Die Solide
Von Olivia Müller. Aktualisiert am 28.01.2012 12 Kommentare
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Als Andrea Jansen diesen Sommer mit den Worten «Ich brauche eine Auszeit von der Glitzerwelt» ihren Verzicht auf eine weitere Staffel «Die grössten Schweizer Talente» (DGST) bekannt gab, horchte die Schweiz auf: Es kursierten diverse Namen möglicher neuer Gesichter, die SF-Sendeleitung entschied sich dann für einen altbekannten Namen – Anna Maier. Wieso passt das ehemalige Aushängeschild von TeleZüri genau in dieses Sendeformat und weshalb sucht die Radio-Moderatorin und zweifache Mutter nach drei Jahren TV-Abstinenz wieder das Rampenlicht?
Gutes Timing
Die Castingshow «Die grössten Schweizer Talente» erfreut sich grosser Beliebtheit beim Schweizer TV-Publikum, das belegen die Quoten vom letzten Jahr (über 45 Prozent Marktanteil). Das Schweizer Fernsehen will es sich nun bei der zweiten Staffel auf gar keinen Fall mit den Zuschauern verscherzen. Wer bloss soll in die Bresche springen und an der Seite von Sven Epiney die Show moderieren? Die Schweiz hoffte auf ein neues, junges Gesicht beim SF, wurde jedoch enttäuscht. Oder zumindest zum Teil. Anna Maier ist weder neu noch frisch, dennoch hörte man die letzten Jahre nicht viel von ihr.
Genau diese Tatsache, ihre negative Sendepräsenz (das kann man von Epiney nicht behaupten), war wohl ausschlaggebend für die Wahl der Radiomoderatorin. Vor drei Jahren verabschiedete sich Anna Maier mit der «Mister Schweiz Wahl» von der Bildfläche und wagte sich in neue Gefielde vor. Sie gründete eine Firma: Die Online-Boutique Styleme sollte Fashionistas eine Möglichkeit bieten, Labels zu kaufen, die in der Schweiz nicht erhältlich sind. Die Fashionistas aber erinnerten sich an ihren legendären «Wurstkleid»-Auftritt und blieben fern. Anna Maier liess vom Abenteuer Unternehmertum ab und wandte sich wieder ihrer Kernkompetenz, dem Radiomachen und der Selbstvermarktung, zu.
Und immer die Männer
Die TV- und Radiomoderatorin lässt selten eine Gelegenheit für eine Homestory aus, sie ist uns allen also bestens bekannt. Jede ihrer Beziehungen wurde medienwirksam inszeniert. So wissen wir, dass ihre erste Tochter aus der Ehe mit der Morgenstimme von Radio 1, Marc Jäggi, stammt. Danach folgten diverse Männer im Zwei-Jahres-Rhythmus. Seit drei Jahren nun ist Maier mit dem Edelweiss-Air-Piloten Urs Bruggisser verheiratet. Allerdings wählte sie das Datum der Hochzeit marketingtechnisch ungeschickt, denn am selben Tag heiratete auch Christa Rigozzi, so blieb Maiers Schritt zum Altar bloss eine Randnotiz.
Mädchen von nebenan
Anna Maier moderiert nebst der Morgenshow auch die renommierte Hintergrundsendung «Focus» auf DRS 3, wo sie sich auch schon mal an hiesige Politgrössen oder Literaten wagt. Das hat bestimmt auch den Leutschenbach beeindruckt. Denn dass sie über eine sympathische Radiostimme verfügt, stellt keiner in Abrede. Ausser bei einer einschlägigen Facebook-Gruppe ist Maier überall beliebt. Das entspricht auch ihrem Naturell: Aufgestellt und munter kommt sie daher, das Mädchen von nebenan sozusagen. Dieses Image hat sie – vermutlich unbeabsichtigt – über die Jahre hin aufgebaut und gepflegt. 1996, als knapp 20-Jährige, begann sie ihre Karriere unter der Ägide von Roger Schawinski bei Radio 24. Selbiger zeichnete auch für Maiers bisherigen Karriere-Höhepunkt verantwortlich: Er holte sie 2006 nach Deutschland zu Sat 1, wo sie die Tanzcastingshow «You can dance» moderierte. Der grosse Durchbruch blieb ihr versagt, aber sie wurde nun durchaus als kompetente Entertainment-Moderatorin wahrgenommen.
