Kultur

«Tatort» verliert schrulligen Furtwängler-Mitbewohner

Weil er sich in der Rolle des ewigen besten Freunds von «Tatort»-Kommissarin Maria Furtwängler unterfordert sieht, steigt Schauspieler Ingo Naujoks aus der ARD-Krimireihe aus.

Immer im Schatten der grossen Maria Furtwängler (rechts): Ingo Naujoks als Martin Felser (links).

NDR/Marc Meyerbröker

«Es ging für den Charakter von Martin einfach nicht mehr weiter. Das ist das Schlimmste, was einer Rolle passieren kann», sagte Naujoks der «Bild»-Zeitung.

Der Leiter des NDR Programmbereichs Fiktion und Unterhaltung, Thomas Schreiber, teilte mit: «Herr Naujoks hat im vergangenen Jahr mitgeteilt, dass er die Rolle als Martin Felser nicht weiterspielen möchte. Wie es im Privatleben von Charlotte Lindholm weitergeht, werden die Zuschauer bald auf dem Fernsehschirm sehen.» Dass auch die Zwillinge, die Charlotte Lindholms Sohn spielen, nicht mehr mitmachen, trifft nach Schreibers Angaben nicht zu.

Seinen Abgang aus der Krimi-Reihe begründet Naujoks laut «Bild» so: «Am Ende wurde Martin nur noch aufs Babysitten und Frühstückmachen reduziert, was mir immer weniger gefiel.» Den «Tatort» schätzt der Schauspieler weiterhin; er sei das Schlachtschiff des deutschen Krimis, und man könne stolz sein, dort eine Rolle spielen zu dürfen, sagte Naujoks. «Nur dann sollte es aber bitteschön eine richtige Rolle sein.»

Furtwängler geniesst besonderen Status

Der 47-Jährige im niedersächsischen «Tatort» den schrulligen Mitbewohner der Hauptkommissarin Charlotte Lindholm, die in der ARD seit 7. April 2002 als Fahnderin des Landeskriminalamts Hannover im Einsatz ist. Mit dem verklemmten Autor Martin Felser ist die Ermittlerin nur platonisch verbunden. Naujoks hatte früher in Interviews gesagt, auch bei den Dreharbeiten gebe es einen spürbaren Abstand zwischen ihm und der prominenten Kollegin, die als Ehefrau des Münchner Verlegers Hubert Burda einen besonderen Status geniesse.

Er hat sich einen Namen mit zahlreichen Rollen in Kino und Fernsehfilmen und auch als Komiker gemacht. Aufsehen erregte auch seine Rolle im Werbespot einer Bausparkasse, in dem seine Tochter sagt: «Du Papa», wenn ich gross bin, dann will ich auch mal Spiesser werden.» (rb/ddp/)

Erstellt: 18.02.2010, 15:10 Uhr

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