Polo Hofer bringt das Opern-Problem auf den Punkt
Von Philippe Zweifel. Aktualisiert am 30.09.2009 70 Kommentare
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Mit «La Bohème» im Hochhaus knüpfte das Schweizer Fernsehen an den letztjährigen Erfolg der «Traviata»-Live-Inszenierung am Hauptbahnhof Zürich an. 577'000 Zuschauer hatten die preisgekrönte Sendung damals mitverfolgt. Die Projekte sollen wieder mehr Leute in die Opernhäuser locken. Die Quoten von «La Bohème» sind noch nicht bekannt, doch die Produktion gefiel; Kritiker und Zuschauer waren voll des Lobs.
Voll des (Eigen-)Lobs war auch das SF. Bereits während der Sendung wurden begeisterte Zuschauerreaktionen vorgelesen und danach gabs eine Talkrunde, die das Spektakel einordnete. Mit dabei war der ehemalige Expo-Chef Martin Heller, er fand die Aufführung weniger spontan als «La Traviata». Doch das Ziel, die elitäre Kunstform Oper dem Volk näher zu bringen, sei erreicht.
Technische Meisterleistung
Auch die Dirigentin Graziella Contratto würdigte die Tatsache, dass die Inszenierung Opern-Muffel ansprach. Ein sichtlich zufriedener Thomas Beck, einer der Bohème-Macher, ging wiederum auf die Unterschiede zwischen «La Traviata» und «La Bohème» ein. Letzte sei filmischer inszeniert worden, man habe sich mehr auf die Geschichte konzentriert. Die Herausforderung sei nun, beim nächsten Projekt wieder einen neuen Ansatz zu finden.
Damit es nicht zu eintönig wurde, hatte man ausserdem Polo Hofer eingeladen. Als bekennender Opern-Laie sollte er wohl ein paar kritische Töne beisteuern. Lümmelhaft wie er im Stuhl sass, sah er tatsächlich nach ein paar Anti-Opern-Sprüchen aus. Doch so richtig gifteln mochte der Rocker nicht. Zwar zeigte er sich nicht gerade euphorisiert vom Gesehenen, unterstrich aber die technische Meisterleistung der Show. Trotzdem kam der wichtigste und treffendste Beitrag von Hofer. Er wollte wissen, weshalb man keine Untertitel eingeblendet hat. In der Tat: Warum? Eine Antwort blieb ihm die hochqualifizierte Runde leider schuldig. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 30.09.2009, 14:21 Uhr
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70 Kommentare
Fantastisch! Für einmal überzeugt SF mit einer wirklich sehr gelungenen Akion. Ein grosses Lob an alle Mitwirkenden, hervorragend! La Bohème funktioniert hier weil halt die Ur-Themen des Mensch-Sein behandelt werden. Liebe, Verrat, Verlust & Tod sind auch im Berner Gäbelbach-Quartier aktuell. @Martin Ebel: Kleiner Tipp fürs nächste mal, Teletext 777 und die Untertitel sind da - auch gestern:-) Antworten
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