TV-Kritik: Armselige Lösungen für die Armen
Von Simone Matthieu. Aktualisiert am 06.01.2010 53 Kommentare
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Zwei Lager sassen sich gestern im «Club» gegenüber: Zwei Langzeitarbeitslose und der Chef von Caritas Schweiz, der sich zum Ziel gesetzt hat, die Armut in der Schweiz bis 2020 zu halbieren. Auf der anderen Seite die gutbezahlten Wirtschaftsleute: Toni Bortoluzzi, Schreinermeister und SVP-Nationalrat, Thomas Daum, Direktor des Schweizerischen Arbeitgeberverbands und Rolf Maegli, Vizepräsident der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS).
Die Ausgangssituation: Die Armut in der Schweiz nimmt zu. Laut Caritas-Chef Fasel werden 2000 Arbeitslose pro Monat ausgesteuert. Insgesamt sind in unserem Land 900'000 Menschen arm. Zahlen, an denen Gesprächsleiterin Christine Maier zweifelt, da es gar keine offiziellen Erhebungen gibt. Auch das ist symptomatisch für das Problem. Die Zahlen, die Fasel präsentiert, hat er denn auch nicht etwa vom Bundesamt für Statistik. Die Caritas hat sie selber erhoben. «Wir haben hier Grundlagenarbeit geleistet und eine Studie gemacht», erläutert Fasel. «Wir sahen, dass viele Angaben fehlen, um die Armut in der Schweiz überhaupt erfassen zu können.»
Wer hat hier noch den Durchblick?
Eine unhaltbare Situation, denkt sich der TV-Zuschauer. Wie soll ein Problem bekämpft werden, wenn es in seiner Tragweite nicht einmal erfasst ist? Aber es kommt noch dicker.
Die Höhe der Beträge, die Sozialhilfebezügern zustehen, ist nirgends festgelegt. Zumindest nicht gesetzlich. Es gibt zwar Richtlinien der SKOS, die aber laut den beiden betroffenen Sozialhilfebezügerinnen Gabriele Burkhalter und Renate Hartmann nicht einklagbar sind und zum Teil sogar einfach willkürlich geändert werden - will heissen: gekürzt werden.
Fasel bestätigt: «Die Kantone wollen eine Vergleichssituation bei den Sozialhilfebezügen verhindern, damit sie Leistungen unbemerkt abbauen können. Wir brauchen endlich saubere Berichte der Kantone, damit klar ist, welche Leistungen überhaupt ausbezahlt werden.»
Theorie und Praxis - ein himmelweiter Unterschied
Absurd mutet die Diskussion immer wieder an, wenn die Herren aus der Wirtschaft besonders Löbliches der Schweizer Sozialinstitutionen hervorheben - und die Bezügerinnen unisono verkünden, davon hätten sie nie gehört. Etwa der von Arbeitgeberpräsident Thomas Daum vorgerechnete Bruttobetrag, der Familien zustehe, wenn die vom Staat bezahlte Miete und Krankenkasse miteinberechnet würden. Auf 4000 bis 5000 Franken pro Monat komme da eine vierköpfige Familie, die von Sozialhilfe lebt. Weder Burkhalter noch Hartmann haben je ähnlich hohe Beträge bezogen. «Solche Zahlen suggerieren, den Sozialbezügern gehts ja ganz gut», meint Burkhalter sarkastisch.
Auf breite Zustimmung bei allen Experten stossen sogenannte Sozialfirmen, in denen sich Arbeitslose und Sozialhilfebezüger sozial und wirtschaftlich fit halten. So soll eine Tagesstruktur erhalten bleiben und zum Geld vom Sozialamt noch ein bisschen mehr Einkommen als Anreiz hinzukommen. Auch für diese Idee hat Sozialbezügerin Burkhalter nur ein müdes Lächeln übrig: «Ich war bereits in drei solchen Programmen, habe sogar mit 53 Jahren noch eine Schule gemacht. Geholfen hats trotzdem nix.»
