«Tatort»: Neuer Ärger über die Deutschen

Von Alain Zucker. Aktualisiert am 31.03.2009 195 Kommentare

Es hätte wie bei jedem «Tatort» ein gemütlicher Abend werden sollen. Ein Sonntagabend, an dem die Übel und Verbrechen dieser Welt insofern ihren Schrecken verlieren, als sie aufgeklärt werden.

Quelle: BR/ARD.

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Noch ein Müsterchen: Gabi Kunz im «Tatort».

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Doch am vergangenen Sonntag strahlte das deutsche Fernsehen die «Tatort»-Folge «Der Gesang der toten Dinge» aus, und man musste sich selbst am Wochenende noch über die Deutschen ärgern – wie wenn man der Aufregung um deren Finanzminister Peer Steinbrück nicht schon überdrüssig wäre. «Im Tatort» bekommen die Münchner Kommissare Franz Leitmayr und Ivo Batic Verstärkung aus der Schweiz, eine Gabi Kunz aus Basel, die das offenbar genüsslich gepflegte Klischee der etwas doofen, aber ordentlichen Schweizer noch ein bisschen vertieft.

Eine Art kurzhaarige Alpen-Ninja

Gabi Kunz, gespielt von der Bernerin Sabina Timoteo, ist eine Art kurzhaarige Alpen-Ninja in Lederjacke, die mit einem Akzent Hochdeutsch spricht, den in den 1970er-Jahren nicht einmal Emil hinkriegte. Der Fernsehzuschauer (auch der schweizerische) werweisst nicht nur, was für ein gequälter Schweizer Dialekt sich hinter der Sprache von Kunz verbirgt, sondern auch, ob jemand mit IQ über 50 überhaupt so reden kann. Kein Wunder, dass Kommissar Batic, der Sympathieträger im Münchner «Tatort», ihr «Schwiizertüütsch» nachahmt – so wie dies Deutsche eben tun, wenn sie ihre Herablassung gegenüber Schweizern in Zuneigung kleiden. Dafür ist natürlich der streng gescheitelte Staatsanwalt von ihr begeistert, immerhin schrieb Gabi Kunz das übersichtlichste Protokoll, das er je gesehen hatte.

«Nur schon sprachlich» sei die Idee einer Schweizer Verstärkung «recht unterhaltsam», sagte der Regisseur Thomas Roth, der eben einen lustigen und keinen Depro-Krimi drehen wollte. Grund zur Entspannung in den deutsch-schweizerischen Beziehungen liefert dabei allerdings eine Nachricht: Roth ist nicht Deutscher, sondern Österreicher. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 31.03.2009, 07:23 Uhr

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195 Kommentare

Hanspeter Ehrat

31.03.2009, 17:07 Uhr
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Ich konnte wieder einmal herzhaft über uns Schweizer lachen, die versuchen Hochdeutsch zu sprechen. Auch wenn sich jetzt viele Fernsehzuschauer aufregen, aber es gibt wirklich viele Schweizer die nicht anders hochdeutsch sprechen wie die Schauspielerin. Nehmt das Leben doch nicht immer so ernst, es war ja nur ein Krimi. Antworten


Hanspeter Saladin

31.03.2009, 09:09 Uhr
Melden

Einfach nur doof und peinlich. Antworten



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