Warum die Wetterfrösche in den Krieg ziehen
Von Rico Bandle. Aktualisiert am 14.12.2008 118 Kommentare
Dachmoderation: SF-Wetterchef Thomas Bucheli. (Bild: SF)
Wie vor einem Van-Gogh-Gemälde: Peter Wick auf 20 Minuten online.
Keine Blumenkohlwolken mehr: Jörg Kachelmann auf ARD, auch er mit der typischen offenen Hand bei der Präsentation.
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Wer macht das beste Wetter?
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Peter Wick
Jörg Kachelmann
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Der Dok-Film «Krieg der Wetterfrösche. Das Geschäft mit dem Wetter» von Peter Höllrigl und Uta Heinke wird am 02. Dezember um 05.35 Uhr auf SF1 wiederholt.
Geht es nach den Tagesanzeiger.ch/Newsnet-Lesern, so ist der Fall klar: Thomas Bucheli ist der beliebteste der drei Wettergrossmeister. Der SF-Meteomann wird in der Online-Umfrage klar gegenüber Jörg Kachelmann und Peter Wick bevorzugt. Gestern Abend war ein direkter Vergleich jedoch nicht möglich. Bucheli und Kachelmann liessen ihren Mitmoderatoren und -moderatorinnen den Vortritt. Offenbar sassen die beiden gespannt vor dem Fernseher und schauten den Dokfilm.
Einzig Peter Wick, der vielen Privatsendern die Prognosen liefert, war am Bildschirm zu sehen, unter anderem auf 20 Minuten Online. Dort moderierte er am Nachmittag seinen Meteoflash. Wick, selbstsicher wie immer, beginnt die Sendung vor einer Windkarte, die aussieht wie ein Van-Gogh-Gemälde. Er hält die Zuschauer auch mal für Kleinkinder: «Wenns Näbeli hät, denn öpe bi tusig Meter». Zudem macht er klar, dass er, und nur er, diese Prognosen macht: «Ich erwarte en liechte Südweschtwind.»
Tsunami im Meteo-Büro
Bei SF steht Christoph Siegrist auf dem Meteo-Dach. Damit ihm auch jeder glaubt, dass es ziemlich kalt ist an seinem Arbeitsplatz, kratzt er gleich mal das Eis von der Bildschirmumrandung. Zum Ende der Sendung bewirbt er den Dok-Film. Die Rollen bei den männlichen Präsentatoren im SF-Meteo-Team ist klar geregelt: Siegrist ist das Muttersöhnchen, Bucheli der väterliche Typ. So gutmütig wie er vor der Kamera ausschaut ist Bucheli aber nicht, wie der Dok-Film eindrücklich zeigt. Wenn Bucheli die Contenance verliert, so zieht ein Unwetter durch die Meteo-Büros in Leutschenbach.
Bei Jörg Kachelmanns Wettersendung im Ersten Deutschen Fernsehen ist an dem Abend ein Wetterfrosch namens Alexander Lehmann am Zug. Er moderiert schnörkellos, wie auch sein Chef Jörg Kachelmann. Der Schweizer nimmt Wörter wie Blumenkohlwolken kaum mehr in den Mund. Letztmals präsentierte Kachelmann das 20-Uhr-Wetter am 15. November, auf daserste.de kann man die Sendung noch immer runterladen. Kachelmann zeigt viel Elan, bewegt sich dauernd bei der Moderation. Um ein Gefühl des Wetters mitzugeben, schaltet er kurz zu einer Aussenmoderatorin, die irgendwo in einem Sturm steht. Zeigt er auf die Wetterkarte, so ergeht es ihm wie Peter Wick. Da er im Studio vor einer leeren grünen Wand steht, kann er nur ungenau auf Wölkchen und Temperaturangaben zeigen; um dies zu vertuschen richten die Meteo-Leute nicht den Zeigefinger, sondern die offene Hand auf die Karte.
Praktisch identische Produkte
Dass sich die drei in ihrem Konkurrenzkampf oft persönlich angreifen, erstaunt nicht. Die Wetterfirmen verkaufen ein Produkt das praktisch identisch ist, nur anders verpackt - ähnlich wie beim Mineralwasser. Und egal welche Flasche da steht, man trinkt daraus. Auch dann, wenn einem die Etikette nicht gefällt.
Dass die Meteo-Sendungen Rekordquoten erzielen, liegt weniger an der Grossartigkeit der drei Herren, sondern schlicht daran, dass sehr viele Leute gerne wissen wollen, wie das Wetter morgen wird. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 14.12.2008, 12:36 Uhr
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118 Kommentare
Es ist lächerlich, was aus den Wettershows gemacht wird. 30 Sekunden reichen: Wetter und Temperatur von morgen und die Aussichten für die nächsten Tage. Aber heute ist alles ärgerlicher und aufgeblasener Sauglattismus! Drum: Fernsehen aus, Radio aus, wenn sie nerven. Antworten
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