Kultur

TV-Direktorin Ingrid Deltenre hat genug

Aktualisiert am 05.06.2009 15 Kommentare

Ingrid Deltenre verlässt überraschend das Schweizer Fernsehen. Sie übernimmt Anfang 2010 nach sechs Jahren als TV-Direktorin die Leitung der European Broadcasting Union in Genf.

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Ihr erster Auftritt als TV-Direktorin: Ingrid Deltenre 2003. Nachfolgend ihre bedeutendsten Entscheidungen in den sechs Jahren an der Spitze des Schweizer Fernsehens.
Bild: Keystone

   

Ingrid Deltenre gibt ihren Posten als Direktorin des Schweizer Fernsehens ab. Die 49-Jährige wurde am Freitag per Anfang 2010 zur Leiterin der Generaldirektion der European Broadcasting Union (EBU) gewählt, wie die SRG idee suisse mitteilte. Über ihre Nachfolge will der Verwaltungsrat SRG Deutschschweiz in den kommenden Tagen beraten.

Als Superdirektorin von SF/SR gehandelt

Deltenres Abgang nach sechs Jahren an der Spitze des Schweizer Fernsehens SF kommt insofern überraschend, als ihr Ambitionen nachgesagt wurden, die Führung des aus der geplanten Zusammenlegung von SF mit dem Schweizer Radio SR DRS herausgehenden Unternehmens zu übernehmen. «Für mich ist der Moment gekommen, etwas Neues anzufangen», wird die gebürtige Aargauerin zitiert. An der neuen Aufgabe reizten sie vor allem die internationale Ausrichtung der multinationalen Organisation sowie die breite attraktive Aufgabenpalette.

Die Wahl von Deltenre zur Generaldirektorin der EBU mit 300 Mitarbeitenden in Genf, Peking, Brüssel, London, Madrid, Moskau, Singapur und Washington erfolgte durch den Exekutivrat der EBU. Die EBU ist die Vereinigung von 75 öffentlich-rechtlichen Rundfunkunternehmen aus 56 Ländern in Europa mit Sitz in Genf. Sie unterstützt ihre Mitglieder in rechtlichen, technischen und programmlichen Belangen und beliefert sie mit Wirtschafts- und Marktanalysen.

Grosses Lob von SRG-Chef Walpen

Armin Walpen, Generaldirektor der SRG SSR idee suisse, bedauert den Abgang Deltenres in der Mitteilung sehr. «Sie hat einen ausgezeichneten Leistungsausweis vorzuweisen», wird er zitiert. Mit grossem Erfolg habe sie das Schweizer Fernsehen programmlich und strukturell neu positioniert und es ins digitale Zeitalter geführt. Trotz der mächtigen ausländischen Konkurrenz erzielte SF nach wie vor hervorragende Quoten.

Bei Publikum und Angestellten erntete Deltenre, die 2004 die Nachfolge von Peter Schellenberg angetreten hatte, in den vergangenen Jahren allerdings nicht nur Lob. So stiess etwa die Absetzung der beliebten TV-Soap «Lüthi und Blanc» im Jahre 2006 bei den Fans sowie den Verantwortlichen auf harsche Kritik. Die anschliessend produzierte Ärzteserie «Tag und Nacht» erwies sich als Flop. Auch die Late-Night-Show «Black'n'Blond» mit Roman Kilchsperger und Chris von Rohr fiel beim Publikum durch.

Über die Nachfolge von Deltenre, die als erste Frau das Medienunternehmen leitete, wird der Verwaltungsrat SRG Deutschschweiz in den nächsten Tagen beraten. Es gilt, die Führung bis zur Zusammenlegung mit SR DRS Anfang 2011 sicherzustellen. Wahlgremium ist der Regionalrat SRG.D. (dvp/vin/oku/ap)

Erstellt: 05.06.2009, 16:33 Uhr

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15 Kommentare

Bruno Meier

05.06.2009, 15:35 Uhr
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Das ist die schönste Nachricht dieser Woche! Nachdem diese ignorante Person die besten Sendungen wie etwa "Lüthi und Blanc" sterben liess, um stattdessen am Laufmeter eigene Flops zu produzieren, wird Frau Deltenre mit Sicherheit als schlechteste TV-Direktorin aller Zeiten in Erinnerung bleiben. Ihre Fehler zu korrigieren wird nicht einfach sein, zumal sie ein totales Chaos hinterlässt. Antworten


Giovanni Baptista

05.06.2009, 15:51 Uhr
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Die gleiche Strategie wie Lebenspartner Sacha Wigdorovits - das Schiff verlassen bevor das Scheitern offenkundig ist. Allerdings - statt bloss um eine Zeitung mit ein paar Dutzend Redaktor/Innen und ein paar Dutzend Millionen geht es beim SF DRS (und dem Radio DRS) doch um grössere nautische Einheiten. Drum gut dass sie geht, so damit Professionalität und Journalismus wieder eine Chance erhalten. Antworten



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