Geld allein hilft nicht
Sozialbezügern kann eine Reintegration ins Arbeitsleben nicht allein mit finanzieller Hilfe gelingen. Dies ist ein Punkt, in dem sich die ganze Runde einig ist. Das grösste Problem neben den ewig um die Frage «Reichts bis ans Monatsende» kreisenden Gedanken ist die Perspektivenlosigkeit, das psychische Loch, in das viele Sozialbezüger fallen und aus dem sie kaum wieder herauskommen. Thomas Daum fordert deshalb mehr Coaching, Betreuung, Anleitung und leichteren Zugang zu gewissen Arbeitsplätzen für Menschen, die nicht mehr am normalen Gesellschaftsleben teilhaben. «Das Schlimmste an der Sozialhilfe ist, dass die Armen mit Geld ruhig gestellt aber sonst allein gelassen werden», so Daum.
Während die Experten weiterhin um das wie, wo und wieso von Sozialfirmen diskutieren, bringt SKOS-Vizepräsident Rolf Maegli das eigentliche Problem auf den Punkt: «Sozialfirmen helfen 30 Prozent der Betroffenen zurück in den Arbeitsmarkt. Das ist sehr wenig. Für den Rest muss man andere Lösungen finden.»
Lösungen, die so individuell sind wie die Lebensgeschichten eines jeden Armen in der Schweiz. Daum fordert deshalb auch kein Patentrezept, sondern «individuelle, flexible Instrumentarien, die mit Mut eingesetzt werden». Mut bedeutet für Daum, dass eine Massnahme rasch wieder abgesetzt wird, sollte sie keine Wirkung zeigen.
Einen sekundären Arbeitsmarkt, Niedriglohnsektoren in den verschiedenen Branchen, halten Daum und Maegli für notwendig. «Im sekundären Arbeitsmarkt können die Menschen bestehen, die es im normalen Arbeitsmarkt nicht schaffen», ist Maegli überzeugt.
Problem vertagt
Das Fazit nach eineinhalb Stunden Diskussion im «Club» ist so komplex wie ernüchternd: Ideen gibt es viele, aber die wirkliche Motivation, sie umzusetzen scheint zu fehlen. Wie kann es sonst sein, dass die Caritas jetzt erstmals Zahlen zur Armut in der Schweiz erhebt? Liegt es an dem, was Daum sagt? «Bei allem Verständnis für Betroffene, sind wir in der Schweiz nicht so schlecht dran. Es gibt viele, die nie lernten zu arbeiten, zum Beispiel viele Ausländer, die jetzt immer mehr marginalisiert werden.» Ist der Leidensdruck schlicht nicht gross genug? Oder ist der Berg an Arbeit zu hoch, den man abtragen müsste, um das Problem Armut in der Schweiz in den Griff zu bekommen? Und gibt es nicht immer Themen, die gerade drängender sind?
So kommt es im «Club» zu einer letzten, erneut symptomatischen Szene: Viele wichtige Fragen konnten in der Sendezeit nicht angesprochen werden. Gesprächsleiterin Maier vertagt die Diskussion auf ein anderes Mal. Es werde sicher bald wieder eine Runde über Armut geben, meint sie.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 06.01.2010, 15:29 Uhr
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53 Kommentare
Ich wundere mich, dass in der ganzen Armutsbekämpfungs-Debatte ausser Acht gelassen wird, dass ein beträchtlicher Teil der Armut alkoholbedingt ist. Würden die Hilfswerke und die öffentliche Hand einen Teil ihrer Anstrengungen in eine wirksame Alkoholpolitik investieren, würde uns allen geholfen. Sie sollten der Alkoholprävention ihre Argumente liefern und sich nicht vor dem heissen Eisen fürchten Antworten
Langsam habe ich genug vom:" Sozialbezüger leben im oder über dem Existenzminimum!" Ich gehe jeden Tag für mein Sozialgeld arbeiten. Jeder der mich als Sozialschmarozer oder als arbeitsfaul bezeichnet, soll wie ich drei Jahre für einen Stundenlohn von Fr. 4.- arbeiten ( Zügeln, Bauarbeiten usw), dass mir aber vom Sozialamt wieder abgenommen wird .Und JA ich lebe trotzdem unter dem Existenzminimum. Antworten
