Neues SF-Quiz: Sieg der Oldschool-Rätselfüchse
Von Philippe Zweifel. Aktualisiert am 02.09.2008 25 Kommentare
Verzichtet auf flapsige Sprüche: «1 gegen 100»-Moderatorin Susanne Kunz. (Bild: )
Nachdem das SF mit«Zart oder Bart» grandios gescheitert ist, musste an der Quiz-Front ein Erfolg her – und zwar möglichst risikolos. Also wurde das international erfolgreiche Quiz «1 gegen 100» der holländischen Firma Endemol eingekauft, auf deren Konto Shows wie «Deal or no Deal» oder «Wer wird Millionär?» gehen. Das Konzept: Ein Kandidat stellt sich der Konkurrenz von 100 Herausforderern. Ihm und seinen Gegnern werden vom Moderator Fragen gestellt. Gelingt es dem Kandidaten, alle 100 Mitstreiter durch sein Wissen zu eliminieren, winkt das grosse Geld, im Idealfall 225'000 Franken. Wird eine Frage falsch beantwortet, geht der Hauptkandidat leer aus und einer der 100 Herausforderer nimmt seinen Platz ein – so geschehen gestern, als Kandidatin Carmen die «Kleine Niederdorfoper» mit dem «Schwarzen Hecht» verwechselte.
Ein Quiz ist keine Unterhaltungskiste
Knifflig, knifflig, doch vom Konzept her wenig originell. Sogar die unheilvolle, an einen Horrorfilm erinnernde Musik, die jeweils ertönt, wenn ein Kandidat mit der Antwort zögert, hat man von anderen Shows kopiert. Wozu aber auch das Quiz neu erfinden? Die Flop-Show «Zart oder Bart» hat gezeigt, dass SF-Eigenproduktionen mit prominenten Gästen und lustig gemeinten Familien- oder Geschlechterduellen keinen Stich gegen geradlinige Wissensquize haben. Denn ein Quiz ist letztlich ein archaisches Prinzip, das in erster Linie der Befriedigung des Spieltriebs dient – und keine Unterhaltungskiste.
Allerdings steht und fällt auch ein Wissensquiz mit der Moderation. So ist denn Günter Jauch der Grund, weshalb «Wer wird Millionär» in Deutschland seit knapp zehn Jahren ein Gassenfeger ist. Jauch hat journalistische Kompetenz und strahlt Seriosität aus, einer, dem man den sprichwörtlichen Gebrauchtwagen sofort abkaufen würde: Eigenschaften, die bei einem Quiz-Moderator unablässig sind – und schon Quiz-Master wie Kulenkampff, Thoelke oder Rosenthal auszeichneten.
Souveräne Lückenbüsserin
Nun ist die Schweiz nicht gerade ein Pool für Moderationstalente. Im Fall von «1 gegen 100» musste man obendrein auf die erste Wahl verzichten: Eigentlich sollte Mona Vetsch moderieren, die Thurgauerin fiel aber krankeitsbedingt aus. Sie wurde durch Susanne Kunz ersetzt, die sich zuvor erfolglos für den Job beworben hatte. Doch Vetschs Pech ist des Zuschauers Glück; Lückenbüsserin Kunz führte souverän durch die Sendung. Gewiss, den ganz grossen Rätselfuchs nimmt man der Bernerin mit der blonden Bubifrisur nicht ab. Doch mit knappen Kommentaren zu den Fragen passte sie sich dem schnellen Rhythmus des Quiz an, auf biografische Unterhaltungen mit den (wie in allen Quizes) langweiligen Kandidaten liess sie sich kaum ein. Und: Auf flapsige Sprüche im Stil eines René Rindlisbacher oder Roman Kilchsperger verzichtete sie ganz. Ein Verdienst, das man ihr nicht hoch genug anrechnen kann.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 02.09.2008, 13:49 Uhr
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25 Kommentare
Muss es denn wieder diese Kunz sein mit der sympathischen Ausstrahlung von Dracula's Zügelwagen ? Und wieder muss ein Konzept von anderen Sendern übernommen werden - ein erneutes Armutszeugnis, und wir bezahlen diese Flops in Serie weiterhin brav mit unseren Konzessionsgebühren. Frau Deltenre: Nehmen Sie den Hut! Da hilft nur noch konsequentes wegzappen..... Antworten
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