Mit hungriger Puppe gegen den Hunger ankämpfen
Von Daniel Arnet. Aktualisiert am 11.10.2011
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Das Kekse verschlingende Krümelmonster aus der «Sesamstrasse» hat mit den kleinen Zuschauern in den USA immer weniger gemein. Laut einer Studie bekommen nämlich 17 Millionen US-Kinder zu wenig zu essen und sind hungrig, 9,6 Millionen sind weniger als 6 Jahre alt – alles potentielle Zuschauer der amerikanischen Originalsendung «Sesame Street».
Nun haben die Macher der Puppenshow reagiert und am Sonntag Lily auftreten lassen. Das zierliche Mädchen ist zwar wie das Krümelmonster hungrig, kann sich aber das Maul nicht ständig mit Keksen vollstopfen, denn Lilys Eltern wurden durch die Wirtschaftskrise stark getroffen. Sie müssen mit ihrer Tochter in die öffentliche Suppenküche, um sich den Magen zu wärmen.
Wachsende Hoffnung gegen den Hunger
«Am wichtigsten war für mich die Erfahrung, dass ich mich dort mit meinem Problem nicht alleine fühlte», sagte Lily und zog die Fernsehzuschauer gleich mit in ihren Bann. Eine grosse Solidaritätsbewegung gegen den Hunger zu bilden, das war denn auch das Ziel dieser Show, die zur Hauptsendezeit im US-Fernsehen lief. Momentan bestehen keine Pläne, dass Lily ständig in der «Sesame Street» auftreten soll.
Doch für eine Spezialsendung unter dem Titel «Wachsende Hoffnung gegen den Hunger» gab es für die Produzenten allen Grund. «2009 wurden in den USA 15 Prozent Haushalte ausgemacht, die aus finanziellen Gründen die Grundbedürfnisse nicht abdecken konnten», sagte Melissa Dino, eine der Produzentinnen der «Sesame Street», gegenüber dem amerikanischen «Newsweek»-Magazin.
Kekse umverteilen!
Lily wurde geschaffen, um die jungen Zuschauer für die weniger bemittelten Kinder im Land zu sensibilisieren. Lily sollte ein solches Kind sein, das den Gleichaltrigen vor den Fernsehgeräten über seine Erfahrungen berichten konnte. «Die Botschaft, die wir dem jungen Publikum mitgeben wollten, war einfach, sich mit Lily anzufreunden», sagte Dino.
Lily arbeitet nun als Freiwillige in der Suppenküche. «Je mehr ich in die Gemeinschaft eingebunden wurde, umso wichtiger wurde ich für die Leute, die ich erreichen konnte», sagte Lily den anderen Puppen in der «Sesame Street». Eine Aufforderung zum Mitmachen.
Kritik am Auftritt von Lily gab es einzig von rechter Seite, die monierte, dass die amerikanische Jugend damit einer Gehirnwäsche unterzogen würde. Ein bisschen lakonischer war der unter US-Konservativen beliebte Blog «The Blaze», auf dem nach der Show zu lesen war: «Es ist offenbar Zeit, die Kekse des Krümelmonsters neu zu verteilen.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 11.10.2011, 15:10 Uhr
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