@Yvonne Schär, sie machen also ihre Erziehung ihrer Kinder am Geld abhängig. Klar braucht man Geld zum Leben, aber Liebe, Respekt und andere wichtige Werte kann man nicht kaufen, sondern die müssen Sie dem Kind weitergeben. Wenn es dann aber trotzdem kriminäll, gewalttätig oder drogenabhängig wird, müssen sie dazu stehen, dass sie etwas falsch gemacht haben und nicht immer die anderen. Antworten
Weiterbildung, Jobsearchtrainings, Gesprächsführungstrainings, Computerkurse usw. usf. wenn keine Stellen da sind sind all diese Gelder in den Sand gesetzt. Wenn schon müsste die Politik endlich den Weg frei machen für Innovation am Arbeitsmarkt. Sie sollte diese Investitionen direkt an zukunftsträchtigen Branchen geben ( z.B. alternativ Energien wie in DE) um Arbeitsplätze zu schaffen. Antworten
@fr. martinek, ich weiss ja nicht was sie vom gesundheitsw. kennen.Stellen sie sich vor ein arbeitsloser ehemaliger matrose oder ungelernte(r) kommt da in die aufwachstation arbeiten & sollte den tempomat einer infusion einfach so mal einstellen können, oder ein gespräch führen mit eltern der verstorbenen tochter, einem schizophrenen seine krankheit erklären. ihr denken ist gelinde gesagt naiv. Antworten
Leider gibt es halt viele Leute, die können schlicht weg nicht mit Geld umgehen. Ein sorgfältiger Mensch wird auch mit 3000.- montlich problemlos überleben. Er schränkt sich ein, sucht eine günstige Wohnung, kauft weniger Kleider, hat kein Auto verzichtet aufs Handy macht kein Tatoo, etc. etc. Aber da kommt ein Aufschrei, das sind doch alles Menschenrechte die man da antasten will. Wirklich ?? Antworten
Entäuscht bin ich von Di.-Club Moderatorin Christine Meier. Es grenzt an ein Armutszeugnis, wenn man über Armut diskutieren will, aber keine Ahnung hat, ob die Schweiz wirklich ein Armutsproblem hat - auch die diversen Fragestellung lässt zu wünschen übrig. Es gibt viele arme / alte Leute, die sich nicht getrauen aus ihren vier Wänden aus zu brechen und darüber schweigen. Antworten
Wer sich auffällig lange mit Definitionsfragen beschäftigt (wer ganz, ganz, ganz, ganz, ganz, ganz genau ist denn nun wirklich arm?), kennt die Wahrheit und versucht gezielt, vom Thema abzulenken. Armut gibt es keine in der Schweiz, weil es keine geben darf. Im Schönrechnen der sozialen Wirklichkeit sind die Industrienationen mittlerweile Weltmeister. Doch das merken nur die Allerwenigsten. Antworten
Wie immer sind die Opfer schuld! Wer seit mehr als einem Jahr keine Arbeitsstelle mehr hat, gilt in der schönen Schweiz als "arbeitsunfähig" und wird deshalb auch nie mehr eine, auch nur einigermassen anständig, bezahlte Stelle finden. Es bleiben die IV und der zweite Arbeitsmarkt für die Opfer übrig. Die Sozialämter sind keine echte Lösung, es sei denn man liebt die lebenslange Abhängigkeit! Antworten
@Anton Keller Danke für den Tipp.Ich schicke mein Kind bereits in eine Tageskrippe die Einkommensabhängig ist., die ist leider um 18 Uhr geschlossen, die Läden sind jedoch noch bis minimum 20 Uhr offen- wenn nicht später. Das ist das Problem. Irgendwann wenn mein Sohn älter ist bin ich dann zu alt und zu teuer um einen Job im Verkauf zu bekommen. Antworten
Es ist gut, wenn Betroffene und Experten öffentlich über die Realität der Armut und Armutsbedrohung diskutieren. Es müssen viele Aspekte berücksichtigt werden, um eine weitere Vertiefung der Kluft zwischen Armen und Reichen zu verhindern. Für Betroffene sind Verdienstmöglichkeiten wichtig, die wir durch unsere Nachfrage nach lokalen und fair bezahlten Dienstleistungen sicherstellen können. Antworten
