Super-GAU im «modernsten Nachrichtenstudio der Welt»
Interview Rico Bandle. Aktualisiert am 10.08.2009 8 Kommentare
Es bleibt nur der Abbruch: «Heute»-Sendung vom Freitag, 16 Uhr. (Video: ZDF)
Hat das Studio mit seiner Firma Tatin Scoping Complexity mitentwickelt: Ruedi Alexander Müller-Beyeler.
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Beitrag zum neuen Nachrichtenstudio:
Ruedi Alexander Müller-Beyeler, was ging in Ihnen vor, als die Sendung abgebrochen wurde?
Ich hab erst später in den Medien davon erfahren und bin ziemlich erschrocken. Bevor ich den genauen Grund kenne, kann ich aber nichts dazu sagen.
Grund sei menschliches Versagen gewesen, ein Mitarbeiter habe einen Server zur falschen Zeit runtergefahren. Man fragt sich: Rächt sich da die Übertechnisierung?
Das ist eine wichtige Frage: Wie viel Automation will man sich leisten? Beim ZDF wurde dies sehr weit getrieben, indem man beispielsweise vollständig mit Robotern arbeitet. Doch da konnte ich nicht mitreden.
Mit Robotern?
Roboterkameras. Hinter denen steht kein Kameramann mehr. Das Studio ist hoch komplex, aber sehr seriös gebaut. Jetzt, zu Beginn, hat es unterschiedliche Teams, die sich in die neue Technik einarbeiten müssen. In den letzten Monaten standen alle unter hohem Zeitdruck. Man musste damit rechnen, dass da noch Fehler passieren.
In den Deutschen Medien wird jetzt in hämischem Ton vom 30-Millionen-Euro-Studio gesprochen, das nicht funktioniere.
Das hat mit der politischen Situation zu tun. Die Spannungen zwischen den privaten und den öffentlich-rechtlichen Sendern sind dort einiges grösser als in der Schweiz. Die ganze Branche wartete nur darauf, dass das ZDF einmal abstürzt. Und die 30 Millionen Euro muss man in Relation sehen. Da ist ein neues Gebäude miteingerechnet, das man ohnehin hätte bauen müssen.
Abgesehen von Pannen und Gelddiskussionen: Sind Sie nach drei Wochen zufrieden mit dem Studio?
Das Potenzial ist noch längst nicht ausgeschöpft. Man ist vorsichtig, probiert noch nicht alles aus. In den nächsten Monaten sollte sich dies zunehmend ändern. Viele Möglichkeiten liegen fixfertig bereit, man muss sie nur noch anwenden.
Sie klingen etwas enttäuscht.
Überhaupt nicht. Sie hören da bloss die Skepsis des Entwicklers. Ich bin positiv überrascht, was bereits alles mit dem neuen Studio gemacht wird. Ein solch neues Studio ist hoch anspruchsvoll.
Welche Highlights erwarten uns denn noch?
Mit dem Bild, das neben dem Moderator erscheint, kann man zum Beispiel noch viel aktiver arbeiten, der Moderator kann damit noch stärker in Dialog treten. Es ist auch vorgesehen, dass sich die Moderatoren noch viel mehr bewegen und damit mehr Dynamik hineinbringen.
Das Studio ist 700 Quadratmeter gross, das mehrfach preisgekrönte SF-Nachrichtenstudio ist dagegen winzig...
...das kann man nicht vergleichen. Im besagten SF-Studio werden nur die Nachrichtensendungen gemacht, beim ZDF haben wir ein multifunktionales Studio für eine ganze Reihe von Formaten konzipiert. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 10.08.2009, 15:01 Uhr
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8 Kommentare
Souverain, wie die Moderatorin die Serverpanne gemeistert hatte. Dieser Person spreche ich ein grosses Kompliment aus. Ich wüsste nicht, wie ich reagiert hätte. Diese Dame hat offenbar riesige Erfahrung, ihr merkte man die unangenehme Situation und den Stress in keinem Moment an. Bravo! Antworten
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Internet auf dem Fernsehen: Der Trend geht klar in diese Richtung. Werden Sie sich einen Smart TV kaufen?
Ja, auf jeden Fall
Nein, interessiert mich nicht
Erst wenn die Geräte billiger geworden sind
Ich habe schon einen
3308 votes au total

























































Marc Walter
Warum muss wieder alles anders aussehen? Das alte Format war doch gut. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass sich die Fernsehanstalten immer etwas neues einfallen lassen müssen, um die permanente Erhöhung der Fernsehgebühren rechtfertigen zu können. Antworten