Eine Frage der Gene
Von Bea Emmenegger. Aktualisiert am 26.09.2011 24 Kommentare
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Folge: «Auskreuzung»
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Die junge Frau arbeitet nachts im Labor, während vermummte Gestalten anderswo den Zaun um einen Acker aufschneiden. Ein Mann beobachtet sie dabei und meldet, dass das Feld gefunden worden sei. Es gibt also Tote bei Gentech-Forschern oder -Gegnern. Das erste Opfer ist allerdings eine Laborantin, die mit Gasen vergiftet wurde, die aus einer defekten Kühltruhe strömten. Das Kühlsystem der Truhe war sabotiert worden.
Max Ballauf und Freddy Schenk, die Kölner Kommissare, treffen am Tatort auf eine junge, blonde Wissenschaftlerin, die einst zu den Anti-Gentech-Aktivisten gehörte und jetzt mit gentechnisch veränderten Pflanzen Medikamente entwickelt, auf einen Institutsleiter, der seine Mitarbeitenden als um Fördergelder konkurrierende Gruppen gegeneinander antreten lässt, auf den Forscher Christoph Rubner, der die tote Laborantin als Co-Autorin seiner wissenschaftlichen Arbeit benannt hat, und auf dessen Frau, die als Sekretärin des Institutsleiters viel mitbekommt und manches nicht wahrhaben will. Und auf den Mann, der in der Nacht die Aktivisten bei der Eroberung des Feldes für Freisetzversuche beobachtet hatte.
Ein wortkarger Junge bringt Ballauf ins Schleudern
Der ist Konkurrent von Rubner, Liebhaber von Bahls, Bewerber um eine Assistenzprofessur und alsbald tot. Selbstmord, weil seine Bewerbung abgelehnt wurde und sein Projekt im Institut wegen der Sabotage der Aktivisten am Ende war? Nicht doch, mehr Arbeit für Ballauf und Schenk. Wobei Ersterer nicht recht bei der Sache ist, weil ihm ein 14-Jähriger ins Haus schneite, der sich als sein Sohn wähnt. Ballauf schickt den Jungen zurück zur Mutter nach Passau, doch dieser haut ab und besäuft sich sinnlos.
Schenk wiederum, sonst eher der Mann für familiäre Turbulenzen, hat den Part des kritischen Geists, der uns die Problematik gentechnisch veränderter Lebensmittel nahebringen muss. «Tatort» ohne Bewusstseinserweiterung, das geht ja inzwischen nicht mehr. Denn wie sagt Ballauf, als der Ex-Freund der blonden Wissenschaftlerin Bahls auf der Bildfläche erscheint, liebeskrank und noch immer gegen Freisetzungsversuche aktiv: «Oder ist es etwa schon wieder nur eine Beziehungstat?»
Gerade noch erträglich klischierte Figuren
Schön wärs, aber nein, es geht um Habgier, um das drohende Ende einer Karriere, um übermenschlichen Druck, und einzig der Blondine könnte ein Happy End gelingen. Gemacht ist das alles handwerklich okay, wenn auch ziemlich absehbar. Obs am Thema liegt oder an den Figuren, die gerade noch erträglich klischiert sind – so richtig warm wird man mit diesem «Tatort» nicht.
Und Max Ballaufs Nerv-Potenzial wird mit der letztlich nicht beantworteten Papa-Frage definitiv ausgereizt. So viel Klaus J. Behrendt als Lonesome Cowboy muss nicht sein. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 26.09.2011, 09:22 Uhr
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24 Kommentare
Wem das zu viel Niveau hat, kann ja die US-Krimis mit ihren billigen Sprüchen und tollen Actions anschauen. Auch dieser Tatort war interessant, aber eben auch anspruchsvoll, wenn auch zuweilen etwas gar abtriftend und kompliziert, ja, aber eben doch gut. Und die Wissenschaftlerin Lara Bahls (Luise Berndt) - eine Superrolle und -Schauspielerin! Antworten
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