Disk. leider spät eingeschaltet. Fazit: Alles schon mal gehört-nichts neues-allg. bekannte Problematiken wurden aufgewärmt-keine Perspektiven für die Sozialempfänger- sind im System gefangen und werden nicht rausgelassen. Eigeninitiative dank existenz. finanz. gekürzten Mitteln nicht möglich- Elimienierung jeglicher Selbsthilfe-Gesellschaftliche und famil. Ausgrenzung erfolgen-keiner hilft Antworten
Ja Herr Bertoluzzi hat noch keinen Besuch einer Armen Person bekommen. Hat er schon mal darüber nachgedacht selbst aktiv zu werden, um Armen Leuten eine Stelle in seinem Betrieb anzubieten? Die vorgeschlagene Zweiklassenarbeitsgesellschaft ist menschenverachtend. Nicht die Arbeitslosen müssen lernen, sondern die Arbeitgeber, wie sie mit Arbeitslosen umgehen müssen! Antworten
Herr Fasel betonte stets dass ein Ja zur Personenfreizügigkeit die Angestellten besser schützt als ein Nein. Wieso sollen nun die 2000 pro Monat Ausgesteuerten ein Problem sein? Dank der von Fasel propagierten PFZ steht nämlich den Ausgesteuerten nun ein Arbeitsmarkt von 200 Millionen Arbeitern offen, da wird sicher jeder eine Stelle finden. Antworten
Ein Aspekt wird aus meiner Sicht immer wieder ausgeblendet: wer bezahlt denn die zusätzlichen Kosten? All diese Massnahmen sind ja nicht einfach gratis. Ich verstehe den Frust der Betroffenen, absolut! Respekt vor denjenigen, die sich aus diesem Sumpf wieder befreien können. Aber bitte berücksichtigen wir auch die andere Seite, ich befürchte sonst wirds plötzlich noch viel mehr Arme geben! Antworten
Ein 2. Arbeitsmarkt, Niedriglohnsektoren in verschiedenen Branchen - das führt doch direkt zum allgemeinen Sinken der Löhne. Bald haben wir als Folge davon noch mehr Armut in der Schweiz, die vom Steuerzahler aufgefangen werden muss. Dass Daum dies als Vertreter der Arbeitgeber für "notwendig" hält, ist verständlich. Absolut nicht nachvollziehbar ist aber, wenn sich auch Maegli dafür einsetzt. Antworten
Gelernte Verkäuferin 42, 1 Sohn 8j. Wie arbeiten bei diesen Ladenöffnungszeiten. Bei Teilzeit wird hohe Flexibilität verlangt, nicht möglich als Alleinerziehend. Den Lohn den ich als Verkäuferin verdiene müsste ich gleich für einen Babysitter ausgeben,und welcher Babyitter ist schon so flexibel wie ich im Verkauf sein muss. Zur Folge Jugendgewalt und Kriminalität! Antworten
Keinen Pfennig mehr nach Afrika spenden, diese Korrupten Regierungen fressen alles selber. Lieber unseren Armen Umschulungen und Weiterbildungen ermöglichen. Seit Jahrzehnten wird in Afrika Geld in den Sand gesetzt und nichts hat sich verbessert. Im Gegenteil, jetzt machen sie Mobil gegen den Westen. Dabei haben die eigenen Leute das gespendete Geld in den Sack gesteckt. Wow bin ich hässig. Antworten
Was wollte uns "der Club" eigentlich sagen? Schweizer Frauen, heiratet einen von den reichen Herren Direktoren, dann werdet ihr nicht zur Sozialhilfebezügerin? Unfassbar: auf der einen Seite die Frauen als arme "Bittstellerinnen" auf der anderen Seite die gut verdienenden Herren aus den oberen Gehaltsetagen, die Ihnen die Welt erklären. Welch dümmliches patriarchales Klischee... Antworten
Hugo Fasel einzuladen ist ein Hohn. Er selber soll einen Lohn von Fr. 600'000.-- Hier wäre Verzicht angebracht oder mindestens der Beweis müsste erbracht werden, dass er mit seinem Einkommen mindestens 6 Familien unterstützt. Wie überall: Wasser predigen und Wein trinken. Antworten
ich unterstütze gezielt EINE Familie in Südostasien. Habe ihnen ein Taxi gekauft, pro Tag müssen sie ca. 6 CHF an mich abliefern, den Rest dürfen sie behalten. Vom "Gewinn" kaufe ich dann dauernd Ersatzteile und betreibe so ein Nullsummenspiel, das eine kleine Familie ernährt. Spenden etc. tu' ich aber schon lange nicht mehr. Antworten
