TV-Kritik: Ein Gold-Vreni für die geschundene Schweizer Seele
Von Rico Bandle. Aktualisiert am 08.02.2010 26 Kommentare
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Die grosse Siegerin mit dem verlegenen Blick: Vreni Schneider. Niemand gewann an olympischen Winterspielen so viele Medaillen wie sie.
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Die Komplette Rangliste der 30 besten Schweizer Teilnehmer an Olympischen Winterspielen: hier klicken (pdf, Quelle: SF)
Die Schweiz hat es nicht leicht. Das Land und seine Geldtresore werden von allen Seiten angegriffen und niemand scheint ihm beizustehen. Was gibt es da Schöneres, als zurückzuschauen in eine Zeit, als beim Einschalten des TVs noch nicht Roger Köppel sondern Marie-Theres Nadig auf dem Bildschirm erschien? Als die ganze Nation nicht darum bangte, dass hoffentlich keine weitere geklaute Daten-CD auftaucht, sondern dass unser Gold-Vreni bei der Slalomstange nicht einfädelt? Gestern war es so weit: In «Unsere Helden» konnte man wieder einmal richtig stolz auf die Leistungen der Eidgenossen sein, jubeln ob deren Heldentaten und beim Abspielen der Nationalhymne Tränen der Rührung unterdrücken.
Von hinten beginnend wurden in einem Countdown die erfolgreichsten Schweizer Olympia-Teilnehmer präsentiert, wobei für den Erfolg in erster Linie die Anzahl Gold-Medaillen ausschlaggebend waren. Nick Hartmann konnte sich erstmals als Moderator einer grossen Unterhaltungskiste unter Beweis stellen. Ähnlich wie bei «Die grössten Schweizer Hits» hatte er eine Expertenrunde zum Diskutieren um sich versammelt. Wobei von Bernhard Russi, Christina Surer und Marco Rima einzig Russi von Wintersport eine Ahnung hat, die anderen sind für Sprüche (Rima) und Optik (Surer) zuständig.
SF bi de Olympiasieger
«Wenn Sie wüssten, wer hinter den Kulissen alles wartet, es würde Ihnen die Schuhe ausziehen», meinte Hartmann in seiner Einleitung; vielleicht glaubte er, das Publikum zu Hause trüge bei einer solchen Sendung Wanderschuhe. Als er wenig später beteuerte, er sei auf die Helden «gespannt wie ein Regenschirm», begann man sich Sorgen zu machen um diesen Moderator, der kürzlich von einer Zuger Gratiszeitung zum «Zuger des Jahres» erkoren wurde. Die Sorge war unbegründet. Hartmann, den man bisher am TV vor allem als Wanderer und Landfrauenbesucher kannte, erwies sich als Idealbesetzung für eine Sendung, die den unmöglichen Spagat zwischen Glamour und Skihütten-Stimmung zu vollziehen versuchte.
Dies hat vor allem damit zu tun, dass die meisten der präsentierten «Helden» sich trotz ihrer Berühmtheit in ihrem Auftreten kaum von jener Landbevölkerung unterscheidet, die Hartmann in seiner «SF bi de Lüt»-Sendungen besucht. Pirmin Zurbriggen, der Held einer ganzen Generation, war ob den schwärmenden Worten Hartmanns und Russis richtiggehend gerührt. Als Vreni Schneider, «die grösste Schweizer Sportlerin aller Zeiten», als grosse Siegerin auf die Bühne trat, wirkte sie so verloren und unbeholfen, als wäre sie noch nie vor einer Kamera gestanden.
«Halli-Hallooo Herr Bundesrooot»
Eine Ausnahme bildeten die Bob-Olympiasieger von Sapporo 1972, Hausi Leutenegger und Jean Wicki, die mit ihren Sprüchen selbst den Komiker Marco Rima in den Schatten stellten. Leutenegger begrüsste den ebenfalls anwesenden Alt-Bundesrat Adolf Ogi mit dem Singsang: «Halli-Hallooo Herr Bundesrooot». Für den rührendsten Moment des Abends war der Curler Patrick Hürlimann verantwortlich, wie er nach dem Sieg in Nagano laut weinte und dann unter Tränen mit seiner Frau telefonierte, liess auch bei den Gästen im Studio das Augenwasser fliessen.
