auf sich und gewinnt. dies führt dazu, dass ich nach der ersten sendung nicht mehr eingeschaltet habe.. Antworten
man kann die sache auch anders betrachten. zwei drittel der leute die abgestimmt haben, waehlten pop/rock etc. musik. der drittel der zuschauer, welcher auf volkstuemliche musik steht, hatte gar keine alternative zu dem einen titel den sie schussendlich zum sieger gewaehtl haben. zusammenstellung der musiktitel + die demographie der zuschauer lassen gar keinen anderen sieger zu. junior mistake. Antworten
Die Ergebnisse zeigen, dass vor allem Leute, die einer Schweiz nachtrauern, als die Zeit noch heil war und wir keine Probleme hatten. Zwar hat es so eine Zeit nie gegeben, aber viele glauben eben daran und statt nach vorne zu blicken richten sie den Blick nach hinten. Dass die Mehrheit der Gebührenzahler für solch eine Minderheit so eine teure Sendung finanzier muss, ist unverständlich. Antworten
Anstatt zu spekulieren, welches nun des Schweizers liebste Musikrichtung sei, sollte man das Augenmerk vielleicht einmal auf die Titelauswahl richten: Wenn von 5 Titeln 4 Pop-Songs sind, ist logisch, dass sich die Stimmen der älteren Generation auf den einzigen Nicht-Poptitel vereinigen, der dann natürlich gewinnt, während sich die Stimmen der Popfans auf vier übrigen Titel zersplittern. Antworten
... wieder eine der sinnlosen sendungen, bei denen ich mich frage, wieso ich das mit meinem geld bezahlen muss! und die resultate bestätigen das ja auch noch: überaltertes publikum - ergo bezahlen alle u65 für die abendunterhaltung der ü65. gebührenfinanzierte Tagesschau: unbedingt - alles andere aber bitte mit werbung finanzieren! Antworten
Wenn man einen einzigen Volksmusiktitel auf den sich alle Stimmen der Volksmusikfreunde konzentrieren, 4 Pop- oder Rocktiteln gegenüberstellt, worauf sich die Stimmen der Rock- resp Popfreunde verteilen, dann kann das Ergebnis ja wohl nciht erstaunen. Wenn man schon Musikstile in einer Wettberwebssendung mixt, dann sollten von jeder Art etwa gleich viele Titel zur Wahl stehen. Antworten






Peter Vogler
Ich bin etwas spät mit meinem Komment.Warum nur ein Kästchen für Klassik?Das Gebiet der Klassik ist riesig,und hat so viele Sparten und Stile.Cembalosonaten von.Scarlatti sind etwas Anderes als Wienerwalzer oder eine Oper von Verdi.J.P.Sweelinck komponierte anders als John Cage.Ein Schächtelch. wo man die ganze Klassik reinpasst. Die Hörerschaft bei einem Cembalorezital mag nicht unbedingt Wagner. Antworten