Äusserst laue, nichtssagende Diskusion.Herr Bortoluzzi verlangt, dass die Fürsorgestellen bei den Firmen vorstellig werden um Arbeitswillige anzubieten.Im heutigen Tagi lese ich auf Seite 6 dass sich verschiedene Firmen darüber aufregen, dass sich Fürsorgeämter bei ihnen melden. Das zeigt einmal mehr, dass sich die Arbeitgeber nicht für die Integration von Fürsorgeempfängern einsetzen. Antworten
Sehr geehrter Herr Gähler, die Armutsdefinition lautet anders. Zitat (bfs.admin.ch): (1) "Die Armutsgrenze (Grundbedarf + Wohnkosten + Krankenkassenprämien + 100 Franken pro Haushaltsmitglied ab 16 Jahren) für einen Einpersonenhaushalt liegt 2005 bei Fr. 2200.-, bei 3800.- für Alleinerziehende mit zwei Kindern und bei Fr. 4600.- für Paare mit zwei Kindern." Antworten
Es gibt viele die täglich Arbeiten und der Lohn nicht reicht für das Existenzminimum .Diese Leute bekommen vom Staat keine Unterstützung zum gegenteil,sie bezahlen noch Steuern.Diese Leute sind arm,und nicht Sozialabhängige die nicht Arbeiten können oder wollen.Sozialempfänger kommen wenigstens auf das Existenzminimum. Antworten
Leider äussern sich immer die gleichen Personen zu den gleichen Themen. Es ist doch einerlei, ob wir 700'000 oder 900'000 Arme in der Schweiz haben. Das ist nur eine Definitionsfrage. Jeder(e) ist eine(r) zuviel. Ich fordere sowohl von Bortoluzzi, wie auch von Fasel griffige Lösungen jenseits der Definitionsfrage. Zum Beispiel zur angesprochenen Pespektivenlosigkeit. Aber bitte keine Worthülsen. Antworten
Es gibt Institutionen, genannt Hilfswerke, die ganz gut leben vom Umstand, dass es Armut und Ausgegrenzte gibt. Sie gehen dann in deren Namen betteln, bauen teilweise riesige Bettel-Strukturen darum herum auf, und niemand kontrolliert, was mit den Spenden wirklich geschieht. Dann gibt es spezialisierte Firmen im "2. Arbeitsmarkt", die pro Schützling 120-450 Franken Taggelder von der IV beziehen. Antworten
@Gähler: Ich glaube, Sie haben einiges nicht begriffen oder zumindest falsch verstanden. Diese Sendung über die Armut in der Schweiz habe ich genüsslich verpasst. Dort wird wie so oft und überall, nur breit und lang gequatscht und am Ende entsteht nichts. Antworten
Das Problem ist, dass unsere Politik-, Wirtschafts- und Finanz-Elite. Fragt man diese Leute, dann werden sie es sogar zugeben, dass Armut GEWUENSCHT ist, da sonst keine hierarchische Gesellschaft mit einer Herrenrasse und einer Sklavenrasse kann gebaut werden. Und auch nur so kann diese menschenverachtende Elite überleben, sonst würden schon lange Köpfe rollen. Um die Armen kümmert sich keiner. Antworten
Ich weiss auch, warum ich nach kurzer Zeit aus der Sendung ausgesteigen bin. Schon bei der Auswahl der Diskutierenden war klar, dass da eine Bank mit Leuten sass, die über diesesProblem reden wie "der Blinde von der Farbe". Und da die Betroffenen nicht in der gleichen Liga spielen, werden sie eben nicht gehört. Eigentlich ein trauriges Zeichen für eines der reichsten Länder der Welt. Antworten
1. @Rudolf Gähler: Wie die SKOS neuerdings Armut definiert, hat nichts mit der Erhebung der Caritas zu tun die auf 900000 Arme in der Schweiz kommt. 2. Sozialhilfe auf eine gesamtschweizerische gesetzlich Grundlage stellen und dabei die regional unterschiedlichen Mieten berücksichtigen. 3. Bei der Integration (IV, Sozialhilfe) endlich die Arbeitgeber in eine gesetzlich Pflicht nehmen wie in D. Antworten