Nostalgieshows sind eine sichere Sache. Wer lässt nicht gerne Kindheitserinnerungen aufleben, wer schaut nicht gerne zu, wie die Bobfahrer der ersten Stunde in halsbrecherischen Fahrten aus dem Eiskanal katapultiert wurden. Dafür nimmt man sogar in Kauf, einmal mehr einem René Rindlisbacher ausgesetzt zu sein oder einer Denise Bielmann, die sich noch immer in Pose setzt, als habe sie soeben ihre Weltmeisterkür vollendet. Den Abend lässt man sich von solchen Nebensächlichkeiten nicht verderben, den Ärger spart man sich lieber für die nächste Datenklau-Affare auf. Und die kommt bestimmt. (Tagesanzeiger.ch/Newsnetz)
Erstellt: 08.02.2010, 09:44 Uhr
26 KOMMENTARE
Ich finde es super dass unser Land obwohl es so klein ist im Sport immer wieder Grössen hat die sich durchsetzen können!Die die Kraft haben in der Weltspitze dabeizusein!Die kleine Schweiz ist ja auch im Moment wieder ganz gross ! Wir danken allen Sportlern schön dass euch gibt!Wir wünschen viel Ausdauer und Kraft um euer Ziel zu erreichen!Macht weiter so!Viel Glück weiterhin wünschen Sonja&Selena
Billigst Produktion nach RTL Muster – ob Wintersportler oder Tophits – frei austauschbarer Countdown. Die Begleitbank mit Rima und Bönzli* völlig belanglos – einfach nur peinlich wie auch die meisten Einblender… *@Heinz Anliker: hübsch??? Auch gefärbt lässt sich das blonde Unverständnis nicht kaschieren…
Die Sendung mit N. Hartmann ist sicher o.K. Was aber machen M. Rima und Ch. Surer in dieser Sendung? Teilweise peinlich. Auch die Kommentare auf der Seite waren überflüssig. Die Cervelat-Prominenz der Glückspost braucht es nicht auch noch im TV.Gewisse Sportler kamen gar nicht richtig zum Wort. Wir haben umgeschaltet.
Was muss denn unser Schweizer Fernsehen eigentlich senden, damit auch der hinterletzte Nörgteler halbwegs zufrieden gestellt werden kann? Die Sendung war gut moderiert und somit sehenswert. Es muss ja nicht jeden Abend nur über unsere Politiker und Banker gesprochen werden. Und wer sowieso auf die Deutschen Anstalten umgeschaltet hat, kann nicht mitreden. Eine Sendung über die Weltmeister drängt.
Das Wiedersehen mit vielen Idolen von früher war wunderbar. Die mühsamen, zum Teil abschätzigen Seitenkommentare absolut überflüssig. Sie zerstörten alles!! Die Sendung wäre doch interessant und unterhaltsam gewesen, auch wenn ausschliesslich Olympiasportler und Zugewandte (wie z.b. Adolf Ogi) darin aufgetreten wären. Rima und Rindlisbacher störten in diesem Sendegefäss
Sehr unterhaltende Sendung mit super Gästen (vor allem Marco Rima!!). Leider war die Zeit zu knapp für all die geladenen Sportler & die Kommentare von Denise Bielmann waren eher peinlich.
Die Idee zu dieser Sendung war gut. Die Wahl des Moderators absolut ok. Nick Hartmann ist für mich der Geeignetste für derartige Aufgaben. Man sieht ihn auch nicht jeden Tag durchs Fernsehen flimmern. Seine Art macht Spass. Mich störten vor allem die ständigen, seitlichen Einblendungen, mit teilweise dümmlichen Kommentaren. Die Bank war falsch besetzt. Russi war ja auch Olympiasieger. Dennoch ok!
Nick Hartmann - etwas vom Besten, das SF DRS zur Zeit zu bieten hat!
Gute Produktion.Kompliment an Nick Hartmann, ich warte schon lange auf so einen fähigen Moderator bei dem der Humor nicht zu kurz kommt. Aber die Sendung hätte spelend auf 3 abende a. ca. 100 Minuten augedehnt werden können. Die vielen Stars hätten noch sehr viel interessantes zu erzählen gehab, die kamen absolut zu kurz. Und Vreni Schneider hatte gar keine Gelegenheit etwas zu erzählen, schade
Nick Hartmann - super, Gruss aus Erlach ("bsuech in .. 2005). Surer mit Anmache bei Russi nur peinlich. Kurze Einspielungen sehr lustig, ausser Bielmann. Heini Hemmi kam kaum zu Wort, er hätte mehr Aufmerksamkeit verdient, seine Einladung hat sich kaum gelohnt. Bei jeder Sendung des SF die gleiche Cervelat-Prominenz, langweilig! Die Schweiz findet nicht nur in Zürich statt. Note 5,weiter mit Nick
Keine Frage. Diese Sportler haben sich etwas verdient. Dass hier jedoch nochmals die Vergangenheit in Skihüttenzauber und Schneerieseln in Gegenwart umgewandelt wird, um diese Leute nochmals zu feiern, finde ich eher aufgewärmt als wirklich spannend. Etwas kitschig, etwas nervig, etwas zu "komisch" ab und zu. Ich hab nur die letzte Viertelstunde geschaut, und das fand ich eher trivial.
