Die Welt der Hotelerbin ist am Ende
Von Walter Niederberger. Aktualisiert am 02.09.2011 50 Kommentare
Hilton im Jahr 2000. (Bild: Reuters )
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Nach einem wilden Jahrzehnt, das nach ihrem Vorbild eine ganze Generation öffentlichkeitsfixierter Gören produzierte, zogen die Fernsehverantwortlichen den Stecker. Ihre letzte TV-Realityshow wird wegen mangelnden Zuschauerinteresses vorzeitig beendet.
Spricht, als wäre sie 15
Was undenkbar schien, ist seit Februar Tatsache. Paris Hilton wurde 30, doch niemand wusste, ob es etwas zu feiern gab. Sie selber schien ebenso ratlos: «Ich kann nicht glauben, dass ich 30 bin. Aber mindestens sehe ich noch wie 20 aus», sagt sie in ihrer letzten Realityshow «Die Welt, wie sie Paris sieht». Der Verweis auf eine zehn Jahre jüngere Erscheinung kann vielleicht als unbegründet gesehen werden. Sicher ist aber, dass Hilton noch immer so spricht, wie sie es vor 15 Jahren tat, als sie das erste Mal als Model Schlagzeilen machte.
Heute ist es aber mehr als nur die dünne Mädchenstimme, die einen ratlos lässt. Was auffällt ist, wie wenig Paris Hilton noch immer zu sagen hat und wie leer und gelangweilt sie in einer Fernsehserie daherkommt, die zeigen sollte, «wie Paris erwachsen wird». Noch immer fährt sie in teuren Autos umher (diesmal im einem rosafarbenen Bentley); noch immer huscht sie von einer Party zur nächsten; noch immer wechselt sie ihre Bekanntschaften, ohne dass einer ihrer Boyfriends es länger aushalten würde. «Was immer ich tue», sagt sie in einem kurzen Moment der Selbsterkenntnis, «ich kann nicht gewinnen.»
Filmschauspielerin, Sängerin, Modezeichnerin
Die Tristesse, die sie umgibt und aus der sie in Interviews immer weniger ein Geheimnis macht, steht in hartem Kontrast zu ihrem früheren Leben als «Celebutante». Der amerikanische Begriff beschreibt Mädchen aus reichem Haus, die keine besonderen Talente haben und dies mit einem ausschweifenden, absichtlich schockierenden und teils kriminellen Lebensstil ausgleichen. Berühmtheiten ohne Grund also. Paris versuchte sich als Filmschauspielerin, als Sängerin und als Modezeichnerin. In sämtlichen Metiers versagte sie kläglich. Die erste Realityserie zusammen mit Nicole Ritchie war noch leidlich unterhaltend, bevor sich die beiden verkrachten. Schon damals wurde klar, dass Humor und Selbstironie ihr gänzlich abgingen. Schon in jungen Jahren schien sie verbittert.
Danach tauchten Sexvideos auf, die sie vermutlich gezielt lanciert hatte. Sie wurde wegen Drogenkonsums verhaftet; verursachte Unfälle in angetrunkenem Zustand und posierte öfter auch ohne Unterwäsche vor den Paparazzi. Alles half nichts. Nach nur wenigen Folgen musste jetzt ihre letzte Fernsehserie abgebrochen werden. Die Schuld natürlich liegt beim Sender, der den Sendetermin angeblich bewusst so gewählt hat, dass sie keine Chance hatte.
Eine ernsthafte Geschäftsfrau?
Was Paris Hilton nicht begriffen hat, ist die begrenzte Haltbarkeit einer Prominenten, die sich selber langweilt und ausser ihrem ätzenden «That’s hot» nichts auf Lager hat. Sie will Kinder haben und will eine gute Mutter werden. Auch sieht sie sich als ernsthafte Geschäftsfrau. Eine Wahrsagerin bestätigte ihr vor laufenden Kameras, dass die besten Jahre erst noch kommen. Aber sie schien es nicht recht zu glauben. «Je älter ich werde, desto mehr Freunde entgleiten mir.» (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 01.09.2011, 15:46 Uhr
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50 Kommentare
Statt ihr ganzes Dasein und Vermögen nur solchem geistlosen Stumpfsinn zu widmen, könnte sie sich doch karitativen Projekten zuwenden. Dann würden sich die Probleme mit der Sinnfrage und Aufmerksamkeit praktisch gleichzeitig erledigen und erwachseneres Verhalten wäre es obendrein. Antworten
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