@ Herr Gähler, was würde wohl passieren, wenn "Ihre" Firma plötzlich während Monaten Ihr warmes Salär nicht mehr bezahlen könnte, weil Kunden nicht zahlen, und Sie nach Kündigung im von Ausländern überschwemmten Arbeitsmarkt mit durchschn. 200-300 ernsthaften Bewerbungen pro Stelle ins Rudern gerieten? Da leben Sie dann plötzlich auch über den Verhältnissen, doch die Rechnungen sind schon da... Antworten
Schlicht und einfach, das ist das allerletzte! Eine Runde über Armut wird es sicher wieder geben? Soll das ein schlechter Scherz sein? Wer findet das Thema denn zum lachen? Wie kann ein Mensch mit sich leben wenn er in diesem Studio sitzt und nur Schwachsinn herausbringt. SF wird langsam aber stetig immer unseriöser genau so wie die Gäste die eingeladen werden. Antworten
Es ist doch sehr verwunderlich, wie man sich der Armut entgegenstellt. Das Gerede um Sozialhilfebezüger usw. wirkt leer. Das Hochpreisland Schweiz mit extremer Lobby an gewinnmaximierenden Immobilien-Besitzer, Versicherungen, Telkom, Banken, Energie, Medizin und Pharma sind nicht ganz unschuldig an der latent aufkommenden Armut. Ein Grossteil von normalen Einkommen versickert in deren Taschen. Antworten
Warum zuwenig gemacht wird hängt damit zusammen, dass diejenigen die in dieser Armutsfalle sind und diese Ohnmachtssituation kennen zum einen ein grosses Schamgefühl haben, sich nicht getrauen sich zu outen, es immer wieder erfahren nicht ernstgenommen zu werden oder zu hören bekommen, das dies doch alles gar nicht so schlimm sein könne. Antworten
Es muss eine Kommision geblidet werden, die sich a) um die Vereinheitlichung der Sozialhilfe innerhalb der Schweiz kümmert, b.) Spreu von Weizen trennt, bzw. Missbräuche aufdeckt und über die Sünder eine Bundesweite Kartei führt, und c.) die betroffenen Langarbeitslosen bei der Wiedereingliederung ins Arbeitsleben unterstützen. Antworten
Nicht angesprochen wurde die unzumutbare Flut von Ausländern im besten Erwerbsalter, durch die immer mehr Einheimische degradiert und ausgebootet werden. Jungen wird etwas geholfen, Angestellte über 50 aber, die den Job verlieren, werden am Arbeitsmarkt extrem diskriminiert, fallen in Armut, die Altersvorsorge futsch. Sie sollen dann sinnlose Praktika usw. ohne Lohn aussitzen. Eine Schande. Antworten
Erst wenn die Luxusgeschäfte in der Zürcher Bahnhofstrasse ausgeräumt und niedergebrannt sind. Erst wenn die Luxushotels in diesem Lande verwüstet sind, geht den verantwortlichen Damen und Herren ein Lichtlein auf. Vorher geht den verantwortlichen kein Lichtlein auf. Trotz Uniabschluss! Antworten
Die SKOS definiert Armut in einer unzulässigen Art. Arm sei, wer sehr viel Zeit damit aufwende, Beitreibungen entweder zu entgehen oder das Geld für solche aufzubringen. In anderen Worten, arm ist, wer über seine Verhältnisse lebt. Wen wundert's, dass es in der Schweiz - nach dieser Definition - 900'000 arme Leute geben soll. Für viele Konsumverwöhnte wird es Zeit, den Gürtel enger zu schnallen. Antworten
Jetzt weiss ich wieder warum ich gar nicht eingeschalten habe! Ist doch symptomatisch viel bla bla und nichts dahinter. Wie sollte die auch wissen das man in den Sozialfirmen meistens versandet, d.h. man ist irgendwo und man kann keine Probleme machen, aber eine Lösung für den Sozialhilfebezüger ist das nicht! Am besten wären so Firmen von der Fa. Knecht die einem beraten und begleiten! Antworten






Lukas O. Bendel
Diese Club-Sendung hat nun wirklich gar nichts gebracht: - Keine Definierung der verschiedenen Armutsbegriffe von Caritas, Sozialfürsorge, Unternehmerschaft bzw. SVP - Keine Klärung der verschiedenen Existenzminima bei Fürsorgeanspruch, Schuldinkasso bzw. Unterhaltspflicht - Statt Argumenten blosse (Partei-)Behauptungen - Statt aus unterschiedlichen Gründen Armen nur arbeitslose Frauen/Mutter Antworten