Klapproths Krampf mit Kalauern und Klugscheissern
Aktualisiert am 15.02.2010 216 Kommentare
Unter den Moderatoren des Schweizer Fernsehens gilt Stephan Klapproth als die grösste Diva. Niemand im Leutschenbach gibt sich ähnlich viel Mühe, die Beiträge dermassen ausschweifend anzukündigen, die News zur eigenen Show zu machen, wie Stephan Klapproth. Und niemand reagiert so rasch und direkt auf Kritik, wie der «10vor10»-Moderator. Dies musste auch schon der hier Schreibende erfahren, als kurz nach der Veröffentlichung eines Artikels bereits das Telefon klingelte und Stephan Klapproth sich meldete.
In ihrer vorletzten Ausgabe liess die «NZZ am Sonntag» unter dem Titel «König der Kalauer» kein gutes Haar an Klapproth. «Er beginnt ja grundsätzlich bei Adam und Eva. Und dann diese ständigen Kalauer. Sah man eben die Künstlerin Pipilotti Rist ins Wasser springen, kommt von Klapproth natürlich: ‹Eine Künstlerin, die sich gewaschen hat.› Klapproths Flach- und Plattwitze mögen in der Werbung noch angehen, da auf diese niemand wartet. Auf die News des Tages aber wartet man, Beachtung und Interesse sind bereits gegeben.»
«Leider aber plustern Sie sich auf»
Klapproth konterte mit einer Replik unter dem Titel «König der Klugscheisser». Dabei spricht er direkt den Autoren Dominik Imseng an: «Weitschweifigkeit werfen Sie mir als schlimmstes Verbrechen am Publikum vor. Der Vorwurf trifft Sie nicht minder: Ihr Fünfspalter liesse sich problemlos auf die cäsarisch knappen fünf Wörter reduzieren: Ich mag den Kerl nicht. Was Ihr gutes Recht ist. Leider aber plustern Sie sich auf (sind wir uns – horribile dictu – ähnlicher, als Sie denken?) zum Fernsehrhetorik-Experten, der Sie augenscheinlich nicht sind.»
Ob weitschweifig oder nicht, sicher ist: Klapproth polarisiert. Während die einen seine Art unausstehlich finden, schätzen andere ihn als jemanden, der die Nachrichten nicht bloss nüchtern und trocken präsentiert. Was meinen Sie, ist Klapproth ein nerviger «König der Kalauer» oder ein origineller Farbtupfer im TV-Alltag? Meinungen bitte unten anbringen. (rb)
Erstellt: 15.02.2010, 14:09 Uhr
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