Hetze gegen Homosexuelle am Staatsfernsehen

Aktualisiert am 13.04.2010 106 Kommentare

Ein deutscher Bischof bezeichnete Homosexualität als «eine Sünde, die der Natur widerspreche». Und das ausgerechnet in der ARD-Sendung von Anne Will, die bekanntlich mit einer Frau zusammenlebt.

1/3 Das «Miteinander von Mann und Frau» gehöre zu den «moralischen Normen, nach denen der Mensch sich zu richten hat»: Bischof Overbeck.

   

Man sollte meinen, Homosexualität sei inzwischen gesellschaftlich akzeptiert. Gewiss, in homophoben Randbereichen – Armee, Fussballverein – outet man sich besser nicht. Aber in der öffentlichen Rede hat sich eine tolerante Haltung durchgesetzt. Und nun das: Bei «Anne Will», dem Sonntagabend-Polittalk der ARD, trat der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck auf, dem Augenschein nach ein offener, moderner Kirchenfürst. Es ging um die Haltung der katholischen Kirche zu den Missbrauchsfällen, und es ging um den Papst, der nach Meinung der einen die Sache «aussitzen» will, während die katholische Fraktion in der Sendung fand, er bemühe sich um Aufklärung.

Dabei war auch Rosa von Praunheim, Filmemacher und bekennender Schwuler. Als er den Bischof damit konfrontierte, dass die katholische Sexualmoral nicht unschuldig am Missbrauch sei, zog der vom Leder: Homosexualität sei eine Sünde, die der Natur widerspreche. Das «Miteinander von Mann und Frau» gehöre zu den «moralischen Normen, nach denen der Mensch sich zu richten hat».

Das war Hetze gegen Minderheiten, im öffentlich-rechtlichen TV. Und das ging auch gegen Anne Will, die bekanntlich mit einer Frau zusammenlebt. Die nahm die Provokation nicht auf und verwahrte sich nicht gegen die Diffamierung, sondern liess es bei einer lahmen Zwischenfrage bewenden. Das hielt sie wahrscheinlich für professionell. Man stelle sich vor, eine jüdische Moderatorin würde sich antisemitische Ausfälle ebenso gefallen lassen. Undenkbar! (ebl)

Erstellt: 13.04.2010, 08:52 Uhr

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106 Kommentare

Klemenz Michel

13.04.2010, 20:25 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Die katholische Kirche, ist eine widernatürliche Organisation. Antworten


Philipp Sauter

13.04.2010, 14:33 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Ausgerechnet ein Vertreter der Katholischen Kirche kommt mit Moralvorstellungen. Dabei ist die Katholische Kirche doch selber ein mafiöse Organisation, die seit ihrem Bestehen nur drei Ziele hat: Geld, Macht und Unterdrückung der Leute. Antworten



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