Die grosse Erfahrung Anna Maiers und ihre rührige Art muss der SF-Sendeleitung gefallen haben, deshalb fiel die Wahl auf sie. Sie ist zwar nicht so aalglatt wie Epiney, aber mindestens so kompetent; die Kritiker beissen sich die Zähne an ihr aus. Anna Maier verkörpert den Durchschnittsschweizer, ist ein Musterbeispiel gelungener Assimilation und einfach nett. Das Schweizer Fernsehen wagt keine Experimente am Samstagabend, das ist und bleibt auch mit Anna Maier so.
Die zweite Staffel der Talente-Show startet am Samstag, dem 28. Januar, mit den Casting-Sendungen, zu sehen jeweils am Samstag und Mittwoch ab 20.05 Uhr auf SF 1. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 27.01.2012, 15:20 Uhr
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12 Kommentare
Das Wort "Wurstkleid" ist sehr witzig, trifft die Sache aber nicht. Würste haben keine Falten, sie füllen die Haut immer prall aus. Das fragliche Kleid von Anna Maier sass zu eng und war sehr faltig. Niemand, auch nicht die neidischste Journalistin, kann behaupten, Frau Maiers Figur sei in irgend einer Form "wurstartig". Ich finde sie in jedem Kleid sehr viel attraktiver als jede Wurst im SF DRS. Antworten
Sorry, welch eine Ironie der Sache, denn es zeigt sich doch, dass mit einem Geldpreis der schweizerische Markt der Sache und der Musik nicht gerecht wird. Einmal mehr kann sich der CH-Markt ohne entsprechende Alternativen zum Weltmarkt, er ist und bleibt zu miekrig, klein! Zu geuter Letzt will man noch die Sendung the voise of ... kopieren ohne entsprechende Marktsegmente und lösungen. Antworten
Solange wir immer wieder mit Sven Epiney gequält werden, möchte ich keine Klagen über Anna Maier lesen.
Ich mag sie nicht. Ihre Focus-Beiträge sind die einzigen, dich ich nicht als Podcast höre und ihr Dienstplan bei DRS3 entscheidet, wie oft ich stattdessen Swisspop hören muss... ihre Moderationen wirken konstruiert, künstlich und für mich unsympathisch. Antworten
dann bin ich also nicht die Einzige, die bei gewissen Moderatorinnen das sonst geliebte DRS 3 abschaltet.
Schaaaaaade: Andrea Jansen war noch einer der Gründe, diesen Volksbühnenklimbim anzukucken. Jedenfalls ganz sicher nicht die durchaus peinliche Jury (mindestens bezogen auf den männlichen Teil davon) oder Mr. Aalglatt.
Dann halt die besten Wünsche, dass Anna Maier es gut macht. Soll schliesslich schlecht Wetter sein morgen...
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Ist das nicht die, die vor nicht allzulanger Zeit mit dem legendären Wurstkleid für Furore sorgte und dann die Presse in Angst und Schrecken versetzte, indem sie all denen mit einer Klage wegen Persönlichkeitsverletzung drohte, die weiterhin über das Wurstkleid berichten? Willkommen zurück in der Öffentlichkeit, liebe Anna! Pass bloss auf, die Augen sind wieder vermehrt auf dich gerichtet! Antworten
Sieben Wochen Fernsehabstinenz kann auch nicht schaden. SF möge in nächster Zukunft bahnbrechend für die ganze Fernsehwelt Unterhaltung ausstrahlen, dass jeder Zuschauer sagen kann, das hat sich jetzt doch gelohnt, dass ich geschaut habe! Es gibt doch viele intelligente Leute in der Schweiz, die etwas zu bieten haben.. Antworten

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