Gottschalks Abschiedstournee macht Laune
Aktualisiert am 10.10.2011 13 Kommentare
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In der drittletzten «Wetten, dass..?»-Sendung standen gestern keine Legenden wie etwa Phil Collins, Take That oder Madonna auf der Gästeliste. Doch die Mischung aus nationalen und internationalen Comedians und Musikern, die zur Abwechslung auch alle bis zum Ende der Show blieben, sorgten beim Publikum für gute Stimmung. Pfiffige Wetten rundeten den Abend ab.
Mit gewohnt heiterem Gemüt sorgte Schauspieler und Comedian Michael «Bully» Herbig für einen unterhaltsamen Einstieg. Pointiert philosophierte er mit Gastgeber Gottschalk und Michelle Hunziker über Schaumküsse, brachte seinen überaus redseligen Wettkandidaten unter Kontrolle und zeigte reges Interesse an stoffarmen Kleidern. Dazu zählte auch das legendäre, durchsichtige Kleid von Sarah Conner, das sie 2002 bei einem «Wetten, dass..?»-Auftritt trug. Die Sängerin war am Samstag ebenfalls zu Gast in der Messehalle in Nürnberg. Anstatt eines Hauchs von Nichts trug Conner diesmal eine züchtige weisse Bluse, enge schwarze Leggins und einen glitzerbehängten schwarzen Blazer, der an einen spanischen Torrero erinnerte. Trotz Ankündigung von Gottschalk erfuhr der Zuschauer nicht, ob Conner damals nun ein Höschen unter ihrem Kleid trug oder nicht.
Musikacts mit Klasse
Nackte Tatsachen erwartete die Zuschauer dennoch: Die Sängerin Jessie J trat in einer in Schwarz gehaltenen Kombination aus BH, Miederhose und grobmaschigem Ganzkörper-Nylonstrumpf auf. Zwingend nötig wäre dieses Aufsehen erregende Outfit nicht gewesen: Live und mit kraftvoller Stimme gab die Musikerin eine tolle Gesangsleistung zum Besten. Auch die anderen Musikacts zeigten Klasse: Die eher als Soulsängerin bekannte Joss Stone lebte mit herausragender Live-Stimme und in Begleitung von Dave Stewart ihre rockige Seite aus. Für die ruhigeren Zuschauer präsentierte Peter Maffay, zum 17. Mal bei «Wetten, dass..?» und damit Rekordhalter, Lieder aus seinem Musical «Tabaluga».
Den grössten musikalischen Erfolg des Abends erzielte jedoch kein Superstar, sondern der elfjährige Hagen Brüggemann aus Hamm. In seiner Kinderwette erriet der begeisterte AC/DC-Fan mühelos vier Songs der Band nach jeweils drei Sekunden Einspielzeit. Noch während der Wette griff der Junge zur E-Gitarre und schmetterte unter anderem in Begleitung von Peter Maffay «Highway to Hell». Die Nürnberger Messehalle bebte und Thomas Gottschalk rockte begeistert auf einem Schreibtischstuhl über die Bühne. Als der Junge den Saal verliess, sagte Gottschalk mit strahlenden Augen: «In den hab' ich mich verliebt!»
Wettkönig wurde ein Wettverlierer
Auch die anderen Wetten des Abends konnten sich sehen lassen. Nicht das Spektakel und die Waghalsigkeit standen im Vordergrund, sondern Kraft, Gespür und Geschick. So sprang ein Australier wie ein Känguru von Gymnastikball zu Gymnastikball, ohne den Boden zu berühren; ein junger Mann hüpfte auf seinem Trial-Rad eine hinabfahrende Rolltreppe hinauf und ein Student erkannte am Schluckgeräusch seine Freunde. Wettkönig des Abends wurde ein Student, der gewettet hatte, einen Hindernis-Reitparcours ohne Pferd schneller durchlaufen zu können als die Weltklassereiterin Meredith Michaels-Beerbaum samt Pferd. Diese Wette hatte es 1983 schon einmal gegeben, damals wurde sie verloren. Diesmal auch: Um knapp eine Sekunde verpasste er den Sieg. Dennoch war es beeindruckend zu sehen, wie geschickt, wendig und problemlos der junge Mann über die zehn, bis zu 1,40 Meter hohen Hindernisse hüpfte.
Als Wettpaten traten neben den bereits genannten Gästen auch Mr. Bean-Darsteller Rowan Atkinson und die Kabarettistin Monika Gruber auf. Mit Ironie und Understatement zeigte Atkinson Klasse. Gruber liess - nach anfänglichen Problemen mit dem Teleprompter - mit spitzer Zunge die Geschichte von «Wetten, dass..?» Revue passieren.
Nachfolge von Gottschalk weiter offen
In der Geschichte der Show wird bald ein neues Kapitel aufgeschlagen. Nach dem Unfall des Wettkandidaten Samuel Koch im vergangenen Jahr hatte Thomas Gottschalk seinen Rückzug aus der erfolgreichen Samstagabendshow angekündigt. Bis zum Ende des Jahres wird er nur noch zwei Sendungen im November und Dezember moderieren. Wer Gottschalks Nachfolger wird, steht noch nicht fest. In den vergangenen Tagen verdichteten sich jedoch die Hinweise, dass der Entertainer Hape Kerkeling die Sendung übernehmen könnte.
Bei Gottschalks drittletzter «Wetten, dass..?»-Ausgabe schalteten am Samstagabend im Schnitt 9,06 Millionen Zuschauer ein. Das war ein Marktanteil von 29,1 Prozent. Dieter Bohlens Suche nach dem «Supertalent» auf RTL sahen 6,28 Millionen (20 Prozent Marktanteil). (wid/dapd)
Erstellt: 09.10.2011, 14:34 Uhr
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13 Kommentare
Die Show wäre toll, wenn man das belanglose und langweilige Geplauder auf dem Sofa konsequent auf 1 Min. pro Gast kürzen würde und keine Unterscheidungs- und Erkennungswetten annehmen würde. Gottschalk ist OK, aber Elstner hätte länger bleiben sollen. Kerkeling wäre mein Wunschnachfolger. Antworten
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