Sing die Huschelis weg, Sarah!
Von Philippe Zweifel. Aktualisiert am 07.12.2010 15 Kommentare
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Gestern hat das Schweizer Fernsehen bekannt gegeben, wer an der Qualifikationsshow um das Ticket für den Eurovision Song Contest antritt. Weder Fannie Lüscher, Piero Esteriore noch Oesch’s die Dritten haben es geschafft. Eruiert wurden die Musiker durch eine Radio- und Internetwahl.
Dass (ausser Kisha) nur unbekannte Namen dabei sind, geht in Ordnung. Berühmte Musiker haben es am Contest nicht einfacher. Frankreichs Patricia Kaas ist jüngst genauso untergegangen wie unser DJ Bobo. Von nationalen Berühmtheiten wie den Lovebugs und Michael von der Heide ganz zu schweigen. Unbekannte Acts stehen unter weniger hohem Druck, die Erwartungen sind kleiner. Vor allem aber können sie sich ein Contest-optimiertes Image zulegen. So weit, so erfreulich. Bloss: Unter den Nobodys, die uns das SF gestern präsentierte, sind erschreckend viele Frauen mit kleinen Stimmen und grossen Gitarren.
Was soll das sein? Die neue Natürlichkeit im Jahr nach Lena? So wirds freilich wieder nichts mit dem Finaleinzug. Dass man sich an Lena orientiert, ist sowieso falsch. Das war ein Glückstreffer – und eigentlich auch nicht im Sinn des Contests, weil zu natürlich, zu wenig Glamour, zu wenig Klamauk. (Wenn alle Länder Lenas hinschicken würden, könnte man den Contest gleich abschaffen – oder zu einer Castingshow umbauen. Aber das nur nebenbei. Bleiben wir bei den Schweizer Kandidaten.)
Ausländer rein
Generell gilt doch: Wenn die Kandidaten schon keinen gnadenlosen, Lena-mässigen Ohrwurm aufweisen können, müssen sie auffallen. Entweder mit viel nackter Haut oder unmöglichen Kostümen. In diesem Sinne könnte die Männerband Polly Duster punkten, die in Röcken auftritt. Das ist nicht gerade originell, aber halbwegs lustig. Blöderweise klingt ihr Lied wie Bryan Adams, aber das muss kein Nachteil sein. Auch Duke räumen wir Chancen ein; Rap mit hymnischen Klängen und heulenden Gitarren kommt am Song Contest immer gut. Eine ähnlich schräge Strategie verfolgt die Tessinerin Vittoria Hyde, eine Trompeten spielende Lady Gaga.
Nun ist es leider so, dass das Voting-System durch ethnische und politische Seilschaften zwischen den Ländern völlig korrumpiert ist. Gerade für die Schweiz empfiehlt es sich deshalb, einen Ausländer ins Rennen zu schicken. Man denke an Céline Dion oder Vanilla Ninja. Oder Sarah Burgess. Die kommt aus den USA, macht auf Schulmädchen und will heuer für die Schweiz starten.
Am 11. Dezember findet die SF-Huschelishow statt. Sing sie weg, Sarah! (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 17.11.2010, 10:19 Uhr
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15 Kommentare
Im Jahr 2005 belegte die Schweiz mit der estnischen Girlgroup Vanilla Ninja den achten Rang. Damals war man auf dem richtigen Weg, Schöne Frauen, gute Show, Link zur Ost-Musikmafia, der attraktive Song "Cool Vibes" hat einen Takt von 127 BPM (gemäss Forschern wird ein Rhythmus von 120-140 BPM vom Menschen ols optimal eingestuft). Warum macht man es nicht wieder wie im Jahr 2005? Antworten
Jedes Jahr wieder das gleiche. Die Presse lobt den einen oder anderen Kandidaten und rechnet chancen für ein weiterkommen aus, und wenn dann wieder nichts daraus sind alle Experten erstaunt, das alle gegen die Schweiz stimmen und fordern nächstes Jahr nie mehr anzutreten. Antworten
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