Um 20:15 Uhr umgeschaltet auf Deutsche Fastnachtssender. und um 21:00 Uhr schlafen gegangen. Das hat sich scheinbar auch gelohnt.
@ Claudia Eberhard: Auch ich habe mich gefragt, was Surer und Rima in dieser Sendung zu suchen hatten. Ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass Christina Suter eine grosse Ahnung von Winterspielen hat; ihre Kommentare haben schon etwas daneben gegriffen. Aber allemal: Für die Optik hat sie viel gebracht, sie ist wirklich sehr hübsch.
Endlich ein Moderator bei SF, den man zwei Stunden ausstehen kann! Die Sendung hat mir echt gefallen. Ein Rätsel bleibt mir allerdings, warum der einfältige Rima die ganze Zeit auf dem Sofa sass. Ein Komiker, der höchstens sich selber zum Lachen bringt und wohl noch nie eine sportliche Leistung vollbracht hat.
Super Sendung, bravo! Nur die unpassenden Kommentare der seitlich eingeblendeten "möchte gerne" waren evektiv daneben. Adolf Gyger
Absolut unverständlich, dass man ab der gekünstelten Komik eines Marco Rima lachen kann. Der hat es doch tatsächlich fertiggebracht ständig die Sendung zu stören...eine Katastrophe!
Aus dieser Sendung hätte man mehr machen können. Statt Rima und Surer hätten lieber Olympiateilnehmer auf der Bank sitzen sollen. Auch auf Bielmann, Rindlisbacher etc. hätten wir verzichten können. Dafür die Bilder im Ganzen sehen, das wäre schön gewesen. Warum von RTL kopieren? Schade um die Sendung!
Das mit der Werbung bei Simi ist schon gewagt, es gelten seit dem 4. Feb. - 3. März 2010 ein Werbeverbot, nur die offizielle Bekleidung darf bei öffentlichen Auftritten getragen werden, siehe swiss olympics. Ich hoffe, dass dies kein Nachspiel für den Athleten hat, dies könnte bis zum Ausschluss gehen. Hoffe SF und Simi haben gewusst was sie machten.
Ach, es gibt doch immer und überall Leute die an allem etwas auszusetzen haben. Es ist gar nicht so einfach, so eine Sendung zu machen, und obwohl mir auch nicht alles gefallen hat, fand ich gut, dass das SF sich wieder mal was neues einfallen liess. Und an die ewigen Nörgler: Ich bin froh, dass Sie nicht andere Probleme haben!!!
Diese Sendung hatte höchsten RTL II-Niveau. Die verdienten Sportler hätten ein niveauvollere Gefäss verdient, unsere Billag-Gelder übrigens auch.
Also ich fan den Rindlisbacher cool, ist halt wie vieles Geschmackssache... hey und man trank sogar Bier am TV! Wann hat's das zuletzt gegeben! Daumen hoch für diesen Mut, obwohl ich mir gut vorstellen kann, dass sich sofort dutzende Bünzlis bei SF darüber beschwert haben.
Muss ich in jeder sendung das kindliche benehmen des rene rindlisbacher dieses selbstdarstellers ansehen??!?!@Jako Sorg, ist logisch, er hat weniger gold/silber/bronce gewonnen als jene vor ihm. Weltmeistertitel zählen nicht.
2.Stunden abgetakelte Sendung der Servelat Bromi mit unsern Gebühren . Warum hat sich Altbundsrat ogi soweit heruntergelassen?
Dass Hausi Leutenegger sich wohl fühlt vor der Kamera ist leider Tatsache, dass jemand mit so viel Geld sich selbst gestern nicht zurücknehmen kann und permanent für andere in der ICH-Person argumentiert ist einfach nur lächerlich. Ansonsten tolle Sendung, auch dank Marco Rima, Ogi und Nick. Jetzt bitte das selbe vor der Sommer-Olympiade, EM, WM...
Die Sho hat mir soweit gefallen, abgesehen von Denis Bielmann. Was ich nicht verstehe, dass Pirmin Zurbriggen so weit hinten klassiert ist.
Am meisten erstaunt hat uns, dass beim Abspann die Raiffeisenbank und nicht die Schweizer Illustrierte als Hauptsponsor aufgetreten ist. Das einschlägige Personal der Sendung ist sonst eigentlich dort Dauerthema. Dafür durfte Simi beim Kaminfeuergespräch alle Sponsoren diskret nochmals auf dem Pulli zeigen. Das SF lernt ganz offensichtlich dazu.
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